Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil  IV.  Girobanknotariat.

des  Hauptdorfes  umfassen  alle  diese  umliegenden  Dörfer  insgesamt,
als  wären  sie  ein  einziges  Dorf.  So  erklärt  es  sich,  daß  in  P.  Oxy.
IV  808  (um  60  n.  Ohr.)  auf  einer  und  derselben  Bolle  die  òiacripiúpara
  für  die  Dörfer  TTaXûicriç,  Zeqpoü,  KecrpoOxiç  und  Tpiç  bunt
durcheinander  stehen  i.  Für  alle  diese  Dörfer  befand  sich  die  Zweigstelle ­
  des  Staatsnotariates  (Tpacpeiov)  in  TTaXÛKJiç,  denn  das  eine
der  öiaaTpihpaTa  beginnt  mit  den  Worten:  [è]v  ITaXihcrei,  und  nachher ­
  heißt  es;  òià  toö  èv  xr)  aò{Tr))  Kiúpr]  ypacpiou.  Suchte  man  also
das  bidoxpmpa  für  den  Vertrag  eines  ^Qpoç  aus  dem  Dorfe  Zeqpih,
so  mußte  man  zu  dem  Òiáoxpujpa-Fachwerke  für  das  Dorf  TTaXôiaiç
gehen  und  dort  die  Q-Rolle  herausgreifen.  In  ähnlicher  Weise  war
die  Staatsnotariatszweigstelle  des  Dorfes  Polydeukeia  im  Faijum
gleichzeitig  das  Notariat  für  das  benachbarte  Dorf  Sethrenpaei  (siehe
oben  S.  432).
Ein  geordneter  Verwaltungsdienst  verlangt  fortgesetzt  eine
durchaus  genaue  und  pünktliche  Berichtigung2  der  Bestandslisten
auf  Grund  der  täglich  einlaufenden  Veränderungen.  Diesen  Gesichtspunkt ­
  vertritt  auch  mit  Entschiedenheit  die  Verordnung  des  Vizekönigs ­
  Mettius  Eufus,  deren  erster  Teil  oben  (S.  373)  näher  behandelt
worden  ist.  Der  letzte  Teil  dieser  Verordnung,  welcher  die  Verwahrung ­
  und  Erneuerung  der  Bestandslisten  behandelt,
lautet  (P.  Oxy.  II  237  Kol.  VIII,  38ff.):
’Edv  Ò’  eioiv  èv  irj  ßißXioOnKr]  tujv  eTravou  xpóvuuv  àno-Tpacpaí,
  peià  naOTiç  axpEißeiag  (puXaaoéaOuuíTav,
ójuoímç  òè  Kui  xà  biacrxpihjLiaxa,  i'v’,  ei  xiç  yévoixo
Zpxncnç  eíç  uoxepov  irepi  xôiv  pn  òeóvxmç  dxroTpaipapèvuuv,
èE  èKeívtuv  èXeTxOújçri.  ["Iva]  ò’  [ojuv  ß[eß]aia  xe  xai  eiç
ÖTrav  òiapévi^  xihv  biaOxpuupáxuuv  xPOcreiÇ?  npòç  xò  pi)
TTáXiv  àTTOYpaqpíiç  òeriOfivai,  TrapaTféXXuj  xoíç  ß[i]ßXio(p0XaEi,
òià  Trevxaexíaç  étravaveoOcrOai  xà  òiacrxpihpaxa  pexaqpepopévnç
  GÍg  xà  xaivoiroioupeva  xpg  xeXeuxaíaç  éxáoxou
ôvópaxoç  uTToaxáoeujç  xaxà  xiuppv  xai  xax’  eíòoç.
Zu  deutsch:  „Sofern  im  Besitzamte  aus  älteren  Zeiten  (freiwillige) ­
  Besitzvermeldungen  vorliegen,  sollen  diese  mit  aller  Sorg-^

  TTaXôKJiç  liegt  in  der  Gpoioeqpib  Toirapxia  (P.  Oxy.  IV  808),  ebenso
lecpib  (P.  Oxy.  II  354);  KeopoOxiç  liegt  in  der  Nähe  von  XeqpiO  (P.  Oxy.  1141),
also  sehr  wahrscheinlich  in  derselben  Top  archie.  Nach  alledem  wird  Tfjiç
ebenfalls  dieser  Toparchie  zuzuweisen  sein.
“  siehe  oben  S.  383.
            
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