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zweifelhaften Wert. In Amerika, wo von io Millionen Farbigen mindestens
3 Millionen ersichtlich Mulatten sind, ist die Vermischung kein
greifbarer Segen gewesen. Wenn es auch richtig ist, daß einige der größten
Führer der Farbigen, wie Frederick Douglas, Booker T. Washington,
Dr. Du Bois, das Blut von Weißen in sich hatten, so war auf der anderen
Seite Paul Lawrence Dunbar ein unverfälschter Neger.
Der Bastard bleibt stets der unglückliche Herd von widerstreitenden
Moralempfindungen und Impulsen der Rassen, der schwankende Bürger,
der durch außergewöhnliche Mitglieder seiner Rasse wohl Ehrentitel
erhält, aber durch diese Auszeichnungen sein Unglück desto tiefer
empfindet L Ein Staat wie die nordamerikanische Union, die das Blut
einer fremden Rasse in großen Strömen in sich aufnimmt, hat sich
durch einen langen Prozeß von den moralwidrigen Maßnahmen und
staatsbürgerlichen Unsicherheiten zu läutern, die ewige Schatten ihrer
Geschichte bilden.
Es mag sein, daß eine Mulattenbevölkerung vom industriellen Standpunkt
aus als Verbindungsglied zwischen den Funktionen, die die Weißen
und Eingeborenen erfüllen, gute Dienste leisten könnte; aber dies
rechtfertigt doch kaum, daß man die Rassenvermischung willkommen
heißt.
Erziehung und Regierung sind der wirklichen Vermischung verwandt,
denn sie bringen den Geist und das soziale Vermächtnis der beiden
Rassen in Berührung. Trotz des Stolzes, mit dem uns unser Tun erund
das Interesse, das jetzt für Mendels Untersuchungen bekundet wird, hervorgerufen
haben. Im günstigsten Falle ist Sir Sydney Oliviers Lehre eine Variation
des preisgegebenen Galtonschen Gesetzes, über das sich Professor Bateson wie
folgt geäußert hat: „Es steht ziemlich fest, daß es in der Vererbung keine große
Gruppe von Tatsachen gibt, auf die Galtons System oder irgendeine Modifikation
hiervon ausschließlich angewandt werden kann". (Mendel, Principles of
Heredity, p. 56). Könnten wir mit dem Menschen wie mit den Hunden experimentieren
und alle nicht wünschenswerten Rückschläge und Kombinationen
vernichten, so könnten die Wirkungen der Kreuzung zwischen der weißen und
schwarzen Rasse hoffnungsvoll sein. Doch dies vermögen wir nicht. Selbst die
Segregation ist unmöglich, wenn wir es mit Menschen zu tun haben, so daß es
ein müßiger Gedanke ist, durch Verbindung von Weißen und Schwarzen einen
neuen konstanten Typus hervorbringen zu wollen, ausgenommen vielleicht nach
Ablauf von Jahrhunderten, wenn die langsamen, unsteten und ungewissen Operationen
der natürlichen Auslese gewisse Elemente ausgerodet und andere fixiert
haben können. 1 Siehe Du Bois: The Souls of Black Folk, eines der ergreifendsten
Bücher, die je geschrieben worden sind. Ein Satz aus dem „The Afterthought'
lautet: „Laßt Wahrheit in die Ohren eines schuldigen Volkes klingen, und
70 Millionen seufzen in diesen schrecklichen Tagen, wo die menschliche Brüderlichkeit
ein Hohn und eine Schlinge ist, nach der Gerechtigkeit, die die Nationen
erhöht."