Je mehr aber der Wirtschaftskrieg außerordentliche Teuerung ') und
Knappheit der Lebensmittel zur Folge hatte, und die Nahrungsmittelver-
forgung die Führung des Einzelhaushaltes erschwerte, wurde, was anfangs
Unter ftüffung und dann Wohlfahrtspflege war, zur öffentlichen Pflicht und
zu einem untrennbaren Beftandteil der Lebensverforgung. Am 1. Januar
1917 wurde deshalb auch jede Abgrenzung des Befucherkreifes für die
Kriegsküche Sedanflrake I.
Barmer Kriegsbüchen fallengela|Jen und, anftatt als Befucher einer Arme-
Leute-Küche zu gelten, fühlt fidi jeder als freier aufrechter Bürger unter
feinesgleichen. In die Küchen kommen Arbeiter und Angestellte, Angehörige
des alten und neuen Mittelftandes und der freien Berufe, arbeitende Frauen,
welche keine Zeit haben, den Familientifch zu beftellen, Leute, welche die
Jagd nach den Lebensmitteln nicht mitmachen können.
’) Es horteten 1914 im Durclifdinitt Kriegskiichenpreife
RindfleiTch
Mk.
1.20
Mk. 3.40
Speck
n
0.80
„ 2.80 (nicht zu haben)
Zucker
0.23
„ 0.32
Kaffee
„
1.20
.. 4.-
Reis
0.20
„ 0.57
Kartoffeln
004
.. 0.672
Brot
0.60
„ 0.73
Milch
„
0.20
0.38
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