Grütze
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Guano
der aus basisch kohlensaurem Kupfer besteht,
als G. bezeichnet.
Grütze (frz. Gruau, engl. Groat), ein Erzeugnis
aus Gerste, , Hafer oder Buchweizen, in südlicheren
Ländern auch von Hirse, besteht aus
Stückchen von Körnern, die der Größe nach
zwischen Graupen und GrLß einzureihen sind
und durch grobes Schroten erhalten werden.
Guaco (Huacoblätter, lat. Folia guaco, frz.
Feuilles de guaco, engl. Guaco leaves) besteht
aus den Blättern und Stengeln einer Pflanze
Kolumbiens, Micania guaco, die in ihrem
Vaterlande gegen Schlangenbiß, bei uns als
Mittel gegen Cholera und Wasserscheu, benutzt
wird. Unter demselben Namen sind zuweilen
auch die Stengel von Aristolochia cymbifera
in den Handel gekommen.
Guajakharz und -holz. Der Guajakbaum
(Guajacum officinale), ein zur Familie der
den Rutazepn nahe verwandten Zygophyllazeen
gehöriger Baum von den westindischen
Inseln, liefert sowohl ein wertvolles Nutzholz
wie ein medizinisch wichtiges Harz. Das Holz
des Stammes und der Äste enthält in zahlreichen
feinen Kanälen reichliche Mengen (etwa 20 bis
25 0/0) von Harz, das am lebenden Baume zum
Teil freiwillig ausquillt. Das Stammholz, das in
großen, mehrere Zentner schweren Blöcken als
Pockholz, Franzosenholz, Heiligen holz
(lat. Lignum guajaci s. sanctum, frz. Bois de
gayac, engl. Guaiacum wood) in den Handel
kommt, erreicht eine Dicke bis zu 3 dm und ist
eines der schwersten, härtesten und dichtesten
Hölzer, das im WasSer untersinkt und wegen
des unregelmäßigen Verlaufs der P'asern nur
schwie.ig gespalten werden kann. Nach Entfernung
des schmalen weißen oder hellbräunlichen
Splintes erkennt man auf dem harzglänzenden
Querschnitt des dunkelgrünlich braunen oder
schwarzbraunen, zuweilen gelblichen schwarzgestreiften
Holzes mit der Lupe die gefüllten Harzgänge.
Beim Erwärmen und Anzünden verbreitet
das Holz einen angenehmen benzoeartigein Geruch.
Es wird häufig zu Gegenständen, dis eine große
Festigkeit haben sollen, besonders zu Kegelkugeln
Zapfenlagern für Maschinen, Hämmern, Werkzeugstielen,
Preßwalzen psw. verarbeitet. — Die
bei der Bearbeitung abfallenden Späne kommen
mit zu dem geraspelten Guajakholz, das als
Lignum guajaci einen Artikel des Drogenhandels
bildet und teils für sich, häufiger mit
anderen Hölzern vermischt unter der Bezeichnung
Holztee (Species lignorum) als Blutreinigungsmittel
benutzt wird. — Das Guajakharz
(lat. Resina guajaci, frz. Rösine de gayac, engl.
Guaiacum resin) kommt in zwei Sorten zum
'Verkehr, von denen das selbst ausgtflossene in
Tropfen oder Tränen oder in kleinen, rundlichen
Stückchen (in lacrymis) die wertvollere
ist. Das geringwertigere G. in Massen (in massis)
wird gewonnen, indem man die gefällten
Stämme durchbohrt und ihren Harzgehalt durch
1" euer zum Ausfließen bringt, Späne und Astholz
dagegen mit Wasser auskocht. Diese Sorte
ze jgt im Inneren viele kleine Hohlräume und ist
m 't Splittern und Rindenstückchen vermengt.
Das Harz ist braungelb oder grünlich, vom spez.
