Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn, 39. Vermischte Beispiele. 
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Papyrusschreibers ist es zurückzuführen, wenn oft in den Be 
scheinigungen neben pepeipniLieea ein Personenname im Nomi 
nativ steht. So lautet z. B. BGU. 61 Kol. 1 (200 n. Chr.); 
[’'EJtooç ñ Aoukíou ZeTTTipíou Zeouripou EuffeßoC? TTep- 
TÍVttKOç Ktti MápKOu AOpriXíou ’Avtuuvívoo EudeßoCg Zeßa- 
CTTiíjv. TTapà KácTTOpoç "Hpiuvoç Kai peTÓxo(v) (riTo\(ÓTUJv) 
KiúpnÇ 'HpaKXeíaç. MepeipriíaeOaéTri Ttiç T toO TTaôvi pn^òç 
ToO èvecTTÒç ri (êrouç) àitò yevripáTou toO auioO êxouç Zou- 
ToofiTiç Oócnç KXripoúxuJV aÒTfiç Trup[o]ú dpraßag éTriá^ 
T(ívovTai) (rrupoG) Z. ZaraßoOg Kiuißig toû aÙTOÛ pn^òç 
TTupoû [djpiaßag Te[cr]ápoç fípicro, Y(ívovTai) (irupoO dpiaßai) 
ò (rípidu), T(ívovTai) toO (TuvßinXou (rrupoO dpiaßai) la 
(fípKTu). KácTTiup "Hpujvoç^ pepérpripe, kuOòç TTpÓK[ei]Tai. 
Der Papyrus ist voller Fehler. Für die Erklärung der Urkunde 
ist ausschlaggebend, in welchem Sinne wir das Wort xXripoóxuuv 
fassen wollen. Es liegen zwei getrennte Zahlungen vor, wahr 
scheinlich beide von demselben Tage. Die Urkunde kann kein 
Bericht an die Vorgesetzte Dienststelle sein, denn über zwei kleine 
Einzelzählungen werden Berichte nicht gefertigt. Überdies wird die 
Urkunde am Schlüsse ausdrücklich als cruvßujXov {(TupßoXov), also 
als „Quittung“, bezeichnet. Die beiden im Nominativ genannten 
Männer können die Empfänger der Quittung nicht sein, denn 
es wird am Schlüsse der Quittung die Gesamtsumme beider 
Zahlungen gezogen, und diese Gesamtsumme hat weder für Zou- 
ToufjTiç Wert, noch für ZaraßoOq. Mithin sind diese beiden 
Männer nicht die Empfänger der Quittung, d. h. nicht die Zahler, 
sondern die Empfänger der Zahlung, und der Papyrusschreiber 
hätte schreiben müssen eiç Zoutoutitiv und eîç Zaraßoöv. Der 
Papyrusschreiber ist der Bürobeamte des Speichers, der wahr 
scheinlich gleichzeitig auch das Girokonto führt. Wenn man sich 
vorstellt, daß in den Girokonten die Namen der Giroempfänger alle 
im Nominativ standen, hat man eine Erklärung dafür, daß der 
Beamte den Nominativ auch in der Quittung anwendet. Der Giro 
zahler in unserer Urkunde ist die Kleruchengenossenschaft, und 
das *KXripoúxujv* haben wir nach den Ausführungen im Abschn. 37 
durch *òià KXripoúxmv* aufzulösen. Bei der zweiten Zahlung ist das 
VXripoúxuiv*, weil man es für entbehrlich erachtete, fortgelassen 
worden. Die Kleruchengenossenschaft ist also die Emp- 
‘ Wahrscheinlich 2. Hand.
	        
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