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Frühzeit auf Grund historischer Tradition zu bestimmen suchten. Ob
aber die neue Partei eine getrennte Gruppe bleiben wird, hängt nicht
wenig von der Wahlmaschinerie ab. Zum Beispiel würde die Einfüh
rung des Stichwahlsystems oder der Verhältniswahl bei uns die Wähler
schaft in Gruppen spalten und sie der Notwendigkeit entheben, die
Gruppen zu einer geschlossenen Parlamentsmehrheit zu vereinigen.
Diese Aufgabe fiele dann den parlamentarischen Vertretern zu. Wo
aber, wie gegenwärtig in Großbritannien, der Wahlapparat das Grup
penwesen nicht begünstigt und der parlamentarische Brauch akade
mischer und dogmatischer Politik keinen Nährboden bietet, zeigen die
Gruppen die Tendenz, durch Koalition und Anpassung zu verschwin
den. Ein Spaltungs- und Assimilationsprozeß begleitet das Vorrücken
neuer Ideen. Unter der Herrschaft des Gruppensystems bringt eine
neue politische Idee eine neue Gruppe hervor, während die alten
Gruppen zuerst hübsch stationär bleiben. Die neue Gruppe ist isoliert,
ihre Bestrebungen ergreifen nicht die draußen stehenden Massen, aus
genommen durch eine vollständige Bekehrung. Inzwischen verbinden
sich die alten Gruppen zu „Blocks“, um nach altem Schema weiter zu
regieren; langsam und katastrophenartig vollzieht sich dann der Fort
schritt. Noch nachdem alles Leben längst aus ihnen entflohen ist und sie
in andere Formen übergehen müßten, setzen die alten Gruppen ihr
Schattendasein fort. Leicht durchdringen dagegen unter dem Partei
system die neuen Ideen die Masse der aktiven Parteiangehörigen. Die
Partei, die mit dem ganzen Volke in Fühlung bleiben muß, ist für ver
änderte Standpunkte des Volkes viel empfänglicher als die Gruppe,
die nur an eine besondere Schicht oder eine kompakte Strömung von An
schauungen appelliert. Von Grund aus wird die Partei umgestaltet.
Als Assimilationsprodukt und Erzeugnis des konsequenten Wechsels
erscheint, vielleicht unter dem alten Firmenschilde, eine neue Partei.
Auf diese Weise verwirklicht sich der Aufstieg durch einen organischen
Wachstumsprozeß. Die nationale Wohlfahrt zieht hieraus nur Nutzen;
denn eine beständig wechselnde Gruppierung von Minoritäten, die zur
Bildung von Majoritäten ohne anderes gemeinsames Verbindungsband
als zeitweiligen Vorteil oder vorübergehende Notwendigkeit führt, ist
eine der schlimmsten Formen, die Regierungen annehmen können.
Einige Sozialisten befürworten in hellem Widerspruch mit ihren
eigenen Lehren das Gruppensystem, da es zur Freiheit der Wähler bei-