Full text : Sozialismus und Regierung

Schmelzung  ein  Fiasko  ergeben.  Man  braucht  die  bedauerlichen  Vorurteile ­
  nicht  zu  kultivieren,  die  heute  so  viel  zur  Untergrabung  der  östlichen ­
  und  westlichen  Zivilisation  beitragen,  und  kann  trotzdem  der
Ansicht  sein,  daß  die  Integrität  des  Blutes  bewahrt  werden  sollte.  Ein
guter  Bastard  kann  einer  Verbindung  von  Rassen,  die  auf  eine  sehr  disparate ­
  Ahnenschaft  zurückblicken,  nicht  entsprießen.  Wohl  kann  eine
Überfülle  persönlicher  Zärtlichkeit  in  der  Vermählung  vorhanden  sein
und  reiches  Familienglück  hieraus  erblühen,  wenn  sie  zwischen  Menschen
stattfindet,  aber  der  Nachwuchs  muß  unglücklich  ausfallen.  Es  überschritte ­
  das  Ziel  dieses  Buches,  das  komplizierte  Problem  der  sozialen
Vererbung  in  Beziehung  auf  den  Fortschritt  zu  erörtern  oder  die  Kräfte
zu  untersuchen,  die  das  Werden  kräftiger  Rassen  begünstigen.  Als  Axiom
mag  aber  gelten,  daß  Blutmischung  die  Stärke  erhöht.  Nur  dürfen
die  sich  vermengenden  Rassen  ihrer  Geschichte  und  ihrem  Ursprung
nach  nicht  allzusehr  verschieden  sein;  denn  der  Erfolg  der  Bastardierung ­
  steht  in  einem  umgekehrten  Verhältnis  zu  der  Unterschiedenheit
der  gekreuzten  Rassen 1 .  Der  Däne,  der  Skandinavier,  der  Norddeutsche, ­
  der  Kelte,  sie  alle  halfen  bei  der  Bildung  des  britischen  Stockes;
sie  wuchsen  unter  ähnlichen  geographischen  Bedingungen  auf,  und  insofern ­
  als  die  Umgebung  zu  ihrem  Charakter  beitrug,  waren  ihre  Unterschiede ­
  nur  solche,  wie  sie  bei  einem  Volke  herrschen  würden,  das  ein
ziemlich  ausgedehntes,  voller  Abwechslungen  reiches  Gebiet  bewohnte.
Ihre  Vermischung  bereicherte  deshalb  den  Typus,  sie  kopulierte  keine
heterogenen  Elemente.  Ihre  Abweichungen  waren  ineinanderklingende
Harmonien,  keine  disharmonischen  Töne.
Eine  Verbindung  des  Ostens  und  Westens,  der  heißen  und  gemäßigten ­
  Zone,  wird  aber  nicht  dasselbe  Resultat  ergeben.  Wie  sich  das  öl  zu
Wasser  verhält,  so  verhält  sich  die  soziale  Vererbung  des  Weißen  zu  der
des  Eingeborenen.  Der  gemeinsame  Abkömmling  gleicht  oft  einem  in
sich  zerklüfteten,  gespaltenen  Menschen;  mehr  als  jeden  anderen  trifft
ihn  das  unselige  Geschick,  auf  unsicheren,  auf  „Tonfüßen“  zu  stehen,  die
ihn  nicht  weiter  tragen  wollen,  und  mit  Augen  beschenkt  zu  sein,  in  denen
die  Vision  aufleuchtet,  der  die  Menschen  unwillkürlich  entgegengehen.
Die  biologischen  Bedenken  gegen  die  Vermischung  so  unterschiedener ­
  Rassen  werden  durch  Rassenvorurteile,  die  nicht  in  der  Physio-1
  Siehe  Thomson:  Heredity,  p.  387.  Es  sollte  auch  beachtet  werden,  daß  die
Vermengung  fremden  Blutes  mit  Negerblut  nur  bei  den  arabischen  Negern  des
Sudans  und  von  Zentralafrika  günstige  Resultate  ergeben  hat.
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