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Teil IV. Girobanknotariat.
)Liàç ÔKTÙJi Kal òóffo (TOU eiKavòv (iHiiúxpov, èàv qpévai èm-
Xopna(ai) èm tôç TrpoKeipévoç wdm. Eúiúxei. (Hand 2) "EEiu
ãq èTriKexiO(pnKaç) èni Taíç TrpoK(€tpévaiç) (xpTu(píou) òia-
KocTíaiç ÔTÒoiÍKOVTa ôktiúi kA òiuv aXXiuv é'Ho Kai d toO C
(^Touç) 01 éTapíapaTa pi(J9(oúpevoi) KÓpiva t navri xpóvuui.
(’'Etouç) l Tißepiou KXaubíou Kaíaapoç ZeßacrroO feppaviKoO
AÚTOKp(ÍTOpo[ç, prijvi ZeßacTTip lò.
Wilcken\ der in der Urkunde ^ neuerdings ein Angebot auf
Afterpacht eines fpacpeiov sieht, bringt in Vorschlag, den Anfang
der Urkunde zu lesen: Tip òeíva duxoXoupévuj tò tpaqjeîov, und
nachher: èmxiupriSévToç poi tou Ypaipeiou fjç npoeixov Kiúpriç ktX.
Wie dem auch sei^, jedenfalls wünscht Tesenuphis irgend eine
Pachtung zu übernehmen, die es erforderlich macht, daß der
Pächter gewisse Akten dienstmäßig in bestimmten Fristen an eine
Behörde einsendet.
Hier sind zunächst vier Fachausdrücke zu betrachten, die
alle drei in unserer Urkunde nebeneinander verkommen: ó xPh-
paTurpóç, ó (7uvKoXXf|(n|Lioç (lópoç), tò eipópevov und f) àva-
Tpaipf). Die Bedeutung des xpnpaTiffpóç hat Paul M. Meyer,
Klio VI S. 424, eingehend behandelt. In der Geschäftssprache des
Dienstbetriebes bezeichnet das Wort allgemein „Aktenstück“ oder
„Schriftstück“. Der Ausdruck uuvKoXXfjcripoç hängt mit dem
Zeitworte 'KoXXav’, d. h. „zusammenkleben“, zusammen. Wilcken^
erklärt daher den cruvKoXXiíai|uoç zutreffend als die durch Zusam
menleimen von Einzelblättern (Einzelschriftstücken) entstandene
„Aktenrolle“. Was den Ausdruck *tò eípópevov’ betrifft, so
leitet Wilcken® das Wort von ‘eipeiv’, d. h. „aneinanderreihen“ ab.
Auch diese Erklärung ist richtig; nur wird man *tò eipópevov’
nicht als „die aus Einzelurkunden zusammengereihte Rolle“ zu
deuten haben, was schließlich ebenfalls auf die „Aktenrolle“ hinaus
käme. Wenn auch unsere Urkunde äußerst fehlerhaft abgefaßt ist,
so sind doch jene vier Schlagworte offensichtlich Fachausdrücke,
deren Bedeutung im Kanzleidienste allgemein sehr wohl bekannt
‘ Archiv V S. 282.
* Übersetzung unten auf S. 414.
® Über eine Vermutung, wie P. Grenf. II 41 im Zusammenhänge mit
P. Rylands 45 erklärt werden könnte, siehe Abschn. 84.
■* Ostraka I S. 589.
® Archiv IV S. 462.