Object: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Drittes Kapitel. 
Bonderbildungen an den Grenzen des 
Reiches. 
4. 
Ein Blick auf das politische Deutschland des 14. Jahr⸗ 
hunderts, soweit es nicht dem Centrum des Volksgebietes an⸗ 
gehört, zeigt alsbald zwei große Hälften gänzlich verschiedener 
Entwicklung, den Norden und Osten einerseits, den Südwesten 
und Westen andrerseits. 
Im Osten und Norden macht das Volkstum uwerkennbar 
noch Fortschritte, und mindestens befestigt es sich. Wie sehr 
hatte der Südosten durch die Begründung der habsburgischen 
Hausmacht, durch ihre Ausdehnung über Kärnten, Krain und 
die Windische Mark gewonnen! Wie aussichtsreich war noch 
die Zukunft des mitteldeutschen Ostens, wo das den westlichen 
Grenzen des Reiches entstammende Geschlecht der Luxemburger 
jetzt festen Fuß gefaßt und Schlesien zu Böhmen hinzu erwor⸗ 
ben hatte! Und noch winkten der deutschen Einwirkung weitere 
Vorteile bis tief nach Polen hinein, die erst durch den Auf— 
schwung des polnischen Staates seit der zweiten Hälfte des 
14. Jahrhunderts zerstört wurden. Dabei waren die habs— 
burgischen wie die luxemburgischen Territorien durch die 
Stellung ihrer Herrscherhäuser im Reiche noch dem Centrum 
der deutschen Bewegung verbunden.
	        
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