Fettstifte
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Fichtenharz
liegt für die meisten Fette bei 180—200, für
Butter bei 220—230, für Kokosfett bei 250 und
ermöglicht sonach einen Zusatz von Paraffin,
Zeresin usw., sog. „unverseifbaren Stoffen“, zu
erkennen. Weitere Aufschlüsse auch für die Unterscheidung
der einzelnen Fette untereinander
gewahren die Refraktion, die Jodzahl, die
Hehnerzahl (unlösliche Fettsäuren), die Reiehert-Meissl-Zahl
(flüchtige Fettsäuren) sowie
besondere Reaktionen, die in besonderen
Aufsätzen über die einzelnen Fette besprochen
Werden. Abgesehen von der technischen Verwertung
zur Herstellung von Seife, Schmiermitteln,
Glyzerin usw. finden die Fette als eines
der wichtigsten menschlichen Nahrungsmittel,
dessen Nährwert von 9,3 Kalorien denjenigen
der Stärke und Zuckerarten um das Doppelte
übertrifft, ausgedehnte Anwendung. Der Fettverbrauch
belief sich im Jahre 1907 für Kopf
und Jahr in Deutschland auf 24, kg, von denen
etwa 4 / 6 im Inlande erzeugt wurden (Butter,
Talg, Schmalz), während der Rest ausländischer
Einfuhr (Olivenöl, Kokosfett, Erdnußöl) entstammte.
Die Versuche, den durch die Abschneidung
der Zufuhren bedingten Ausfall
durch Erschließung neuer inländischer Fett-Duellen
(Knochen, Obstkerne, Getreidekeime,
Eetthefe, Abwasserfett) zu beheben, waren nur
von geringem Erfolge. Große Bedeutung gewann
die sog. Fetthärtung, die auf einer Behandlung
mit Wasserstoff bei Gegenwart von
fein verteiltem Nickel beruht und die Überführung
geringwertiger flüssiger Öle und Trane
>n wertvollere feste Fette der Stearinsäurereihe,
sog. gehärtete Öle, ermöglicht.
Fettstifte zum Schreiben auf Glas und Porzellan
bestehen aus einer gefärbten Mischung
von Walrat, Talg und Wachs mit Mennige und
Atzkali.
Feuerlöschmittel. Die zahllosen zur schnellen
Unterdrückung von kleineren Bränden empfohlenen
F. lassen sich nach der Art ihrer Wirkung
im allgemeinen in zwei Gruppen einteilen.
Die zu der ersten gehörenden Feuerloschdosen
oder Löschpatronen sind mit
einer Mischung' von Salpeter, Schwefel und
Kohle gefüllt, die beim Gebrauche schweflige
Saure entwickelt und dadurch das Feuer erstickt.
Auf dem gleichen Gedanken beruhen
nie aus Natriurnbikarbonat bestehenden Mittel
{Blitzfackel, Rapidfackel, Theofackel,
Jgnex, Clou, Protektor, Total), die Kohlensäure
abspalten. Die Glieder der zweiten
Gruppe, die sog. Feuerlöschpulver oder
'granaten, sind ausnahmslos Salzmischungen,
nie in wäßriger Lösung angewandt werden.
Beim Verdampfen des Wassers bleiben die
feuerbeständigen Verbindungen des Kalziums,
der Tonerde und der Kieselsäure, wie Alaun,
c Morkalzium, Wasserglas, als fester Überzug zurück,
der den Luftzutritt und sons t das Weiter-Btennen
verhindert. Die gleichzeitig meist vorhandenen
flüchtigen Salze der Alkalien, wie
Kochsalz, Chlorammonium, Pottasche, Glauber-Sa
te, verdampfen bei der hohen Temperatur,
verbrauchen dabei mehr Wärme als reines
vvasser und kühlen infolgedessen die Brand-°“jekte
stark ab. Solche Salzmischungen werden
meist für kleine Hand- oder Zimmerapparate,
(sog. Extinkteure) angewandt, in
denen durch automatische Einwirkung von Salzsäure
auf Karbonate Kohlensäuredruck entwickelt
und dadurch die Lösung herausgespritzt
wird. Aus der großen Zahl der hierhin gehörenden
Apparate seien nur Minimax, Rapid,
Perkeo angeführt, von denen der letztere noch
einen schaumbildenden Zusatz (Saponin) enthält.
Die Wirkung aller dieser Mittel wird von
ihren Erfindern meist stark übertrieben und ist
jedenfalls für größere Brände recht gering einzuschätzen.
Feuerschwamm und Wundschwamm stammen
von dem auf Bäumen (Birken, Eichen und
fluchen) wachsenden Löcherpilz, Polyporus
seu Fomes fomentarius, der eine Länge von
50 cm und eine Dicke von 10 cm erreicht und
eine flache, nach oben gewölbte Form zeigt.
Man sammelt den Pilz im Herbst, schält ihn
und schneidet ihn in Scheiben, die durch Einweichen
und Klopfen mit hölzernen Hämmern
weich gemacht werden. Die weichsten und
dicksten Stücke verwendet man unter dem
Namen Wund schwamm (Blutschwamm, lat.
Boletus seu Fungus chirurgorum, frz. Agaric de
chöne, engl. Sourgeons Agaric) als blutstillendes
Mittel bei kleinen Wunden. — Der Feuerschwamm
(Zunder, lat. Boletus seu Fungus
igniarius, frz. Agaric de ebene preparü, Aniadou,
engl. German tinder) wird, damit er besser
brennt, mit Salpeterlösung getränkt und dann
getrocknet. Mit dem Namen Ulmer Feuerschwamm
bezeichnet man eine Handelssorte,
die mit Schießpulver präpariert ist. — Bei Verwendung
von Wundschwamm ist darauf zu
achten, daß nicht etwa salpeterhaltiger Feuerschwamm
unterläuft, da sonst leicht Blutvergiftungen
usw. entstehen können.
Fibrin nennt man den Eiweißkörper, der sich
beim Schlagen des Blutes in Form von Fasern
ausscheidet.
Fichtenharz (Gemeines Harz, lat. Resina
pini, frz. Galipot, engl. Ordinary resin) wird
aus dem Stamme verschiedener Nadelhölzer
(Pinus- und Abiesarten) Deutschlands, Rußlands,
der Schweiz und der Vereinigten Staaten
sowie aus dem Stamm der Meerstrandsfichte
im südlichen Frankreich (Galipot) gewonnen,
indem man entweder das aus zufälligen Verletzungen
ausgetretene Scharrharz, oder aus
künstlich erzeugten Wunden und Bohrlöchern
nach dem Grandei- oder Becherverfahren zutage
geförderte Produkt sammelt, oder schließlich
nach neuerem Verfahren das Holz und die
Wurzeln mit Benzol extrahiert. Hierbei geben
Kiefern ein terpentinölhaltiges, Fichten ein davon
völlig freies Harz. Das gemeine Harz (Resina
communis) besitzt die Form unregelmäßiger,
anfangs klebriger, später spröder Stücke,
welche von weißlicher, gelber oder rötlicher
Farbe und meist stark verunreinigt sind. Das
französische F. besteht aus weißgelblichen
Krusten mit Terpentingeruch, das amerikanische
F. aus gelben bis braunen Stücken.
Durch Schmelzen un er Wasserzusatz und nachheriges
Kolleren erhält man das weiße Harz
(Weißes Pech, Resina alba, Pix alba) als eine
trübe, undurchsichtige Masse, während bei längerem
Schmelzen das gelbe Harz (Gelbes