Full text : Sozialismus und Regierung

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IO  Mac  Donald,  Sozialismus

ist  dies  in  einer  gemischten  Gemeinschaft  nicht  der  Fall.  Die  erwähnte
Methode  sichert  der  einheimischen  Rasse  eine  Vertretung  und  macht
ihre  Meinung  zu  einem  Teile  der  öffentlichen  Meinung,  worauf  die  Gesetzgebung ­
  Rücksicht  zu  nehmen  hat;  sie  hindert  aber  die  eingeborene
Rasse  daran,  ein  überwiegender  Wahlfaktor  zu  werden.
Aber  hinter  unseren  Mißerfolgen  und  Irrtümern  steckt  die  Tatsache,
daß  sich  die  Rassen  selten  verstehen.  Sie  verkehren  miteinander  geistig
über  einem  Abgrund  hinweg,  von  dessen  beiden  Seiten  aus  sie  sich
betrachten.  Sie  gleichen  Menschen,  die  sich  in  der  Nacht  begegnen.
Keine  von  ihnen  entdeckt  das  Losungswort  zur  Seele  der  anderen.  Unter ­
  all  den  vielen  Menschen,  die  wir  zur  Ausübung  der  Regierungsfunktionen ­
  ins  Ausland  senden,  befindet  sich  nur  eine  Handvoll,  die  so  viel
Geist  hat,  die  Herzenssprache  des  zu  beherrschenden  Volkes  zu  verstehen. ­
  Manchmal  schreiben  solche  Männer  Bücher,  wie:  Die  Seele  des
Volkes  (The  Soul  of  the  People)  oder:  Die  Reichsregierung  in  Indien
(Imperial  Rule  in  India).  Das  eine  will  uns  von  dem  unüberbrückbaren ­
  Abgrund  der  Geister,  der  uns  von  unseren  abhängigen  Völkerschaften ­
  trennt,  erzählen;  das  andere  soll  uns  zeigen,  wie  fremd  unseren ­
  politischen  Gedanken  und  Einrichtungen  die  Vorstellungen  und  Institutionen ­
  sind,  die  für  unsere  beherrschten  Völker  am  geeignetsten
wären.  So  begehen  wir  Fehler  auf  Fehler  und  sind  darüber  des  Dünkels ­
  voll,  wie  wir  unsere  Lasten  tragen,  während  wir  die  ganze  Zeit  mit
roher  Gewalt  das  Zepter  führen.
Eine  Welt-  oder  imperialistische  Politik,  die  sich  auf  die  Anschauung
stützt,  daß  der  natürliche  Reichtum  der  Tropenländer  der  Welt  zugänglich ­
  sein  müßte,  hat  eine  andere  wichtige  Seite.  Hat  ein  Volk
das  Recht,  sich  in  anderen  Ländern,  besonders  in  jenen,  die  nur  teilweise ­
  besetzt  sind,  anzusiedeln?  Ist  ein  Land  berechtigt,  Einwanderer
auszuschließen,  obgleich  es  seine  Schätze  nicht  vollständig  ausnutzt?
Soll  Japan  z.  B.  aus  Gründen  internationaler  Billigkeit  darauf  bestehen,
daß  die  Westküsten  des  amerikanischen  oder  australischen  Kontinentes
seine  Angehörigen  aufnehmen  müßten?  Soll  Australien,  dessen  Hilfsquellen ­
  wegen  mangelnder  Arbeitskräfte  eingestandenermaßen  nicht  so
Verwertet  werden,  wie  sie  es  sollten,  in  seiner  Weigerung,  dem  Strom  gelber ­
  oder  weißer  Einwanderer  die  Grenzen  zu  öffnen,  unterstützt  werden?
Wenn  die  Ausschließungspolitik  adoptiert  wird,  so  hat  sie  gewöhnlich ­
  eine  ökonomische  Bedeutung.  Die  Politik  der  Weißen  Australiens
            
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