Häute
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Häute
und Fischschuppen. Als durchsichtiger Körper
liefert sie Leim- oder Glaspapier, das zu Durchzeichnungen
und zum Bedrucken mit Bildern
gebraucht wird. Als Glanzstoff wird sie zum
Appretieren von seidenen und anderen feinen
Zeugen und Bändern benutzt. Den stärksten
Verbrauch aber hat sie als Klärmittel für trübe
Biere' und Weine, denen sie im aufgequellten
Zustande beigemischt wird. Die russische Ware
gelangt in den Handel entweder in Ballen von
Jo Pud (i Pud = 16,38 kg) oder in Fässern von
12—14 Pud, in denen sie, in grobe Säcke verpackt,
enthalten ist. Als sog. künstliche H.
kommen Erzeugnisse in den Verkehr, zu deren
Herstellung nicht nur die Blase, sondern auch
Haut, Magen und Därme großer Fische zu einer
Gallerte verkocht und dann zu dünnen Blättern
getrocknet werden. Sie bilden ein geringwertiges
Material für Fischleim.
Häute (frz. Peaux brutes, Cuirs en poil, engl.
Hides) nennt man die äußeren Umkleidungen
tierischer Köfper, und zwar im Handel hauptsächlich
diejenigen aller größeren Tiere, währ
end die kleinerer Tiere Felle genannt werden.
So sagt man Riiiderhaut, Roßhaut, Eselshaut,
dagegen Kalbfell, Hasenfell und Ziegenfell.
Auch werden sämtliche Rauchwaren als Felle
bezeichnet. Unter Häuten versteht man nur
die rohe, unbearbeitete Ware, die fast ausschließlich
zum Gerben bestimmt ist. Gegerbt
beißen sie Leder. Die wichtigsten im Handel
v orkommenden Häute sind Rinder-, Roß- und
Büffelhäute. Mit Ausnahme der kleineren und
schwächeren ostindischen und ähnlicher Sorten
Werden Ochsen- und Kuhhäute überseeischer
Abkunft, die von Herden stammen und großenteils
mit Brandzeichen versehen sind/meist zu
Sohlenleder, die von europäischem, im Stall
a ufgewachsenem Vieh aber auch zu Riemen-JJJJd
Sattlerleder gegerbt. Während die Häute
v on europäischem Vieh meist von den Schlachtern
direkt in die Hände der Gerber übergehen,
bilden die überseeischen Häute (Wildhäute)
einen bedeutenden Handelsartikel, der von allen
Weltteilen nach Europa und den Vereinigten
Staaten eingeführt wird. Die Wildhäute kommen
a nf dreierlei Art zum Versand: 1. trocken.
Hie Trocknung gelingt gut bei scharfer Luft,
fahrend bei wechselndem Tau, Regen und
Sonnenschein nur mit größter Sorgfalt Beschädigungen,
besonders durch Sonnenbrand,
^ctmieden werden können. Trockne Häute sind
bei langer Beförderungsdauer, namentlich aus
beißen Gegenden, in hohem Grade durch Wurmttaß
gefährdet. 2. trocken gesalzen, d. h.
a ach dem Schlachten auf der Fleischseite mit
balz (teilweise auch Salpeter) eingerieben und
bann an der Luft getrocknet. Diese hauptsächf
c h in Brasilien, Madagaskar und Mauritius üb-‘che
Behandlung erhöht das Gewicht nahezu
Un J die Hälfte, aber die Ware erhält sich gut,
JbJd nur etwa vorherrschender Salpeter bewirkt
bi;
steilen Erhitzung oder Fäulnis. 3. grün gegj
2 en, naß gesalzen oder in Kissen gesalzen
e i® rart 'g c H, werden zwischen Salzschichten
^mge Tage aufgestapelt, bis das Blut
und
asser abgelaufen ist, dann mit einigen Kilog
atnm Salz, das auf beiden Seiten anhängen
ei bt, in ein Bündel zusammengefaltet und eingeschnürt.
