Feldkümmel
117
Fenchelöl
geführten F. werden, abgesehen von unbedeutender
medizinischer Verwendung, als Dessertfrucht
und zur Herstellung eines Kaffee-Ersatzmittels,
des sog. Feigenkaffees, benutzt. Sie
halten sich nur. etwa ein Jahr, unterliegen dem
Schimmel, den Milben und dem Insektenfraß
and gehen überdies leicht in Gärung über.
Feldkümmel (Quendel, wilder Thymian,
Leldquendel, Feldthymian,, lat. Herba ser-Pylli,
frz. Serpolet, engl. Mother of thyme), die
a n trockenen Anhöhen, Wald- und Feldrändern
'häufig wachsende, kleine strauchartige Pflanze
(Thymus Serpyllum) mit halb kriechendem,
rötlichem, vierkantigem, schwach behaartem
Stengel, ovalen Blättchen und quirlständigen
rosenroten Lippenblüten, besitzt einen angenehm
aromatischen Geruch und bitterlich zusammenziehenden
Geschmack und wird im Sommer
gesammelt und getrocknet. Das unter gutem
Verschluß aufzubewahrende Kraut dient zu
Kräuterkissen und in Form von Abkochungen
zu stärkenden Bädern und zu Tees. Durch Destillation
mit Wasser erhält man etwa 0,15 bis
°,6 P/o eines farblosen bis goldgelben ätherischen
Öles, Oleum Serpylli, den konzentrierten Riechstoff
des Krautes.
• Feldspat (frz. Feldspathe, engl. Feldspar), ein
sehr verbreitetes Mineral, das sowohl einen
regelmäßigen Bestandteil wichtiger Massengesteine:
Granit, Syenit, Porphyr, Gneiß, Trachyt
bildet, als auch selbständig in größeren
Lagern auftritt, besteht im wesentlichen aus
Alkali- oder Kalktonerdesilikat. Die verschiedenen
Arten der Feldspate unterscheidet man
nach der Kristallform in zwei Gruppen, die monoklinen
und triklinen F. und rechnet zu
den ersteren den Kalifcldspat oder Orthoklas,
zu den letzteren den Natronfeldspat
°der Albit und den Kalkfeldspat oder Anorthit
sowie die isomorphen Mischungen beider,
d'e Natronkalkfeldspate. Alle triklinen F. werden
als PI agioklase bezeichnet. Von den Aburten
des Orthoklases wird die am reinsten
kristallisierende, der Adular, weicher in Form
"asserheller, häufiger gefärbter Massen auftr
Ut, als Schmuckstein verwandt. Er zeigt Glasglanz,
auf Spaltflächen Perlmutterglanz, bisweilen
auch in geschliffenem Zustande einen
't'gentümlichen, in Farben spielenden Licht-Sc
himmer und kommt unter verschiedenen Na-Uten:
Mondstein, Sonnenstein, Fischauge
“der Wasseropal in den Handel. Dem Orthoklas
verwandt ist ein trikliner F. (Mikroklin),
. cr grüne Amazonen stein aus Sibirien, der
,? Katharinenburg verarbeitet wird. Die grüne
, ar be beruht nicht, wie man früher annahm, auf
e >Uem Kupfergehalt und geht beim Glühen ver-,°**
e n. Eine prachtvolle Abart des Natronkalk-Jldspates,
der Labradorit (Labrador), der
‘(JK den Spaltflächen sehr schöne Irisfarben
UMau, Grün, Kupferrot) zeigt und auf der Pauls-Itl!
se l sowie der benachbarten Labradorküste
großen Massen gewonnen wird
dient zur
er stellung von Schmucksteinen, Tischplatten
dgl. Die weniger schön kristallisierenden
Dchten F. finden ausgedehnte Anwendung zur
, erstellung des . Porzellans,, ferner von leicht
HU!— -■■•••
Au
Ss igen Glasuren und von Emails. Auch als
s gangsmaterial der Porzellanerde, des Kaolins
(s. d.), welcher ein natürliches Verwitlerungsprödukt
des Feldspats ist, beansprucht er
ebenfalls die größte Beachtung. F. wird in
großen Mengen- von Finnland und Schweden,
ja selbst aus Grönland für Porzellanfabrikatiöü
eingeführt.
