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Eubiose
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Euphorbium
reine Eisessig. Die Bestimmung des spez. Gew.
bietet sonach keinen sicheren Anhalt für die
Säuremenge. Die E. des D. A. B. und des Han
dels ist meist nur 96—99prozentig. Um sie völlig
wasserfrei zu erhalten, setzt man sie einer Tempe
ratur von o° aus, dreht die Flasche um und läßt
bei o—4 0 mehrere Stunden lang abtropfen. Eine
mindestens pgprozentige E. löst reines Zitronenöl
klar auf. — Neben dem Eisessig findet sich im
Handel noch eine reine verdünnte E. mit 35 bis
50 % Säuregehalt sowie die 3oproz. des Arznei
buches. Reine E. muß beim Erwärmen völlig
flüchtig sein, darf kein Arsen, Blei, Kupfer und
Zink, sowie Salzsäure, Schwefelsäure, schweflige
Säure und Ameisensäure enthalten und muß vor
allem auch frei sein von Azeton und empyrheuma-
tischen Stoffen. Außer der chemisch reinen
E. (Acidum aceticum purissimum), welcher auch
die Arzneibuchware entspricht, fährt man noch
gereinigte E. (purum) und rohe oder tech
nische E. (crudpm). Die reine konz. E. findet
zu pharmazeutischen Zwecken nur selten Ver
wendung, ist aber unentbehrlich als Lösungsmittel
und zur Darstellung wissenschaftlicher Präparate.
Die verdünnte E. dient als Ausgangsmaterial der
essigsauren Salze. Wenn im Handverkaufe E, zu
Arzneizwecken verlangt wird, ist die verdünnte
Säure abzugeben. Die Aufbewahrung erfolgt in
kühlen Räumen, der Versand in Glasballonen,
die beim Eisessig mit Glasstopfen versehen sein
müssen.
Eubiose, ein durch Kohlensäure an Stelle von
Glyzerin haltbar gemachtes Nährpräparat aus
Blut, welches dem Hämatogen ähnlich ist.
Eudont, eine gegen Zahnschmerz angepriesene
Dresdner Spezialität, besteht aus zwei Fläsch
chen, von denen das erste eine alkoholische
Lösung von Nelkenöl, KarApfer und Chloroform,
das andere ein Gemisch von Jodtinktur, Glyze
rin und Opiumtinktur enthält. Der Verkauf des
Mittels für Heilzwecke ist den Apotheken Vor
behalten.
Eugenol (lat. Eugenolum), der wichtigste Be
standteil des Nelkenöls (s, d.), welches bis über
90% E. enthält, ist in chemischer Hinsicht als
Phenol aufzufassen, in welches eine Oxymethyl-
und eine Allylgruppe eingetreten sind, und steht
in naher Beziehung zum Vanillin, in das es
durch einfache Oxydation übergeführt werden
kann. Zur Darstellung des E. wird das Nelkenöl
mit Natronlauge geschüttelt, die Lösung mit Salz
säure zersetzt, und das reine E. im Kohlensäure
strome abdestilliert. Es erscheint im frischen
Zustande als eine schwach gelbliche, stark licht
brechende Flüssigkeit vom Geruch und Ge
schmack des Nelkenöls, die sich am Lichte all
mählich braun färbt, und ist in Wasser unlöslich,
leicht löslich hingegen in Alkohol, Äther, Chloro
form, Eisessig und Kalilauge. Das spez. Gew.
liegt bei i —1,074 (iS 0 ), der Siedepunkt bei 252 0 .
Die alkoholische Lösung wird durch verdünntes
Eisenchlorid blau, durch konzentriertes grün
gefärbt. E. wird in Form des Nelkenöls als
lokales Anästhetikum bei Zahnschmerzen, ferner
zu Einreibungen und innerlich gegen Magen
leiden verordnet. Der Technik dient es als
Material zur Vanillin- (s. d.) Synthese, derWissen-
schaft zur Aufhellung mikroskopischer Präpa
rate. Von den Verbindungen des E. findet das
Benzoat, das E. azetamid und das E. kar-
binolnatrium medizinische Anwendung.
