Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil I. Staatsspeicher, Staatskassen und Banken. 
P. Oxy. m 516, 5 (160 n.Chr.): (yiTo\(ÓToiç) MécrriÇ T07T(apxíaç) 
KepK€u(pijúff€iuç) tótt(ujv). 
P. Oxy. in 614 (179/180 n.Chr.): òi(à) cri(ToXÓTujv)’'Avuj TOTT(ap- 
XÍaç) OihoßELus TÓTr(ujv). 
Die Beispiele lassen sich noch vermehren. Überall hat man 
darauf zu achten, daß die Toparchie, auch wenn sie vor dem 
Dorfnameni steht, nicht den Amtssprengel der Speicherverwalter 
bezeichnet, sondern nur dazu dient, den geographischen Bezirk 
anzugeben, innerhalb dessen der Speichersprengel liegt. Daher 
fehlt auch gelegentlich die Angabe der Toparchie ganz und gar, 
z. B. P. Oxy. in 517, 6 (130 n. Ohr.) : Gémvoç (TitoX(ótou) ZiYK(e(pct). 
Der im Oxyrhynchites häufig vorkommende Ausdruck Vóiroí* 
ist dem Ausdrucke oder 'ènoÍKiov*® gleichzusetzen, viel 
leicht mit dem Nebensinne, daß unter tóttoi die Kwgri samt den 
verstreut umherliegenden Häusern verstanden wird. Ähnlich wird 
es im Faijum und anderswo sein*. 
Der arsinoitische Gau zerfiel in drei große pepíòeç ('Hpa- 
kXeíòou, Gepiatou und TToXépiuvog pepíç), jede pepíç wiederum in 
Toparchieu®. Wir haben hier also eine umgekehrte Folge der Be 
nennungen, wie im oxyrhynchitischen Gaue. In P. Fay. 23 a Einl. 
(2. Jahrh. n. Ohr.) erscheint ein Beamter als ó |n['i] xfjç Ka0ápaeu)ç 
ToO òripooíou TTupoO TÓTTou TTEpi Zúpujv; dieser tóttoç Trepi Zúpujv 
wird nichts anderes sein, als die xoirapxia mit dem Hauptorte Zúpiuv 
KiOpri®. Vielleicht ist unter der arsinoitischen xorrapxia dasselbe 
zu verstehen, was ich unter den oxyrhynchitischen xóttoi vermutete, 
nämlich eine Kibpri als Hauptort zusammen mit den herum 
liegenden Ansiedelungen^, gelegentlich auch zusammen mit 
benachbarten kleineren Dörfern. Aus verschiedenen Umständen 
geht jedenfalls hervor, daß die Toparchien im Faijum nur einen 
^ Auch im Altägyptischen steht die allgemeine Bezeichnung vor der 
besonderen. Man sagt „thinitischer Gau, Abydos“ für „Abydos im thinitischen 
Gaue“ (Spiegelberg). 
* P. Oxy. III 533, 19 : toO yeiupxoO Tf\ç Zevrùj (d. i. Kibpriç); dagegen 
P. Oxy. Ill 632,1 : sitologi Zcvtù» TÓTt(u)v). 
* P. Oxy. Ill 613: bi(à) aiToX(óxu)v)’Avu) ToiTapx(íaç) Mov{p(ou) TÓTr(iuv); 
dagegen P. Oxy. III 633 : catoecic land at Moví pou ¿ttoIkiov. 
* Wilcken, Ostraka I S. 307 ff. 
® Über die Unterteile in ptolemâischer Zeit siehe Grenfell und Hunt, 
P. Teb. II S. 352. 
« In der 'HpanXeibou pepíç (Grenfell und Hunt, P. Teb. Il S. 402). 
' BGU. 755, 3 (118 n. Chr.) : ô[i]toX(ôto\) TÔTr(uJv) xiûv trcpi 'HpaK(X€Îav).
	        
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