Feroniaemmmi
118
Fette
Schmelztemperatur, desto anetholreicher ist das
Öl. Von weiteren Bestandteilen sind zu nennen
das bitter schmeckende, mit Kampfer isomere
Fenchon, feiner R e c h t s-P inen, Kamphen,
Phellandren und Dipenten, Sächsischer
Fenchel liefert 4,4 bis S,S %, galizischer
4—6 0/0, mährischer 4 0/0 und rumänischer 4 6 0/0
öl. Eine geringwertige Sorte, das Fenchelspreuöl,
erhält man aus Fenchelspreu. F.
wird in der Likörfabrikation und Nahrungsmittelindustrie,
als Geschmackskorrigens und in der
Seifenfabrikation als Parfüm verwandt.
Fcroniagummi (ostindisches Gummi), eine
aus Ostindien kommende und dort sowie in
England viel gebrauchte Gummisorte von der
zu den Aurantieen gehörenden Feron'a elephantum,
unterscheidet sich vom gewöhnlichen
arabischen Gummi durch die Größe der natürlichen
Stücke, die bis zu 7 cm Durchmesser
haben, und durch lebhaften Glasglanz, doch
findet man auch einzelne trübe, wenig glänzende
Stücke darunter. Obschon F. ebenso wie
das arabische Gummi aus Arabin besteht, so ist
doch seine Lösung rechtsdrehend, während diejenige
des arabischen Gummis die Ebene des
polarisierten Lichtes nach links dreht,
Ferozepore, eine der verschiedenen, im ostindischen
Handel vorkommenden, nach der
gleichnamigen S.adt benannten Rapssorten, wird
ebenso wie die übrigen Sorten, z. B. Kalkutta,
Dhera Ropa, schwarze und weiße Gingellysaat,
in bedeutenden Mengen nach England
versandt und dort zur Ölgewinnung benutzt.
Ferratin, ein durch Behandlung von Hühnereiweiß
mit weinsaurem Kaliumeissn dargestelltes
Eisenpräparat, findet bei Bleichsucht und
Blutarmut Anwendung. Seine Lösung in Glyzerin
und Alkohol führt den Namen Ferratose.
Ferromangan (Manganeisen), ein sehr manganreiches
Roheisen, wird in großen Mengen
zum Bessemern als Ersatz für Spiegeleisen dargestellt,
indem man den geringen Mangangehalt
des Roheisens durch Zusatz von Manganerzen
beim Ausschmelzen vermehrt. Hierbei muß man
einen sehr basischen, d. h. kalkreichen Zuschlag
an wenden, weil sonst der größte Te 1 des Mangans
in d e Schlacke geht, indem sich Manganoxydulsilikat
bildet, das durch die Kohle nicht
mehr reduziert wird. Der stärker basische Kalk
verhindert aber das Eintreten des Manganoxyduls
in die Schlacke. Das F., das bis zu 80 P/o
Mangan und 6% Kohlenstoff enthält, besitzt
ebenso wie der daraus bereitete Manganstahl
eine sehr bedeutende, Härte.
Ferrum ist das in der Pharmazie gebräuchliche
Wort für Eisen, auf Preislisten der Drogisten
findet man folgende bekannteren Eisenpräparate:
F. aceticum, Eisenazetat (trocken
und in Lösung); F. bromatum und jodatum,
Eisenbromid und -jodid; F, carbonicum, koh r
lensaures Eisenoxydul; F. chloratum, Eisenchlorür;
F. sesquichloratum, Eisenchlorid; F.
citricum, zitronsaures Eisenoxyd; F. hydricum
oder oxyda'.um hydratum, Eisenoxydhydrat; F.
lacticum, milchsaures Eisenoxydul; F. malicum,
äpfelsaures Eisen; F. phosphoricum oxydulatum,
phosphorsaures Eisenoxydul; F. sulfuratum,
Schwefcleisen; F. sulfuricum oxydulatum, schwefelsaures
Eisenoxydul, Eisenvitriol; F. tannicum,
gerbsaures Eisenoxyd; F. tartaricum, weinsaures
Eisenoxyd; F. valerianicum, baldriansaures
Eisenoxyd u. a. m.
