Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Holz

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Holz

Gefäßen  (Tüpfelgefäßen)  und  Tracheiden  aufgebaut ­
  und  enthält  daneben  noch  Parenchym  in
wechselnder  Menge.  Oft  unterscheidet  man  einen
helleren  äußeren,  noch  lebensfähigen  Teil,  den
Splint,  von  dem  darunter  liegenden  dunkleren
Reif  holz  und  dem  inneren  dunkleren  Kernholz, ­
  es  gibt  aber  auch  Bäume,  die  nur  aus
Splintholz  (Weißbuche,  Birke,  Zitterpappel,  Ahorn)
oder  nur  aus  Reifholz  (Birnbaum,  Weißdorn,
Linde,  Fichte,  Tanne)  bestehen.  In  chemischer
Hinsicht  setzt  sich  die  Trockensubstanz  des  Holzes ­
  aus  etwa  i  o/o  Mineralstoffen,  94—95  %  mit
Lignin  (Xylogen)  inkrustierter  Zellulose  und  4  bis
S°/c  anderen  organischen  Stoffen  (Eiweiß,  Färbund
  Gerbstoff,  Harz,  ätherische  Öle)  zusammen.
Der  Wassergehalt  des  frisch  geschlagenen  Holzes
beträgt  etwa  42—57%,  derjenige  des  lufttrockenen ­
  10—20  0/0.  Von  der  Verschiedenartigkeit  der
Zusammensetzung  und  des  Aufbaues  aus  Gefäßen ­
  und  Markstrahlen  hängt  die  Art  der  Verwendung ­
  ab,  die  für  die  einzelnen  Hölzer  in
besonderen  Aufsätzen  besprochen  ist,  Im  allgemeinen ­
  teilt  man  das  Holz  in  die  beiden  Hauptgruppen ­
  Brennholz  und  Nutzholz,  von  denen
das  letztere  wiederum  in  Bau-  oder  Zimmerholz,
Schreiner-,  Drechsler-,  Wagner-,  Böttcher-  und  Maschinenholz ­
  zerfällt.  Je  nach  dem  gedrungeneren
oder  loseren  Aufbau  und  der  davon  abhängenden
Festigkeit  und  Schwere  unterscheidet  man  weiter
harte,  halbharte  und  weiche  Hölzer  und
spricht  schließlich  noch  von  Farbhölzern  und
medizinischen  oder  Arzneihölzern.  Die  Ausnutzung ­
  der  Wälder  erfolgt  jetzt  weit  umsichtiger
als  in  früheren  Zeiten,  und  die  Förster  wählen
aus  den  geschlagenen  Ernten  so  viel  Nutzhölzer
als  möglich  heraus,  während  der  Rest  Brennholz
liefert.  Das  wertvollste  Nutzholz  unter  den  einheimischen ­
  Bäumen  gibt  die  Eiche.  Ihr  Stammholz ­
  (Langholz)  wird  je  nach  Stärke  und
Länge,  nach  Geradwüchsigkeit  im  Äußeren  und
im  Inneren,  d.  h.  danach,  ob  der  Verlauf  der
Fasern  ein  gestreckter  oder  gewundener  ist,
ferner  nach  Gesundheit  und  Fehlerhaftigkeit  in
eine  größere  Anzahl  von  Klassen  eingereiht
und  damit  zu  Schiffbauholz,  Schiffsplanken  und
Bohlen,  Mühlwellen,  Bauholz  oder  Böttcherholz
bestimmt.  Bei  den  stärkeren  Nadelholzstämmen
ist  außer  Länge,  Geradwüchsigkeit  und  Gesundheit ­
  noch  der  Durchmesser  des  oberen  Stammendes ­
  (der  Zopfdurchmesser)  für  den  Wert  mit
entscheidend,  denn  wenn  dieser  zu  schwach  ist,
kann  nicht  die  ganze  angegebene  Länge  ausgenutzt ­
  werden.  Die  besten  Sorten  mit  einer
Länge  von  über  21  m  und  einem  Zopfdurchmesser
  über  s  dm  liefern  Mastbäume,  Segelstangen ­
  und  die  größten  Baustämme,  kleinere
Sorten  Dachsparren  und  schwächere  Balken,
Brunnenröhren  usw.  Besonders  gerade  und
schlichte  Stammpartien  werden  auf  Sägemühlen
zu  Bohlen  und  Riegeln,  Brettern  und  Latten  zerschnitten ­
  oder  für  Siebwaren,  Resonanzböden
und  anderes  Instrumentenholz  gespalten.  Zum
Kleinnutzholz  gehören  das  Stangenholz  für  Wagner, ­
  Hopfenstangen,  Pfähle,  Reifenholz  u.  dgl.
An  Stelle  der  früher  für  Bahnbauten  ausschließlich ­
  benutzten  Eichenholzschwellen,  die  eine
Lebensdauer  von  sieben  Jahren  hatten,  verwendet ­
  man  seit  Erfindung  geeigneter  Imprägnierungsverfahren ­
  meist  andere  Holzarten.