Eukalyptusblätter (lat. Folia eucalypti, frz.
Feuilles d’eucalypte, engl. Eucalyptus leaves)
sind die Blätter des stattlichen Fieberbaumes,
Gum tree (Eucalyptus globulus), der, ursprüng
lich in Australien heimisch, wegen seines raschen
Wachstums in Algier und Italien zur Trocken
legung sumpfiger Fiebergegenden angepflanzt
wird. Die bis 20 cm langen, sichelförmigen oder
eiförmig zugespitzten, lederigen Blätter, die früher
irrtümlich als Fiebermittel angesehen wurden,
dienen zur Darstellung ihres ätherischen Öls, des
Eukalyptusöls (s. d.).
Eukalyptusöl (lat. Oleum eucalypti, frz.Essence
d’eucalypte, engl. Eucalyptus oil), das ätherische
Öl einiger Eukalyptusarten, namentlich von Eu
calyptus Globulus, wird durch Dampf destilla-
tion gewonnen und durch nachherige Rektifika
tion über Kalk oder Natronlauge von husten
reizenden Beimengungen befreit. Es bildet eine
dünne, farblose, blaßgrünliche oder blaßgelbe
Flüssigkeit von aromatischem, schwach an Kamp
fer erinnerndem Geruch, geringer Rechtsdrehung
und einem spez. Gew. von 0,910—0,930. Reines
E. besteht zu 60—80% aus Eukalyptol, wel
ches mit Zineol (s. d.) identisch ist, und enthält
daneben noch geringe Mengen Rechts-Pinen
sowie möglicherweise etwas Kamphen und Fen-
chen. In dem Rohöle finden sich die zum Husten
reizenden Aldehyde der Buttersäure, Kapronsäure
und Baldriansäure. Eine andere Sorte von Eu
calyptus amygdalina unterscheidet sich von
der vorstehenden durch ihre Linksdrehung, die
auf einem Gehalt an Pheliandren beruht. E.
wird technisch als Lösungsmittel für Plarze zur
Herstellung von Lacken empfohlen und bildet
das Ausgangsmaterial zur Darstellung des Euka-
lyptols {s. Zineol), welches in der Medizin zum
Einatmen gegen Influenza und äußerlich zu
Salben und Einreibungen benutzt wird.
Eukasin, ein neues, wasserlösliches Kräftigungs
mittel für Rekonvaleszenten, wird durch Behand
lung von trockenem Kasein mit Ammoniakgas
dargestellt und besteht demnach aus Kasein
ammonium.
Euphorbium fEuphorbiumharz, lat. Resina
seu Gummi euphorbium, frz. Euphorbe, engl-
Gum euphorbium), ein Gummiharz, besteht aus
dem eingetrockneten Milchsaft einiger Wolfs
milchgewächse heißer Länder, besonders Eu-
phorbia resinifera, Nordafrikas und der kana
rischen Inseln, wo sie in trockenen, sandigen
Gegenden wild wachsen. Der freiwillig oder
aus künstlichen Einschnitten austretende Saft
bleibt, größtenteils von den Stacheln gehalten,
hängen und trocknet zu innen meist hohlen, un
regelmäßig rundlichen Tränen von Erbsen- bis
Haselnußgröße ein, die entweder noch darin
steckende Stacheln öder von ihnen verursachte
Löcher zeigen und Reste von Holz, Früchten
und Blütenständen umschließen. Zur Entfernung
der Verunreinigungen werden die äußerlich be
stäubten, gelb bis braungelblichen und sprödenKör-
ner unter besonderer Vorsicht gepulvert, weil
der Staub Augen und Luftwege stark reizt. Die
geruchlose; aber äußerst scharf und brennend
schmeckende Droge ist in Eisessig völlig, in
Alkohol und Alkoholäther nur teilweise löslich,