versuchen noch obendrein, auf stacheligem und unfruchtbarem Wege
eine Maschine aufzubauen, die, sollte ihnen die Konstruktion gelingen,
nicht anders als der moderne Mechanismus funktionieren kann, dessen
Mechanik sie doch so verschmähen.
Eine Demokratie ohne Partei wäre eine Menge ohne Ziel. Jede Per
son würde den Verlockungen ihrer eigenen persönlichen Interessen oder
ihres eigenen persönlichen Willens folgen. Ein politischer Staatsver
band ohne Parteien gliche einem moralischen Staatswesen ohne das In
stitut der Familie: beide könnten auf die Dauer nicht existieren. Oder
um die symbolische Vergleichung zu variieren: die Parteien leisten dem
Strome des Fortschrittes, der seine Fluten unaufhörlich zum Ozeane
der Vollendung rollt, denselben Dienst, den die natürliche Terrainfor
mation eines Landstrichs, welche die Bäche einfängt und sie in ein ge
meinsames Bett leitet, einem Flusse erweist. Als eine politisch wir
kende Ursache muß das Volk die Fähigkeit entwickeln, seinen eigenen
Willen auszudrücken und eine Methode zur Geltendmachung dieses
Willens zu entdecken. Nur die Parteien in irgendeiner Form oder Ge
stalt ermöglichen dies allein. Der Unterschied zwischen einem Parla
mente, das in seiner Politik die Kontinuität bewahrt und ununter
brochen, jahraus jahrein, seinenLauf verfolgt, und einer Reihe vereinzel
ter Zusammenkünfte, auf denenReihen getrennter Gegenstände beraten
werden, besteht darin, daß indem einenFalle die Parteien alsVorinstanz
dafür sorgen, daß die Fragen nicht „rein meritorisch“ behandelt wer
den, sondern in Beziehung auf allgemeine Prinzipien und in verbun
denen Gruppen, während in dem zweiten Falle jene Führung mangelt
und die Entscheidungen in keinem Zusammenhänge stehen, von keiner
allgemeinen Idee getragen werden. Folgenreiche Ereignisse müssen mit
kausalen Geschehnissen verknüpft werden, in allen Richtungen sind die
Ideen und Prinzipien anzuwenden. Was deshalb so oft an Parteien be
mängelt wird, daß ihre Mitglieder sie nämlich als Ganzes nehmen müssen
oder überhaupt nicht, mag damit zutreffend begründet werden können,
daß die Partei zu autoritär geworden ist. Wahrscheinlicher ist jedoch,
daß es die Tatsache anzeigt, daß die Partei der folgerichtige und orga
nische Weg für die Anwendung eines Grundsatzes ist und sie daher un
geteilt und nicht stückweise akzeptiert werden will. Das Dasein von
Parteien bürgt dafür, daß ein richtunggebender Strom durch die
menschlichen Angelegenheiten fließt. Man darf die Augen nicht vor
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