Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil  IV.  Girobanknotariat.

hördiiche  Sperrverfügung  gelegt  wird.  Daneben  wird  selbstverständlich ­
  eine  Vermerkung  im  òiáôTpuuiaa  vorgenommen.  Die  liturgische ­
  Sperrverfügung  geht  vom  (TTpaxriTÓç^  aus,  mithin  von  derjenigen ­
  Behörde,  die  dem  Besitzamte  zunächst  übergeordnet  ist.
Abschnitt  95.
Die  blinde  Sperre.
Im  voraufgehenden  Abschnitte  94  wurde  vorausgesetzt,  daß
der  Besitz,  welcher  von  der  liturgischen  irapáGecriç  betroffen
wird,  im  Besitzamte  verbucht  steht.  Wir  sahen  aber  oben  (8.288
und  391  f.),  daß  die  Hinterlegung  von  Besitzpapieren  im  Besitzamte ­
  keine  pflichtmäßige,  sondern  nur  eine  freiwillige  ist,  und  daß
es  demzufolge  Besitzer  gab,  deren  Besitz  im  Besitzamte  gar  nicht
verbucht  stand.  Ich  vermute,  daß  im  Falle  einer  Nichtverbuchung
die  blinde  irapáeediç  angeordnet  wurde;  bei  einer  blinden  napd-Gecriç
  vermerkte  das  Besitzamt  den  Namen  des  liturgischen  Beamten ­
  genau  so,  als  wenn  sein  Besitz  verbucht  wäre,  und  neben
dem  Namen  geschah  die  TrapáGecnç  der  Sperrverfügung.
Zur  Klärung  der  Frage  dient  zunächst  P.  Fior.  I  2  Kol.  VIH
(265  n.  Ohr.)  aus  Hermupolis.  Der  Text  lautet^:
0\áuioç  TlavícTKOç  ó  Kai  Aóyt[oç  ffTpairiTÒç  'EpjpoTToXeí-To[u]
  ßißXioqpuXaHi  è-fK-rpaeiuv  xoO  aúxoO  vopoO  .[.  ..]oiç*
Xaípeiv.  [ToO  ÒJpGévxoç  poi  TrpocyaTTéXjiaxoç  fnxò  KLUfiapxúiy
[Kibpriç]  TipÚJvGeujç  [eícròiòjóvxujv  xoòç  òi’  aòxoO  èffeTpap-|aé[v]ouç
  ei[ç  xpiovíjav  ôvnXacríay^  i(To[v]  èmcrxéXXexai  úpív,
iv’  eí[òfi]Te  Ktti  xfjç  TOÛ  í[epujxá]xou  xapeíou  àcTqpa-Xeíaç
  TTpóvoiav  7TOinô’[r|]a‘Ge.  ’Ep[pOú](TGai  ú|iiâç  eíixo-[pai].
  ("Exouç)  iß'  XOÛ  Kupíou  íifiújy  [r]aXXniv[oO  Zeßacrxojy,
M[e(yo]p[n  X.]
(Hand  2)  0Xa[u]íuj  TTavícrKOi  xip  xai  Aó[T]Tqj  ô‘xpa(xr]Yip)
'EppoTroX(€Íxou)  irapà  Aúp(r|Xíinv)  KoXXoúGou  KoXXoú[Gou]
prixpòç  TeeOxoç  xai  TTapcrioç  ZiXßavoO  ppxpòç  'EXévrjç  àpcpoxépuj[v]
  Kuj|aapx[Oúv]  KÚJfipç  TipiúvGeinç.  Eiç  ôv^Xacriav
xpiovía[v]  èír’  èviauxòv  êva  à-rrò  xou  [õjvxçç  pr|vòç  ’Eireicp
»  P.  Fior.  I  2  (265  n.  Chr.).
*  vgl.  Eger,  Zum  âgypt.  Grundbuchwesen  S.  71  ff.
®  vgl.  Wilcken,  Archiv  IV  S.  425.
*  Der  Herausgeber  Vitelli  erklärt  dieses  liturgische  Amt  zutreffend:
„obbligo  di  tenere  tre  asini  a  disposizione  dello  Stato  ai  hisogni  della  ¿pßoXi^“.
            
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