Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Absohn. 99, Die TrepiXuoiç der Schuldurkunde. 
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die durchstrichene Schuldurkunde sorgfältig auf, indem er sie in 
seinem Privatschranke zu seinen Papieren legt. Die Rückgabe der 
Schuldurkunde durch den Gläubiger an den Schuldner faßte man 
in die Worte : Kai àvéòujKev aÙTÔi xpv UuTTpatpnv (od. dgl.) eiç ókú- 
puüíJiv Kai dGéiricriv (siehe oben S. 216). 
Die TTCpíXucriç einer Schuldurkunde ist ein Vorgang, der vom 
Gläubiger veranlaßt werden muß, weil dieser sein schriftlich 
festgelegtes Forderungsrecht aus der Hand zu geben hat. Der 
Gläubiger allein hat das Recht, eine Schuldurkunde vom Besitz 
amte zurückzufordern, denn er ist es, der dieselbe Schuldurkunde 
an das Besitzamt eingereicht hat. Immerhin wird der Ausdruck 
irepiXueiv oder Xueiv nicht bloß vom Gläubiger\ sondern auch vom 
Schuldner 2 angewendet, weil beide Partner bei der uepíXomç mit 
einander zu tun haben. 
Der Handschein (xeipÓTpacpov) ist eine Abmachung zwischen 
Gläubiger und Schuldner ohne jede behördliche Mitwirkung. Zahlt 
der Schuldner seine Schuld zurück, so ist auch die Rückzahlung und 
die nachfolgende Außerkraftsetzung des Handscheines ein Vorgang, 
der sich lediglich kurzer Hand zwischen Gläubiger und Schuldner 
abspielt. Selbst wenn in solchem Falle der Gläubiger das Dar 
lehen im Girowege gezahlt hatte und die Rückzahlung durch den 
Schuldner ebenfalls im Girowege erfolgt, ist die Hergabe und Rück 
gabe des Geldes für die Bank dennoch eine gewöhnliche Zahlung, 
d. h. die Bank hat mit dem Umstande, daß die Zahlung ein Dar 
lehen betrifft, notariell nichts zu schaffen. Zwar erteilt die Bank 
bei Hergabe und bei Rückgabe des Geldes eine selbständige Giro 
bankbescheinigung (Abschn. 46); aber diese selbständige Giro 
bankbescheinigung ist eine Bankurkunde, keine Banknota 
riatsurkunde, und sie befaßt sich daher nicht mit der Beur 
kundung der Schuldfrage. Wenn daher in einer selbständigen Giro 
bankbescheinigung — sei es über Hergabe, sei es über Rückgabe 
‘ P. Lips. I 10 Kol. II, 31 (240 n. Chr.): ¡nf; irpôxepov irepiXOaiu (ich 
der Gläubiger) tíjv TTpoKeip[¿]vnv pi<J0oKap-rtíav, ei pri Kai xà xaxd xô x«p5- 
Tpaqpov áiroboi. Vgl. Mittels bei Wilcken, Archiv III S. 245. 
* P. Flor. I 86, 17 (um 86 n. Chr.) : irpooYpacpévxoç xQ biaypacpQ, prj 
¿Eeívai x^ AibOprj (Schuldnerin) irepiXúíeilv xàç ú-itoGnKaç (d. i. die hypo 
thekarisch belasteten älteren Schuldverträge), èàv píj xai xà óià xf|[ç] bia- 
Tpacpnç (d. i. die jetzige letzte Schuldverschreibung) ànobol Ähnlich BGU. 
741, 45 (um 144 n. Chr.): Kai où [Xújoexai (Ergänzung von Weiss, Pfandrecht!. 
Untersuchungen S. 25) xiivbe xi^v ùiro[0)i]Knv, ei pfj irpóxepov à-rrobop K]ai xàç 
Kaxà x[ô 0uváX]XaT)Lia bpaxpòç kxX.
	        
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