Heidelbeeren
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Herba
als einwandfreies Futter- und Nahrungsmittel
in den Handel gebracht. Die dazu erforderlichen
großen Hefemengen züchtet man durch Aussaat
besonderer Heferassen auf eine Nährlösung aus
Zucker (Melasse) und Ammoniumsulfat, wobei
durch starke Lüftung eine Bildung von Kohlensäure
und Alkohol verhindert wird.
Heidelbeeren (Blaubeeren, Bickbeeren,
Schwarzbeeren, lat. BaCcae myrtillorum,
Fructus myrtilli, frz. Baies de myrtille, engl.
Bil-berries), die Früchte des in höher gelegenen
Wäldern häu.ig wachsenden kleinen Strauches
Vaccinium Myrtillus, bilden nicht nur im
frischen Zustande den Gegenstand eines nicht
unbedeutenden Handels, sondern sind auch getrocknet
Gegenstand des Drogenhandels. Die
Beere enthält neben Zucker und Gummi einen
purpurroten Farbstoff, Äpfelsäure und Zitronensäure
und schmeckt angenehm süßsäuerlich und
etwas zusammenziehend. Getrocknet ist sie
schwarz, runzlig und in der Form kleinen Rosinen
ähnlich, im übrigen aber an Gehalt und
Wirkung unverändert. Die getrockneten Beeren
bilden in Abkochung ein Volksheilmittel gegen
Diarrhöen, als welches sie in Frankreich, Rußland,
Rumänien und der Levante sogar für den
Armeebedarf benutzt und aus Deutschland bezogen
werden. Namentlich das Erzgebirge,
Fichtelgebirge, der Thüringer Wald und der Harz
liefern jährlich bedeutende Mengen H., die in
großen Körben versandt werden. Auch der ausgepreßte
Saft der H. (FI eidelbeersaft) ist ein
Handelsartikel und wird in Frankreich zum
Nachfärben blaßroter Weine, zum Färben von
Likören, nachgemachtem Burgunderessig und
dergleichen viel benu.zt. In Deutschland ist die
Verwendung zum Färben des Weines gesetzlich
verboten. Der vergorene Most kommt als Heidelbeerwein
in den Flandel, der als billiger
Natur wein vielfach gegen Bleichsucht und Blutarmut
benutzt wird. •— Das Heidelbeerkraut
(lat. Herba myrtiili, frz.Feuilles de myrtilli, engl.
B.Iberries leaves) findet in der Naturheilmethode
Anwendung.
Hekto^raphenmasse, eine aus Wasser, Glyzerin
und Geiarine oder Leim bestehende Gallerte,
wird hergestellt, indem man den Leim oder die
Gelatine in der vorgeschriebenen Menge Wasser
löst und darauf das Glyzerin hinzusetzt. Auf
3oo g Leim nimmt man 500 g Wasser und noog
Glyzerin, auf 100 g Gelatine 300 g Wasser und
7oo g Glyzerin.
Hektographentinte besteht aus konz. Auflösungen
von Teerfarbstoffen in Alkohol mit
Zusätzen von Glyzerin oder Gummiarabikum,
z - B. ig Methylviolett, 1 g Alkohol und 8 g
Nasser, oder 1 g Methylviolett, 2 g Nigrosin,
6 g Alkohol, 0,5 g Gummi und 3 g Glyzerin.
Hehnin, C 16 H 20 O 2 , ein in der Alantwurzel
e nthaltener kristallinischer Stoff von bitterem
Geschmack, der sich wenig in Wasser, leicht in
Alkohol und in Äther löst, wird medizinisch als
Mittel gegen Keuchhusten verwandt.
Hehnit, ein auf der Grube Helena in Ropa
Sefundener fossiler Kautschuk.
