weil die bürgerlichen Klassen den Feudalismus in seiner beherrschen
den Stellung im Staatsleben abgelöst haben oder weil sich die Ver
wirklichung der vollen Demokratie eine Zeitlang verzögerte, weil die
Ausübung des Wahlrechts an eine bestimmte Höhe des Besitzes ge
bunden war, noch den Ausschluß der Frauen vom Parlamentswahl
recht einfach dadurch erklären, daß der Mann ein Tyrann seiner weib
lichen Gefährtin sei. Niemals wird solch ein kultivierter Geist ferner
davon träumen, daß politische Argumente, die in den Jugendtagen
des Liberalismus und im kräftigen Mannesalter der Whigs im Kurse
standen, die Umstände und Zusammenhänge überleben können, die
ihnen Geltung verliehen. Die Zeit naht, wo der individuelle und kol
lektive Wohlstand der Gemeinschaft nur von einem Staate gefördert
werden kann, in dem all und jeder an der Schaffung der gesetzgeben
den und vollziehenden Tätigkeit interessiert ist. Dann kann keine
noch so fortgeschrittene Klasse die ganze Gemeinschaft vertreten und
können keinem noch so unentbehrlichen Interessenkreis alle Regie
rungsaufgaben anvertraut werden. Vielmehr müssen dann die Er
fahrungen aller durch den Staat zum Ausdruck kommen: der Reichen
und Armen, der Besitzenden und der Besitzlosen. Dem Staate die
soziale Erfahrung aller Erwachsenen dienstbar zu machen, die nicht
aus stichhaltigen Gründen ihre Wahlfähigkeit verwirkt haben, sollte
das politische Ziel des Sozialismus sein. Auf die Erfahrung der nichts
tuenden Klassen und Interessengruppen, der antisozialen Schichten,
die von der Gesellschaft leben, ohne ihr irgendwelchen Dienst zu
leisten, aller jener, die Staat und Gesellschaft Gewalt angetan, Be
stechungen angeboten und empfangen oder abscheuliche Verbrechen
begangen haben, wird in der Theorie gern verzichtet. Praktisch ist
aber das Sichten der Spreu von dem Weizen, das Sondern zwischen
dem, was sozial ist und was nicht, so mühsam und bedenklich und
von so vielen Umständen abhängig, die meistens nicht bestimmter sind
als die dem Urteil und selbst der Vermutung unterworfenen Sachen,
daß solche Versuche — ausgenommen in Kriminalangelegenheiten, wo
die Tatsachen eine klare Sprache reden — lieber ganz unterbleiben
sollten. Den Staat gegen die Gefahr dieser parasitären Interessen zu
schützen, wäre alles, was uns in der Praxis zu tun übrigbliebe. Um
dies zu erreichen, müssen hinsichtlich der Einflüsse der Finanzwelt
und anderer Mächte, die bei Wahlen geltend gemacht werden können,
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