Gew. 1,230—1,240, sehr hart und spröde, die
beste Sorte auf dem Bruche glasglänzend und
von bitterscharfem, kratzendem Geschmack. Es
löst sich in Äther, gogrädigem Weingeist, Chloroform,
Kreosot, Nelkenöl vollständig, in anderen
ätherischen und fetten Ölen gar nicht oder nur
teilweise. Erhitzt oder auf Kohlen geworfen,
gibt es einen der Benzoe ähnlichen Geruch. Das
gepulverte Harz und dessen frisch bereitete weihgeistige
Lösung besitzen die Eigenschaft, unter
dem Einflüsse der Luft oder anderer oxydierender
Stoffe, gewisser Metallsalze und organischer
Stoffe eine erst grüne, dann prachtvoll blaue
Färbung anzunehmen, die durch reduzierende
Mittel wieder aufgehoben werden. Die Ursache
der Färbung ist eine amorphe, etwa 70 0/0 des
Harzes ausmachende Säure, die Guajakonsäure.
Außerdem sind noch 10% kristallisierbare
Guajakharzsäure vorhanden. Offizineil
wird das Harz teils als Tinktur, teils in Emulsion
innerlich gebraucht. Das meiste Guajakharz
kommt von Jamaika über England in den
Plandel.
Guajakol, der Methyläther des Brenzkatechins,
C g H 4 . OCH 3 . OH, entsteht bei der trockenen
Destillation von Guajakharz und wird fabrikmäßig
aus dem Buchenholzteerkreosot, welches
davon 60—90 % enthält, hergestellt. Es erscheint
im Handel meist als eine farblose, stark lichtbrechende
Flüssigkeit von angenehm aromatischem
Geruch, bildet aber im reinsten Zustande
rhombische, bei 31 0 schmelzende Kristalle, von
denen die Firma Heyden-Radebeul auf der Naturforscherversammlung
in Dresden 1907 prachtvolle
Exemplare ausgestellt hatte. Das spez. Gew.
liegt bei 1,117 US 0 ), der Siedepunkt bei 200 bis
202 0 . G. ist in Wasser schwer, in Äther und
Alkohol leicht löslich und gibt in alkoholischer
Lösung mit sehr wenig Eisenchlorid eine blaue
Färbung, die auf weiteren Zusatz von Eisenchlorid
grün wird. Das reine G. wie das Guajakolkarbonat
werden an Stelle des Kreosots
gegen Tuberkulose verordnet. Die übrigen zahlreichen
Derivate, wie Guajakolibenzoat, Guajakolsalizylat
usw. vereinigen die Wirkung
ihrer einzelnen Bestandteile.
Guano nennt man eine Reihe natürlicher
Düngemittel, welche der Hauptsache nach aus
den seit Jahrtausenden angesammelten Exkrementen
von Seevögeln bestehen und in zahlreichen,
sowohl nach Aussehen wie chemischer
Zusammensetzung verschiedenen Sorten zum
Verkehr gelangen. Die Verschiedenheiten werden
teils durch das Alter der Ablagerungen,
teils das Klima des Fundortes bedingt, ln regenarmen
Gegenden bleiben dem Guano alle wasserlöslichen
Bestandteile erhalten, die an anderen
Orten durch den Regen ausgewaschen und fortgeschwemmt
werden, so daß hier nur die unlöslichen
Mineralstoffe, namentlich Kalkphosphate,
Zurückbleiben. Nach ihrer Zusammensetzung
unterscheidet man stickstoffreiche und, stickstoffarme
Sorten und betrachtet als wichtigsten Vertreter
der ersteren den Peruguano. Dieser
kommt seit der Erschöpfung der reichsten und
wertvollsten, Lager auf den Chinchasinseln Angamos
und Guanapö hai.p.sächlich von den peruanischen
Inseln Pabillon de Pica, Huanillos und
Punta de Lobos, doch sollen auch minderwertige
Vorkommnisse von Bolivia und Chile als
Peru-G. in den Handel gelangen. Der echte