Johanniskraut
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Jujuben
geordneten Blüten haben einen fünfspaltigen
rofen Kelch, aber keine Blumenkrone. Die nicht
aufspringenden Schoten reifen im Juli und August,
werden jedoch noch unreif, von einem
Baume bis zu so kg, gesammelt und dann auf
sonnigen Plätzen zum Trocknen ausgelegt, wobei
sie zugleich nachreifen und eine Gärung
durchmachon. Infolge der letzteren bilden sich
reichliche Mengen, bis zu 50%, Fruchtzucker.
Daneben sind etwas Fett, Gerbsäure und Buttersäure,
die ihnen einen besonderen Geruch nach
ranziger Butter erteilt, vorhanden. J.hält sich nicht
lange und verliert teils durch Einschrumpfen,
teils durch Milbenfraß an Wert. Von den verschiedenen
Sorten werden die levantinischen Karoben
aus Kleinasien und Zypern am höchsten
geschätzt, dann folgen die italienischen, unter
denen die Puglieser die besten sind, und schließlich
Sizilien, Malta, Dalmatien, Kreta und Spanien.
Die Ware kommt teils über Triest in Fässern,
teils geht sie zu Schiffe und oft als Ballast
nach den westlichen und nördlichen Ländern.
In den Erzeugungsländern bildet sie eine allgemeine
Volksspeise, während die geringeren
Sorten als Viehfutter dienen. Auch stellt man
daraus den Zucker in Sirupform her und benutzt
sie hier und da zum Branntweinbrennern
Schließlich dienen die Früchte zur Herstellung
von Tabakbeizen und als Gärungserreger bei Bereitung
der Buttersäure aus Stärkezucker, die
gebrannten Samenkerne endlich als Kaffee-Ersatz.
Die stärksten auswärtigen Abnehmer sind
die Engländer, welche die Frucht bei der geringen
Seefracht als ein billiges Mastfutter verwenden
können. — Das Holz des Johannisbrotbaums
(Siliquaholz) ist ein ausgezeichnetes Material
für feine Tischlerarbeiten, wird aber nur
an Ort und Stelle verarbeitet,
Johanniskraut (lat. Herba hyperici, frz. Fleurs
de hyperice, engl. Hypericon flowers), ein unwichtiger
Gegenstand des Drogenhandels, besteht aus
der getrockneten, gelb blühenden Pflanze Plypericum
perforatum, die in allen Gebirgen
Deutschlands angetroffen wird. Sie ist sehr leicht
daran zu erkennen, daß ihre Blätter, gegen das
Licht gehalten, siebförmig durchlöchert erscheinen,
und wird als Wundmittel, gegen Blutungen
usw., angewandt.
Jonon ist der prachtvolle künstliche Riechstoff,
der nach dem Verfahren seines Erfinders
Tiemann durch tagelanges Schütteln gleicher
Teile Zitral und Azeton mit Barytlauge und nachfolgende
Behandlung mit verdünnter Schwefelsäure
und Glyzerin dargestellt wird. Das fast
farblose, mit Wasserdampf flüchtige Öl vom spez.
Gewicht 0,935—0,940 destilliert bei 10 mm Druck
zwischen 126 und 128° über, besitzt prachtvollen
Veilchengeruch, der aber erst in sehr starker
Verdünnung wahrnehmbar ist, und dient in
Form seiner alkoholischen Lösung zu Parfümeriezwecken.
Juchten (Juften, frz. Roussi, Cuir de roussi,
c ngl. Moscowy leather), eine geschätzte russische
Ledersorte, die sich durch ihren eigentümhchen
Geruch auszeichnet, wird in den feinsten
Sorten aus den Häuten der Kälber und
jungen Kühe, die noch nicht gekalbt haben,
>n den geringeren Sorten aus Häuten von zwei-Ws
dreijährigen Rindern oder auch aus Roßhäuten
hergestellt. Das Reinigen und Enthaaren
der Häute wird wie bei anderem Leder ausgeführt,
das Schwellen mittels eines Breies von
gesäuertem Hafermehl oder Gerstenschrot, in
einigen Gegenden auch mit Hundekot, das Gerben
mit einer meist aus Weiden-, Fichten- oder
Birkenrinde bestehenden Lohe. Die gegerbten
und gewaschenen Häute werden sortiert, und
die besten als weißes J. verwandt, während die
übrigen schwarz (schwarzes J.) oder mit Sandelholz
rot gefärbt werden (rotes J.). Durch
Einreiben mit einer Mischung von Seehundstran
und Birkenrindenteer erhält es den eigentümlichen,
bei uns beliebten Geruch. Im übrigen
wird es wie anderes Leder weiter bearbeitet, gekrispelt,
grob und fejn genarbt usw. Für den
Handel ist zu beachten, daß die nach Gewicht
verkauften J. tüchtig mit Salz beschwert und
mit Talg und Tran eingefettet sind, während
dies bei den nach Stück verkauften nicht der
Fall ist.
Juchtenrot, ein Teerfarbstoff, besteht aus
unreinem, Phosphine enthaltendem Fuchsin.
Juckpulver. Die Samenhülse der in Ost- und
Westindien heimischen Juckfasel, Mucuna
pruriens (Dolichos pruriens), die im Drogenhandel
als Siliqua hirsuta bezeichnet wird,
ist auf ihrer Oberfläche ganz mit feinen rotbraunen,
glänzenden Haaren überzogen, welche
auf der Haut ein unerträgliches Jucken verursachen.
Sie wurde früher in Pulverform bei Lähmungen
und als hautreizendes Mittel angewandt,
dient aber heute nur noch zur Verübung von
Unfug.
Judenholz (Judenbaumholz, Cercisholz),
das grüne, schwarzgeaderte Holz eines in den
Mittelmeerländern wachsenden Baumes, Cercis
siliquastrum, dient zu Tischlerarbeiten und
Furnieren. Cercis oanadensis in Kanada liefert
ebenfalls ein vortreffliches Nutzholz.
Judenkirschen (lat.Baccae alkekengi, frz.Baies
d’alkekenge, engl. Alkekengi berries), die Früchte
von Physalis alkekengi, einer in verschiedenen
Gegenden Deutschlands wachsenden Solanazee,
können, nach Entfernung des bitter
schmeckenden Kelches genossen werden und
dienen zur Herstellung eines harntreibenden
Aufgusses. Eine in Südamerika wachsende Art,
Physalis peruviana, liefert sehr wohlschmekkende
Früchte (Ananaskirschen).
Jujuben, eine Obstart, die ihres schleim- und
zuckerreichen Fleisches sowie ihres Wohlgeschmackes
wegen gern roh genossen, aber
auch getrocknet und eingemacht wird, kommt
in verschiedenen Arten vor; 1. Gewöhnliche J.,
die dunkelscharlachroten, jiflaumenähnlichen
Früchte eines in den Mittelmeerländern wachsenden
Strauches, Zizyphus vulgaris aus der Familie
der Rhamnazeen, umschließen einen
dattelkernartigen Steinkern und werden getrocknet
unter dem Nämen Brustbeeren (lat. Fructus
jujubae, frz. Jujubes, engl. Jujub) als Zusatz
zu Brusttee und bei Katarrhen verwandt. 2. Afrikanische
J. von der nordafrikanischen Küste
stammen von Zizyphus lotus, sind kleiner
und weniger süß und kommen als italienische J.
in den Handel. Die Kerne dienen geröstet als
Kaffee-Ersatz. 3. Indische J. von Zizyphus
Jujuba, die nicht in den europäischen Handel