Große  Mengen  von  H.  werden  jetzt  auch  in
den  Holzschleifereien  verbraucht  und  zu  Holz
Stoff  und  Zellulose  für  Papier  sowie  zu  Holzwolle ­
  verarbeitet.  Das  H.  erscheint  im  Handel
teils  in  rohen  Stämmen,  als  Ganzholz,  teils
zersägt  und  gespalten,  als  Spaltholz  und  endlich, ­
  auf  Sägcmühlen  noch  weiter  zum  Gebrauch
vorbereitet,  als  Schnittholz.  Die  gefällten  und
entästeten  Stämme,  welche  das  Ganzholz  bi  den,
sind  zum  Verkauf  entweder  rund  und  roh  be
lassen,  oder  verloren  vierkantig  behauen,  was
nicht  allein  des  leichteren  Austrocknens  halber,
sondern  auch  wegen  der  billigeren  und  bequemeren ­
  Beförderung  geschieht  sowie  namentlich ­
  beim  Flößholz  oft  geschält.  Die  nach  Holland
geflößten  Eichen,  sog.  Holländer,  sind  alle  schon
beschlagen  bzw.  vorgerichtet.  Zum  Ganz-  oder
Rundholz  'gehört  weiter  das  Stangenholz  und
das  Krummholz,  das  in  seiner  natürlichen
Krümmung  zu  Schiffen,  Booten,  Schlitten  und
Radkränzen  Verwendung  findet.  Spaltholz  entsteht ­
  durch  Längsteilung  der  gesägten  Blöcke
mit  der  Axt  und  durch  Keile.  Die  nicht  besser
benutzbaren  Stücke  bilden  das  zum  Brennen  bestimmte ­
  Scheitholz,  die  übrigen  Teile  Nutzholz
für  Böttcher,  Wagner,  Drechsler,  ferner  zu  Span
für  Siebe  und  Schachteln,  und  zu  dem  wichtigen
und  große  Holzmassen  beanspruchenden  Artikel
Zündhölzchen.  Da  beim  Spalten  die  Längsfasern
des  Holzes  nicht  zerschnitten  werden,  sondern
sich  ihrem  wirklichen  Verlaufe  nach  trennen,  hat
dieses  Holz  vor  dem  geschnittenen  den  Vorzug ­
  größerer  Widerstandskraft  und  Zähigkeit.
Schnittholz  liefern  die  Sagemühlen,  die  häufig ­
  in  den  Wäldern  selbst  arbeiten,  wo  sich
irgend  eine  Wasserkraft  darbietet,  sonst  aber
Dampfkraft  oder  Elektrizität  benutzen.  Hier  werden ­
  die  Stämme  entweder  nur  der  Länge  nach
einmal  geteilt  (Llalbholz)  oder  vierkantig  gesägt
und  dann  in  schwächerevierkantige  Prismen  (Riegel, ­
  Pfosten)  oder  in  Bohlen,  Bretter  und  Latten
geschnitten.  Der  Holzhandel  gewinnt  von  Jahr  zu
Jahr  an  Bedeutung  und  sucht  immer  entlegenere
Gegenden  auf,  die  nur,  wenp  irgend  möglich,
einen  Wassertransport  zulassen  müssen.  Hauptcinfuhrland
  ist  England,  das  von  Rußland,  Norwegen, ­
  Schweden,  Preußen  und  Nordamerika
sowie  namentlich  aus  Kanada  große  Holzmassen
bezieht.  Kanada,  Neuschottland  und  die  nördlichen
der  Vereinigten  Staaten,  Ohio,  Michigan,  Pennsylvanien
  führen  s—6  Holzarten,  namentlich
Weymouthskiefer  (Pinus  Strobus),  eine  weiße  und
eine  rote  Eiche  sowie  schwarzen  Walnußbaurn
in  Form  von  fohem  Bauholz  und  Brettern  aus,
die  nicht  nur  in  England,  sondern  auch  in
Westindien,  ja  neuerdings  sogar  in  Italien  und
den  österreichischen  Küstenorten  ihren  Absatz
finden.  —  Schweden  und  Norwegen  haben
ebenfalls  beträchtliche  Holzausfuhr.  Ihre  Waldungen ­
  bestehen  im  Norden  nur  aus  Nadelholz.
Tannen  und  Fichten,  abgesehen  von  der  überall
wachsenden  Birke,  die  für  den  Llandel  von  geringer ­
  Bedeutung  ist.  Tannene  und  fichtene  Masten ­
  und  anderes  Schiffsholz,  Balken,  Bohlen,
Bretter  und  Latten  gelangen  daher  hauptsächlich
zur  Ausfuhr.  Auch  Rußland  hat  verhältnismäßig ­
  viel,  wenn  auch  sehr  ungleichmäßig  verteilte ­
  Waldungen.  Die  Ströme,  Flüsse  und  Seen
des  Landes  in  Verbindung  mit  den  im.  Winter
            
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