Solche Häute behalten jahrelang ihre
Frische und Geschmeidigkeit und sind für Sohlleder
ganz besonders geeignet. Das Gewicht
einer grün gesalzenen Haut beträgt fast das
Doppelte einer trockenen, der Wert ist jedoch
ein relativ höherer wegen ihrer Frische und der
Gewißheit, daß sie gut erhalten ist. Die trotzdem
bisweilen vorkommenden Beschädigungen,
wie Schnitte, Löcher, wunde Haarseite und
dergl. sind ohne weiteres erkennbar. Dieser
Art des Salzens bedient man sich meist in den
La-Plata-Staaten und anderen Teilen Südamerikas,
aber auch in Australien und am Kap der
guten Hoffnung. — Von den Exportplätzen
roher Wildhäute nimmt Buenos Aires den ersten
Rang ein, dann folgen Montevideo und Rio
Grande, die Erzeugnisse von nahezu gleicher
Güte liefern, ferner Rio de Janeiro-, Bahia, Pernambuko,
Ceara, Valparaiso, Lima, Para, Callao,
Marakaibo, Kapstadt, Sidney und Melbourne. Bisweilen
werden aber auch, meist durch Futtermangel
oder Seuchen veranlaßt, Massenschlachtungen
in solchen Ländern .vorgenommen, deren
Ausfuhr sonst nicht belangreich ist, so z. B. in
den 60er Jahren in Marokko, später in Tunis
und Algier, neuerdings in China und Arabien.
Nordamerika ist hingegen, wegen seiner rasch
entwickelten Lederindustrie, zu einem Einfuhrlande
geworden, so daß es jetzt auf die Preise
in Europa einen maßgebenden Einfluß ausübt.
Roß häute oder Pferdehäute f nden nur
zu Schuh- oder Stiefeloberleder Verwendung.
Sie gelangen neben den beträchtlichen Erträgnissen
europäischer Abdeckereien und Roßschlächtereien
hauptsächlich aus den La-Plata-Staaten,
in geringeren Mengen auch aus Australien,
Rußland und Nordamerika zur Einfuhr.
Büffelhäute, die hauptsächlich in den Vereinigten
Staaten von Nordamerika, seltener in
England und Deutschland, wie die Ochsen- und
Kuhhäute, zu Sohlenleder gegerbt Werden, sind
billiger, aber auch dicker und schwerer, von
lockerem Gefüge und überhaupt geringerer Güte
als die Rinderhäute. — Ostindische Häute
(Kips — von Kip, eine kleine Rindhaut) sind
von den besprochenen Wildhäuten wesentlich
verschieden. Sie werden, weil schwächer und
geschmeidiger, fast nur zu Oberleder gegerbt,
ersetzen sowohl das schwache Kuhleder wie
das starke Kalbleder und sind auch bei guter
Gerbung von eher noch größerer Dauerhaftigkeit.
Marktstiefel und Schuhe werden meist aus
Kips gefertigt. Die ostindischen Häute entstammen,
der religiösen Vorschrift, kein Tier zu
töten, entsprechend, meist von gefallenem Vieh
und kommen nach äußerlicher Behandlung mit
Salz, Kalk oder Kot über Kalkutta, Bombay,
Madras, Kurrachee und Kochin in den Handel.
Die hauptsächlichsten Sorten, die in Kalkutta
zur Verschiffung gelangen, sind: Northwestern,
Dacca, Hoogly, Kalkutta,. Durbangah, Patna,
Burdwan, Cuttae, Ganjam, Gopaulpore und
Bimlipatam. Neuerdings werden viele der besten
H., besonders Delhi- undLucknow- und anderer
Northwestern-Sorten zum Schutze gegen Vv'urmfraß
mit Arseniklösung zugerichtet, doch ist
dieses Verfahren ziemlich kostspielig, ohne hinreichende
Gewähr zu bieten. Eselshäute aus
Italien, Frankreich und Spanien werden zu