Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil II. Korn-Giroverkehr. 
25 Kai èòó6(ri(Tav) uTT(èp) (popéT{pou) ôvriX(aTÚJv) xai (TiTO)u[eT(piKoú) 
TÚJV 7TpOK(eipévuJv) (dpTaßdiv) le (dpiaßai) x x(oí- 
VIKÊÇ)] T- 
26 ZeveKeXeú- èjLieTpiíe(ricyav) aiToX(ÓTOiç) 6é|ia[TOÇ àiTÒ (dpTaßuiv) 
X TÒ Y (dpTaßai) x], 
27 Kai èòó0(ri<Jav) u7T(èp) aiToXoT(iKOÖ) xai cpopéT(pou) x(oívik€ç) [x], 
28 Y(ívovTai) dvaXwp(aToç) íòiujt(ikújç) (nupoO) (dptaßai) vß 
ò' x(oíviKeç) ß, 
29 di GépaTOÇ òripodíou xaGapoO (dpTdßai) pG (npidu TÉTaptov) 
x(oíviKeç) G. 
Es entspricht das *íòiu)tikújç* in Z. 20 den Worten èpetpií- 
G(r|(Tav) cfiToX(ÓToiç) in Z. 24 und 26. Mithin bedeutet íòhjutikiDç, 
was auch schon im Worte liegt, die Einlieferung von Getreide in 
„privater Angelegenheit“, d. h. in Sachen des Girowesens. 
Dahin deutet auch das ‘Géparoç’ in Z. 21, 26 und 29. Eingeliefert 
wird dreimaD tò xpixov nebst Nebenkosten. Leider gestatten die 
vielen Lücken kein rechnerisches Nachprüfen der Buchungsposten, 
mit Ausnahme der obersten Eeihe. Dort sind die 8^/2 Artaben 
7 Choinikes tatsächlich rund ein Drittel von 26 Artaben, wenn 
man 42 Choinikes auf 1 Artabe rechnet^. In Einsicht des xpiiov 
ist nur soviel klar, daß es für vorhandene Gépaxa gezahlt wird, 
sowie daß es allemal durch einen Eseltreiber des Staatsspeichers 
gegen Zahlung eines besonderen qpópexpov ôvriXaxOùv vom Girogut 
haber abgeholt und nach dem Staatsspeicher verbracht wird, um 
dort als Gépa órmócTiov (Z. 29) vereinnahmt zu werden. Die Höhe 
des xpixov ist auffallend, für was auch immer die Zahlung geleistet 
worden sein mag. Daß jemand für ein Giroguthaben von 300 
Artaben eine Gebühr von 100 Artaben zu entrichten habe, ist 
nicht glaubhaft; vielleicht ist darum dieses xpixov keine Gebühr, 
sondern eine Zahlung aus Anlaß besonderer Umstände. 
Ein Zuschlag zur Lagergebühr ist wahrscheinlich das Gr|- 
(TaupoqpuXaKixiKÓv, das inptolemäischen Tebtynis-Papyri als Zah 
lung der Staatsbauern öfter erwähnt wird Ob das eine auf sämt 
lichen Bewohnern lastende Abgabe war, läßt sich nicht mit Sicherheit 
‘ In Z. 21 ist die Angabe deutlich erhalten, in Z. 24 und 26 ist sie 
sinngemäß zu ergänzen. 
* vgl. Grenfell und Hunt, P. Oxy. IV 740, 21 Anm. 
® Grenfell und Hunt, P. Teb. I 61b, 317 Anm., S. 227 f. Der ©nuaupo- 
tpúXa? erscheint auch in römischer Zeit: P. Fay. 225 (2./3. Jahrh. n. Chr.); 
P. Oxy. III 522, 9 (2. Jahrh. n. Chr.); P. Teb. II 401, 46 (1. Jahrh. n. Chr.).
	        
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