Heliosöl, ein Nebenprodukt der Paraffindarsiellung
aus Braunkohlenteer, besteht aus hochs
*edenden Kohlenwasserstoffen (230—300 0 C),
hat ein spez. Gew. von 0,847 und wird zum
Brennen in Lampen benutzt.
Heliotrop (Sonnenwendstein) ist ein zum
Quarz gehöriger Halbedelstein von dunkel-,
seladon- oder lauchgrüner Färbung mit eingqstreuten
zinnoberroten undurchsichtigen Punkten.
Je zahlreicher und gleichmäßiger dieselben
sich in der grünen Grundmasse finden, und je
durchsichtiger die letztere ist, desto höher wird
der Stein geschätzt. Man findet ihn in Tirol,
Schottland, Siebenbürgen, der Bucharei, China,
Sibirien und Ostindien und benutzt ihn zuRingund
Broschensteinen, im Orient auch zu größeren
Gegenständen, wie Dolchgriffen, kleinen
Gefäßen u. dgl.
Heliotrop, ein zur Gruppe der Azofarben gehöriger
Teerfarbstoff, ein braunes, in Wasser
mit roter Farbe lösliches Pulver, das Baumwolle
im Seifenbade rotviolett färbt, besteht aus dem
Natronsalze der Dianisidindisazodimethylbetanaphtylaminsulfosäure.
Heliotropessenz (Extrait de Heliotrope), ein
feines, aus dem südlichen Frankreich zu uns
kommendes Parfüm, wird aus den Blüten von
Heliotropium peruvianum durch Mazeration
mit Fett und Behandlung des Fettes mit
feinem Weingeist erhalten. Ebenso wird durch
Mazeration der Blüten in Öl das zum Parfümieren
von Haarölen dienende Heliotropöl
gewonnen. Die H. ist selten echt, hingegen oft
aus Vanillon mit Zusatz anderer Parfüms bereitet.
Helminthochorton, Wurmtang (lat. Muscus
s. Alga Helminthochorton, frz. Mousse de Corse,
engl. Corsican Moss), eine aus dem Mittelmeer
stammende Alge von frisch purpurroter, getrocknet
gelbbrauner Farbe, die als wichtigste
Bestandteile Gallerte, Jod, Brom und Kalk enthält,
wird noch manchmal gegen Würmer im
Handverkauf verlangt.
Hetnlockrinde, die Rinde der in Kanada weitverbreiteten
Schierlingstanne oder Hemlocktanne,
Abies oder Pinus canadensis,
je nach ihrem Alter grau oder grauweiß, gewöhnlich
mit Flechten bedeckt, wird im Juni
gesammelt und vor ihrer Verwendung von der
Oberhaut befreit. Man benutzt sie in Kanada
und den Vereinigten Staaten anstatt der Eichenrinde
zum Gerben. Das damit erhaltene rote
Leder, Hemlockleder, wird schon seit Jahren
in großer Menge in Deutschland eingeführt. Der
zur Sirupdicke eingedampfte wäßrige Auszug,
Hemlockextrakt (amerik. Lohextrakt),
dient in Amerika, neuerdings auch in Europa,
ebenfalls zum Gerben, wird aber nach einem
englischen Patent auch statt des Sumachs zum
Färben und Drucken von Baumwolle, namentlich
mit Zinnsalz als Grundierbeize, benutzt.
Herba ist die in der Drogenkunde gebräuchliche
lateinische Bezeichnung für Kraut. Zahlreiche
offizinelle Kräuter sind wichtige Waren
des Drogenhandels und werden sowohl eingeführt
als auch besonders nach Nordamerika
in großen Mengen ausgeführt. Gangbarere Kräuter
sind: H. abrotani, Eberrautenkraut, H. absinthii,
Wermut, H. aconiti, Eisenhutkraut, H.
althaeae, Eibisch, H. antirrhim s. linariae, gelbes
Löwenmaul, H. anthos s. rorismarini. Rosmarinkraut,
H. aristolochiae, Osterluzei, H. arte-