Full text : Sozialismus und Regierung

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Unzuständigkeit  ihrer  Anhänger  draußen  im  Lande  exemplifizieren.
So  gut  wie  es  tote  Männer  gibt,  so  gut  gibt  es  auch  tote  Ideen.  Die
Deputierten  der  Minoritäten  könnten  die  Anzahl  der  Fragen,  mit  denen
sich  zu  befassen  das  Parlament  gezwungen  ist,  vermehren,  ohne  jedoch
deshalb  eine  durchdachte,  wohlüberlegte  Gesetzgebung  im  geringsten
zu  bereichern  oder  den  Nutzen  parlamentarischer  Diskussion  auch  nur
durch  einen  Satz  zu  vergrößern.  Folglich  ist  auch  die  Minoritätsvertretung ­
  keine  so  einfache  und  unwiderlegbare  Forderung  elementarer
Gerechtigkeit,  wie  es  beim  ersten  Anblick  erscheint.
Wir  haben  noch  den  Fall  aktiver  und  organisierter  Minoritäten,  die
einen  bedeutenden  Umfang  erreicht  haben,  zu  behandeln.  Bei  der  Erörterung ­
  mag  uns  die  Temperenzlerpartei  im  Geiste  als  Typus  vorschweben. ­
  Gegenwärtig  müssen  diese  tätigen  Minoritäten  ihre  besonderen ­
  Zwecke  in  einem  Programme  formulieren,  das  noch  andere  Ziele
postuliert.  Sie  haben  ihre  Forderungen  mit  anderen  Interessen  und
Ansprüchen  zu  verknüpfen  und  müssen  bei  einer  Partei  und  in  einem
Programme  Unterschlupf  finden.  Unserem  heutigen  Systeme  wird  vorgeworfen, ­
  dies  bedeute  einerseits,  daß  eine  einflußreiche  Richtung  die
Bedingungen  diktiere,  unter  denen  sie  sich  mit  einer  anderen  Partei  verbinden ­
  will,  und  folglich  die  ganze  Partei  als  Preis  ihrer  Gefolgschaft
gefangen  nähme;  und  andererseits,  daß  es  Leute  zwänge,  die  über  einen
Punkt  ein  überzeugtes  Urteil  haben,  für  ihnen  in  Wirklichkeit  unsympathische ­
  Vorschläge  zu  stimmen,  nur  um  dadurch  ihre  eigenen  Hauptinteressen ­
  zu  fördern.  Diese  Anklagen  werden  jedoch  gewöhnlich  aus
Parteitaktik  erhoben  und  von  Oppositionen  verwertet,  um  ihren
Gegensatz  gegen  Regierungsprogramme  zu  rechtfertigen.  Das  Körnchen ­
  Wahrheit,  das  sie  enthalten,  ist  wirklich  bedeutungslos.  Eine
Partei  kann  man  nicht  von  ihren  Taten  trennen;  ihre  Flügel  sind  nicht
durch  ein  mechanisches  Band  an  sie  geknüpft,  sondern  sie  werden
durch  einen  gemeinsamen  Zweck  vereint.  Wenn  die  Temperenzlerpartei
  in  der  Regel  mit  den  Liberalen  zusammen  arbeitet,  so  nur
deshalb,  weil  irgendein  Teil  des  ihm  zugrunde  liegenden  Prinzips
die  übrigen  Programmpunkte  des  Liberalismus  mit  den  Hauptbestrebungen ­
  der  Temperenzlerbewegung  verbindet.  Wie  ich  jetzt  darlegen
werde,  muß  der  Abgeordnete  der  Temperenzler,  auf  welche  Weise  er
auch  gewählt  worden  sein  mag,  mit  irgendeiner  Partei  kooperieren,
um  seine  Wünsche  durchzusetzen.  Die  Koalition  muß  also  im  Parla ­
            
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