Full text : Soziale Reformen

24 Gustav Marburg. Soziale Reformen.

Die Versorgungskassen brauchen entsprechend
 systematisch angelegte Asylhäuser.
Der Staat wäre berufen, die Organisation im großen
Stil den heutigen Verkehrs- und anderen Verhältnissen
entsprechend durchzuführen. Auch könnte der
Staat die Sicherheit der eingezahlten Gelder
garantieren, die Verwaltung und Einhebung
der Einzahlungen praktischer und einfacher
gestalten und die Reserve dieser Kassen am
besten vereinigen.
Der Staat wird auch zu dieser praktischen Organisation
von verschiedenen Faktoren gedrängt werden und nenne
ich nur ein Beispiel: die Bruderlade (Bergkasse).
Es existieren verschiedene Depositen aus früheren
Krankenkassen, von denen niemand sagen kann, wem
sie gehören; so z. B. ein Fall:
Die frühere Flachsspinnerei in. Heidenpittsch hatte
zur Zeit ihrer Liquidation zirka fl. 12.000 Reservefond
ihrer Krankenkassen und deponierte diesen Betrag im
Depositenamte in Hof (1880). Diese Depots könnten
ebenfalls der Versorgungskasse zugeführt werden. Dieses
Depot wurde dem Käufer der Fabriksrealität zur Errichtung
 eines Spitales zugewiesen.

Ärmenversorgung.
DiegegenwärtigeArmenversorgungdrängt
ebenfalls zur Verbesserung. Wird nun eine
allgemeine Kranken-, Versorgungs- und
Unfallskasse errichtet, so könnte die Versorgungskassen-Verwaltung
 eine Abteilung
für Armenversorgung errichten und wäre
damit das so belästigende Bettelwesen beseitigt.

Der Kommunalverwaltung wäre dadurch die Armenversorgung
 zum größten Teil abgenommen, das Schubwesen
müßte abgeschafft, und die faulen, arbeitslosen Individuen,
so auch die Simulanten in Arbeitshäuser oder Kolonien
untergebracht werden.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.