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Teil II. Korn-Giroverkehr.
[KXaúòio]ç Mouvaxiavòç ctitoXótuui ’'Qqpeujç TÓTr(ujv) [xaí-
pei]v. AmaieiXov âç êxeiç pou Gépaioç [àrrò Y]evn|LiaToç
TOÛ òieXSóvToç C (êiouç) ‘Aòpiavoú Kaídapoç [toO Kjupíou
Aiòújueui TTioXepaiou toO TlToXepaíou [. . . . Jcuç Trpeípaçi
upraßag Tpia[K]oaíaç ÔTÒonKOv[Ta xjpeíç fípicru x^K^i^aç)
xpeíç, Y(ívovxai) (apxaßai) XTTf (rípiíTu) x(oívik€ç) t- "Exouç
Z [AOxojKpáxopoç Kaíaapoç Tpaiav[oú] Aòpiavoú Zeßacrxoö
[ ] X. (2 H.) Aeovxâç è7TÍxpoTr(oç) xo[ú] 7rpoT[eT]pap-
pévou KXauòíou [MouvJaxiavoO creormeíajinai [xàç] TrpoKei|Liévaç
xpia[KO(Tíaç] [ÔT]òonKOVxa xpeíç rípiau xoíviKaç xpeíç, t[ívov-
xai] (dpxaßai) xttt [(npicTu) x(oíviKeç) y]. [Xpójvoç ó aòxóç^.
Klaudius Munatianus war noch unmündig, deshalb wird
sein Vermögen von einem Vormunde (èTtíxpoTToç) verwaltete
Es ist selbstverständlich, daß der Vormund alle Zahlungen ge
nehmigen muß; aus unserer Urkunde scheint aber weiter hervor
zugehen, daß die vormundschaftliche Genehmigung für
die Speicher Verwaltung Vorbedingung war, daß mithin die
Speicherverwaltung über jeden Fall der Unmündigkeit eines
Giro-Guthabers besonders unterrichtet wurde sowie dienstlich ver
pflichtet war, nur Anweisungen mit der Gegenzeichnung des Vor
mundes anzunehmen.
Die im Staatsspeicher verwahrten Privat-Girobestände waren
mithin in derselben Weise der dienstmäßigen Sperre unterworfen,
wie die im Besitzamte (ßißXioGnxri èTKxiíaeujv) verwahrten Besitz
rechte (siehe Abschn. 91—94). Hier wie dort kann der Besitzer
über seinen Besitz nur dann verfügen, wenn der Besitz unein
geschränkt ist. Die Sperre ist die Folge einer Verpfändung
oder einer Beschlagnahme oder einer Vormundschaft.
Abschnitt 25.
Nebenkosten der Girozahlung.
Wird Getreide körperlich in den Staatsspeicher eingezahlt,
so müssen die Speicherbeamten das Getreide entgegennehmen,
nachmessen, abquittieren, nach Bedarf auch reinigen und in den
‘ Über irpeíiLiaç siehe oben S. 71.
* vgl. die Berichtigungen von Wilcken, Archiv IV S. 485.
3 Über die Vormundschaft der Unmündigen vgl. Gradenwitz, Archiv III
S. 407; Weiss, Archiv IV S. 73 ff. ; Mitteis, Ztschr. d. Sav. Stift. 1907 S. 387; 1908
S. 396 f.; Wilcken, Archiv III S. 378; IV S. 461 u. 562.