Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Jodipin  180  Johannisbrot

halten  und  besteht  aus  dem  Chlorzinkdoppelsalze
  des  Chlormethylhexamethylrosanilinchlorhydrates,
  J.  bildet  prächtig  metallglänzende,
hellgrüne  Kristalle,  die  sich  in  Alkohol  mit  blaugrüner ­
  Farbe  lösen.  Neuerdings  wird  es  durch
die  entsprechende  Verbindung  des  Pararosanilins
(s.  Methylgrün)  verdrängt.
Jodipin  nennt  die  Firma  Merck  ein  jodiertes
Sesamöl,  das  durch  Behandlung  von  Sesamöl  mit
Chlorjod  dargestellt  wird  und  in  zwei  Stärken,
mit  io  und  25  °/o  Jod,  in  den  Handel  kommt.
(S,  auch  Bromipin.)  Die  Jodipine  bilden  hellgelbe ­
  ölige  Flüssigkeiten,  die  an  Stelle  des  Kaliumjodids ­
  medizinische  Anwendung  finden.
Jodoform  (Formyljodid,  Methylentrijodid,
  Trijodmethan,  lat,  Jodoformium,  frz.
Jodoforme,  engl.  Jodoform),  eine  dem  Chloroform
ganz  analoge  Verbindung,  CHJ S ,  in  welcher
das  Chlor  durch  Jod  ersetzt  ist,  wird  durch  Einträgen ­
  von  Jod  in  eine  erwärmte  Lösung  von
Natriumkarbonat  oder  Ätznatron  und  Alkohol,
oder  durch  Elektrolyse  einer  Lösung  von  Jodkalium
  und  Natriumkarbonat  in  Wasser  und  Alkohol ­
  dargestellt,  soll  aber  in  Frankreich  auch
durch  direkte  Behandlung  von  Seetangasche  mit
Ätznatron,  Azeton  und  unterchlorigsaurem  Natrium ­
  gewonnen  werden,  J.  bildet  schwefelgelbe,
perlglänzende  Kristallschuppen  von  eigentümlich
betäubendem,  safranähnlichem  Geruch,  der  durch
Zusatz  von  Menthol,  Kampfer,  Terpentinöl,  Pfef
ferminzöl  und  anderen  ätherischen  Ölen  zum  Teil
verdeckt  wird.  Es  löst  sich  leicht  in  Alkohol  und
Äther,  aber  nicht  in  Wasser,  schmilzt  bei  119 0 ,
ist  mit  Wqsserdämpfen  flüchtig  und  unter  teilweiser ­
  Zersetzung  sublimierbar.  Im  Handel  findet ­
  sich  groß  und  klein  kristallisiertes  sowie
staubförmig  geschlämmtes  J.  (J.  praeparatum).
Das  J.  muß  in  gut  verschlossenen  Gefäßen  vor
Licht  geschützt  aufbewahrt  werden  und  findet  in
der  Medizin  als  Antiseptikum,  sowohl  innerlich
als  äußerlich,  vielfache  Anwendung.
Jodol  (Tetrajödpyrrol),  ein  neueres  Antiseptikum, ­
  welches  vor  dem  Jodoform  bei  gleicher
Wirksamkeit  den  Vorzug  der  Geruchlosigkeit
und  Ungiftigkeit  besitzt,  entsteht  bei  der  Behandlung ­
  alkalischer  Pyrrollösung  mit  Jodkalium
als  ein  hellgelbes,  fein  kristallinisches  Pulver,
das  sich  in  Alkohol,  aber  nicht  in  Wasser  löst.
J.  ist  völlig  geruch-  und  geschmacklos  und  dient
als  Ersatz  des  Jodoforms  und  Jodkaliums.  Es
muß  vor  Licht  geschützt  aufbewahrt  werden.
Jodopyrin  (Jbdantipyrin)  wird  durch  Behandlung ­
  von  Antipyrin  mit  Chlorjod  als  ein
farbloses,  in  kaltem  Wasser  und  Alkohol  unlösliches, ­
  in  heißem  Wasser  lösliches  Kristallpulver
vom  Schmelzpunkt  160 0  dargestellt  und  an  Stelle
des  Antipyrins  gegen  Fieber  und  Kopfschmerzen
verordnet.
Jodschwefel  (Schwefeljodid,  lat.  Sulfur  jodatum, ­
  frz.  Jodure  de  soufre,  engl.  Sulphur  jodide),
  eine  durch  Zusammenschmelzen  von  Jod
und  Schwefel  zu  erhaltende  schwarze  Masse,
wird  bisweilen  medizinisch  gegen  Hautkrankheiten ­
  verwandt.