Felle, dieHäute verschiedener Säugetiere, z. B.
der Bären, Fischotter, Katzen, Marder, Ziegeri,
haben insofern für den Drogenhandel ein gewisses
Interesse, als die Haare das Material für
Pinsel und Bürsten geben. Katzenfelle werden
auch vielfach gegen Rheumatismus verwendet,
indem man die schmerzenden Stellen damit
bedeckt.
Fenchel (lat. Fructus foeniculi, frz. Fruits de
fenouil, engl. Fennel fruit), eine bekannte würzhafte
Doldenpflanze, Foeniculum officD
nale, wächst in Südeuröpa wild und wird bei
uns vielfach in Gemüsegärten, zum Teil auch im
großen als Feldfrucht angebaut. Namentlich in
Thüringen, Württemberg, Böhmen, Mähren, Galizien
und Polen finden sich ausgedehnte Fenchelfelder.
Die Wurzel treibt im zweiten Jahre,
oder auch wohl noch öfter wieder, so daß nicht
jedes Jahr gesät zu werden braucht. Die ganze
Pflanze enthält medizinisch verwertbare Stoffe,
doch werden Kraut und Wurzel mehr nebensächlich,
als Hausmittel, gebraucht, während als
Handelsware allein die gehaltreicheren Teile,
die Früchte, in Frage kommen. Die länglichen,
gerippten und zwischen den Rippen mit je einer
dunklen Ölstrieme versehenen Früchte, deren
Größe und Färbung wechselt, enthalten als charakteristischen
Bestandteil das Fenchelöl (s. d.)
oder vielmehr das im letzteren enthaltene
An et hol. Die Haupthandelssorte bildet der
sogenannte sächsische Fenchel, der in der
Gegend von Lützen und Weißenfels in großer
Menge gebaut wird und dessen größere, lebhafter
grüne Körner Kammfenchel genannt werden.
Nächst diesem spielen der Thüringer, der
mährische und galizische F. die Hauptrolle.
Außerdem findet sich im Drogenhandel noch
der sog. römische oder italienische F., der
viel größer im Kern, schön grünlich und weit
aromatischer, von einer anderen Art, Foeniculum
dulce, stammt, die nur einjährig ist
und in Südeuropa gebaut wird. Seit einiger
Zeit kommt auch ostindischer F. in den Handel,
der jedoch noch weniger gut ist als der
ebenfalls zuweilen angebotene levantinische'.
F. in Pulverform dient zur Herstellung von Abkochungen
und Aufgüssen, die- als offizineile
Arznei- und Hausmittel Anwendung finden:
Ganzer F. dient mehr als bloßes Gewürz.
Fenchelöl (lat. Oleum foeniculi, frz. Essence
de fenouil, engl. Fennel-oil), das durch Wasserdampfdestillation
gewonnene ätherische Öl, stellt
eine farblose oder gelbliche, nach Fenchel
riechende Flüssigkeit dar, welche ein spez. Gew.
von 0,965—0,977 und eine Drehung von -j-12
bis —)— 24 0 besitzt. Es löst sich in 0,5-—1 Vol.
900/oigen und in 6—8 Vol. 8o<y 0 igen Alkohols:
In der Kälte erstarrt es zu einer kristallinischen
Masse, die je nach der Güte des Öls erst bei
-(-5 0 oder höherer Temperatur wieder geschmolzen
ist. Das Erstarren hängt mit dem
Gehalt an Anethol zusammen, von dem gute
öle etwa 50—6oo/ 0 enthalten. Je höher die
ieapjaiwiiiiBrirr