Full text : Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

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keit  der  Gelenke  da,  wo  fie  geliften  hat,  wiederherzuflellen.
Karin  ein  Körperglied  nicht  erhalten  werden,  fo  tritt  der
Orlhopäde  in  feine  Rechte,  der,  unter  forgfäliiger  AnpaHung
an  den  Einzelfall,  durch  kiinftliche  Glieder  der  verfchiedenften
Art,  die  verloren  gegangene  Funktion  zu  erleben  fucht.  Wenn
wir  die  fchwere,  —  sit  venia  verbo  —  unhandlidie  eiferne
Hand  des  Goß  von  Berlichingen  mit  einem  modernen  künftlichen
  Arm,  etwa  dem  vortrefflichen  Jagenbergfchen,  vergleichen, ­
  To  tritt  der  grundlegende  Gegenfäß  unterer  heutigen
Beftrebungen  zu  den  Zielen  früherer  Zeitepochen  klar  zutage.
Früher  das  Bemühen,  den  Arm  bis  auf  die  zahlreichen  Fingergelenke ­
  dem  menfchlichen  Arm  rein  äußerlich  ähnlich  zu
machen  —  aufKoften  TeinerBrauchbarkeit;  heute  für  kosmetifche
Zwecke,  etwa  zum  Sonntag-Nachmittagausgehen,  einen  Anlaß ­
  nach  Art  des  oben  befchriebenen,  aber  aus  leichtem
Material,  im  übrigen  iedoch  das  Streben,  ein  praktifch  brauchbares ­
  Glied  zu  Ichaffen,  einen  Arbeitsarm  für  den  Arbeiter.
Ein  Ring,  ein  Haken,  eine  Klammer  als  vordem  Abfchluß,

Kriegverlebter  mit  künftlichem  Arm
bei  Feilenarbeit.
mit  dem  man  eine  Zange,  eine  Feile
oder  ein  fonfliges  Arbeitsgerät  fefthalten
kann,  fonft  nichts.  Aber  was  mit  einem
folchen  Arm  geleiftet  wird,  das  fehen
wir  in  einer  kleinen  Sonderausftellung
in  Barmen  :  dort  finden  wir  den  Metallarbeiter, ­
  den  Weber,  den  Mafchinenfchreiber,
  ja  den  Schneider  feinen  Beruf ­
  ausiiben,  und  zahllofe,  von  Krüppeln
hergeftellte  kunftgewerbliche  Gegenftände
  legen  Zeugnis  ab,  nicht  nur  von
der  Anpaffungsfähigkeit  der  menfchlichen ­
  Natur,  fondern  auch  von  der
unbedingten  Richtigkeit  des  oben
fkizzierten  Grundfabes  der  modernen
Orthopädie.  Und  Ähnliches  gilt  auch
von  dem  künfllichen  Bein.  Ein  gewöhnlicher ­
  guifißenderSielzfuß  verdient
oft  den  Vorzug  vor  einem  äußerlich
tadellos  ausfehenden,  aber  wegen
feines  verwickelten  Baues  unpraktifchen
künfllichen  Beines.  Auch  hierfür  liefert
die  Ausheilung  mandie  treffende  Illuftration. ­
  Es  bedeutet  einen  Ruhmestitel
der  deuFchen  Induftrie,  daß  fie  fchon
jeßt,  wie  befonders  das  Beifpiel  des
Phönix  in  Düffeldorf  zeigt,  den  Zielen
der  Krüppelfürforge  volles  Verffändnis
entgegenbringt  und  mit  allen  Krähen

Kriegsverleßfer  mit  künftlichem  Arm  beim  Schaufeln.
            
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