Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Abschn.  5.  Die  römischen  Staatsbanken.  27

gezahlt  worden,  in  dem  Beispiele  Nr.  7  dagegen  durch  Vermittelung
  der  Staatsbank,  welche  die  Einzahlung  hinterher  an  die
Staatskasse  abführt.
B.  Arsinoe.  In  Arsinoe  führt  eine  rpánela  die  Firma  fj
TpárreíaTaiLieíujv.  Sie  lag  also  im  djuqpoòov  Tupeiuiv  und  trug,
wie  die  Staatsbank  in  Oxyrhynchos,  ihre  Firma  von  der  Örtlichkeit,
wo  sie  sich  befand.  Die  Belegstellen  sind  folgende:
1.  CPK.  1,  13  ff.  (um  84  n.  Ohr.),  Zahlung  eines  Privatmannes
au  einen  anderen  Privatmann  Kara  0iaTp[a(pnv]  Tpç  'HpuKXeíòou
KoXXußi(TTiKfi?  TpaTréZ:[Tiç]  Ta]Lieíu)(v).  Das  ist  eine  private  Girozahlung. ­
  Über  den  Ausdruck  KoWußicTTiKfi  vgl.  Abschn.  6.
2.  P.  Grenf.  II  43  (92  n.  Ohr.):
’AvTÍTpa((pov)  òiaYpa(cpnç)  òiàTpçi  ZapaTTÍuj[vo]ç  xpa-TréCnç
  Tapeíuuv.  (’'Etouç)  évòeKÚTou  AÒTORpáropoç  Kaícrapoç
  AopmavoO  Zeßacrroö  feppaviKoO,  ppvôç  Zmiripíou*  le.
Te(y(Tevoûq)iç  àpxéqpo[òo]ç  Kuúpriç  ZoKVOTraíou  Nnffou  Kai
fiYoújaevoç  Y^pbimv  Tf|ç  auiriç  Kihptiç  'AippTi  ’Icrároç  çúXuki
pnTpoTróXeuj[ç]  ôtpóviov  ppvújv  [òú]o  TTaxdiv  Km  TTaOvi  toO
èveCTÚJTOç  la  (êrouç)  dpYupíou  òpaxpàç  ÔYÒopKovra,  yí(vovxai)
  àpY(upíou)  (òpaxpm)  n.
Zahler  ist  TecrcrevoOqpiç,  Obmann  der  Weberinnung  des  Dorfes
Soknopaiu  Nesos  und  gleichzeitig  dpxéqpoòoç  dieses  Dorfes.  Zahlungsempfänger ­
  ist  Axpfiç,  ein  cpúXaE  in  der  Gauhauptstadt  Arsinoe.  Die
Zahlung  geschieht  durch  die  xparreEa  Tapeiouv  zu  Arsinoe,  also  im
Wohnorte  des  Empfängers.  Gegenstand  der  Zahlung  ist  das  ôvpiúviov
(Kostgeld),  das  den  qpúXaKeç  allgemein  zusteht,  obwohl  sie  liturgische
Beamte  ^  sind.  Die  Zahlung  umfaßt  den  Zeitraum  von  zwei  Monaten,
nämlich  Pachón  und  Payni,  und  erfolgt  am  15.  Payni,  also  in  der
Mitte  des  zweiten  Zahlmonats.  Das  ôvpújviov  fließt  nicht  etwa  aus
der  Tasche  des  TeuaevoOqpiç,  obwohl  er  als  àpxécpoòoç  Kmppg  ebenfalls ­
  ein  liturgischer  Beamter^  ist  und  daher  die  Kosten  seiner
Amtsführung  zu  tragen  hat;  denn  das  ôvpújviov  qpuXáKoiv  wird  als
öffentliche  Abgabe  von  der  Bevölkerung  eingezogen  ^  Mithin  fließt
das  an  'Axppç  gezahlte  övpüüviov  aus  der  Staatskasse  oder  aus  der
‘  Berichtigung  Wilcken,  Archiv  lU  S.  122.
*  d.  i.  TTaövi.
*  P.  Lond.  II  S.  158  Nr.  199  (2.  Jahrh.  n.  Chr.)  ;  BGU.  6  (um  158  n.  Chr.)  ;
P.  Fay.  23  Einl.
*  BGU.  6.
®  Wilcken,  Ostraka  I  S.  320  ;  BGU.  881.
            
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