Fersan, ein phosphor- und eisenhaltiges Eiweißpräparat,
das aus defibriniertem Rinderblut
mit Salzsäure dargestellt wird und in Form
eines rotbraunen Pulvers als Nähr- und Kräftigungsmittel
Anwendung findet.
Fette sind in rein chemischer Hinsicht Verbindungen
des Glyzerins mit Fettsäuren (Glyzerinester),
und zwar hauptsächlich mit drei
Molekülen von Fettsäuren (Triglyzeride). An
ihrem Aufbau beteiligen sich sowohl gesättigte
Fettsäuren der Stearinsäurereihe (Stearin, Palmitin,
Butyrin), als auch ungesättigte Säurender
Ölsäure- (Olein), der Linolsäure-'und verwandter
Reihen. Die natürlichen Fette bestehen aus gemischten
Glyzeriden verschiedener Fettsäuren,
neben denen meist noch geringe Mengen anderer
Stoffe: Cholesterin, Phytosterin, Lezithin,
zugegen sind. Sie finden sich sowohl im Tierreiche
(Milch, Körperfett) als im Pflanzenreiche,
besonders den Früchten und Samen, und werden
für Ernährungszwecke und technische Verwendung
durch Ausschmelzen, Auspressen oder
Extraktion mit Lösungsmitteln (Äther, Benzin,
Chlorkohlenstoff) im großen Maßsabe hergestellt.
Allen Fetten gemeinsam ist die Eigenschaft,
daß sie auf Papier einen durchscheinenden,
beim Erhitzen nicht verschwindenden Fleck
erzeugen,, daß sie in geringster Spur die Rotation
eines auf Wasser geworfenen Kampfer-Stückchens
verhindern und auf VVjisser schwimmen.
Sie lösen sich leicht in Äther, Benzol,
Benzin, Chloroform und Schwefelkohlenstoff,
hingegen nicht in Wasser und, mit wenigen
Ausnahmen, nur sehr schwer in Alkohol. Beim
Erhitzen sind sie nicht unverändert flüchtig,
sondern zersetzen sich bei etwa 300 0 unter Entwicklung
stechend riechender, zu Tränen reizen
der Dämpfe von Akrolein. Durch Behandlung
mit starken Alkalien werden sie in Glyzerin und
fettsaure Salze (Seife) gespalten, die gleiche
Trennung (Verseifung) erfolgt auch bei Einwirkung
von konzentr.erten Säuren oder Druckerhitzung
mit Wasser. Die äußerlichen Unterschiede
der natürlichen Fette werden durch die
Art der in ihnen enthaltenen Fettsäure bedingt
Im allgemeinen sind die an gesättigten Fettsäuren
reichen Fette von fester Konsistenz, und
zwar um so härter, je mehr die hochmolekularen
Säuren (Stearin-, Palmitinsäure) vorherrschen-Daraus
erklärt sich z. B., daß die an Buttersäure
reiche Butter und das viel Kaprin- und
Laurinsäure enthaltende Kokosfett weicher,
streichfähiger ist als der aus Stearin und Palmitin
bestehende Talg. Umgekehrt sind die an
ungesättigten Fettsäuren (Ölsäure, Linolsäure)
reichen Fette weicher und oft flüssig. Die b eI
Zimmertemperatur flüssigen Fette werden in
der Regel als Öle (s.d.), oder bei Abstammung
von Seetieren als Trane (s. d.) bezeichnet. Be>
höherer Temperatur gehen alle Fette in den
flüssigen Zustand über. Zum chemischen Nachweise
fremder Beimengungen bestimmt man
in erster Linie die Menge des zur völligen Späh
tung erforderlichen Alkalis (mgKOH für 1 8
Fett), die sog. Verseifungszahl. Diese Zab»