Jodstärke  (lat.  Amylum  jodatum,  frz.  Amidon
iode,  engl.  Starch  Jode),  ein  dunkelblaues,  aus
Stärkemehl  und  Jod  bestehendes  Pulver,  muß
in  Apotheken  vorrätig  gehalten  werden.

Jodwasserstoff  (Jodwasserstoffsäure,  W  as
serstoffjodid,  lat.  Acidum  hydrojodicum,  frz,
Acide  hydrojodique,  engl.  Hydrojodic  acid),  HJ,
die  der  Salzsäure  analoge  Verbindung,  bildet  in
wäßriger  Lösung  eine  farblose  Flüssigkeit,  die
an  der  Luft  bald  gelblich  wird  und  dann  nach
freiem  Jod  riecht.
Jodylin,  ein  neuer  ungiftiger,  nicht  reizender
Jodoformersatz,  wird  durch  Behandlung  von  jod
salizylsaurem  Natrium  mit  Wismutsalzen  in  essigsaurer ­
  Lösung  dargestellt  und  ist  daher  als  ein
jodsalizylsaures  Wismut  anzüsprechen.  Es  löst
sich  weder  in  Alkohol  noch  in  Wasser  und  besitzt ­
  den  Vorzug,  sich  unzersetzt  sterilisieren
zu  lassen.
Jodzinkstärkelösung  wird  durch  Kochen  von
Stärke  mit  Zinkchlorid  und  Zusatz  von  Jodzinklösung ­
  dargestellt.  Die  weißlich  opalisierende
Lösung  dient  zum  Nachweis  von  salpetriger
Säure,  von  Chlor  und  Brom  und  als  Indikator
bei  der  Jodometrie.
Johannisbeeren  (lat.  Baccae  ribium,  frz.  Groseilles,
  engl.  Currants)  stammen  von  den  ver
schiedenen  Spielarten  des  ,  Johannisbeerstrauches, ­
  Ribes  rubrum,  dessen  Anbau
über  ganz  Europa  und  Nordamerika  verbreitet
ist.  Die  frischen  J.  finden  als  Tafelobst  und,  in
der  Konditorei  allgemeine  Verwendung  und  dienen ­
  ferner  zur  Bereitung  von  Marmelade,  von
Johannisbeersirup  und  von  Johannisbeer
wein.  Eine  besondere  Abart  ist  die  in  Europa
und  Asien  verbreitete  schwarze  Johannis
beere,  Ribes  nigrum,  deren  Früchte  eine  ganz
schwarze  Farbe  und  ebenso  wie  die  Blätter  einen
eigentümlichen  wanzenartigen  Geruch  haben.  In
geringer  Menge  den  roten  Beeren  zugesetzt,  er
zeugen  sie  bei  der  Gärung  ein  kräftiges  Aroma.
Für  den  Drogenhandel  kommt  hauptsächlich  der
Johannisbeersirup  (lat.  Sirupus  ribium  rubrum ­
  et  nigrum,  frz.  Sirop  de  .groseille,  engl.
Sirup  of  currants)  in  Betracht,  der,  namentlich
von  schwarzen  Beeren,  ein  beliebtes  Mittel  bei
Katarrhen,  speziell  zur  Linderung  des  Keuchhustens, ­
  bildet.
Johannisberger,  einer  der  edelsten,  durch
Kraft  und  Bukett  gleich  ausgezeichneten  weißen
Rheinweine  vom  Johannisberg  gegenüber  Bingen.
Man  unterscheidet  Schloß  Johannisberger,
gebaut  auf  etwa  16  Hektaren  des  Schloßberges
und  d§n  Weinbergen  der  fürstlich  Metternichschen
  Domäne,  vor  allem  aber  die  Auslese  desselben, ­
  Johannisberger  Kabinett,  von  welchem ­
  die  Flasche  an  Ort  und  Stelle  im  Frieden
selten  unter  20  M.  abgegeben  wurde.  Die  Weine
von  den  umliegenden  Weinbergbesitzern  kommen
unter  dem  Namen  Dorf  Johannisberger  in
den  Handel  und  sind,  je  nach  der  Behandlung,
verschieden  geschätzt,  aber  ebenfalls  recht  wert
voll.
Johannisbrot  (Bockshorn,  Karoben,  lat.
Siliqua  dulcis,  Fructus  ceratoniae,  frz.  Caroubes,
engl.  Johnsbread)  nennt  man  die  schotenartigen
Früchte  eines  in  allen  Mittelmeerländern  angepflanzten, ­
  zu  den  Papilionazeen  gehörenden
Baumes  (Ceratonia  siliqua),  der  aus  seinem
oft  krumm  wachsenden  Stamme  zahlreiche  Äste
und  rote  Zweige  treibt.  Die  gefiederten  Blätter
bestehen  aus  2—3  Paar  lederartiger,  dem  Buchsbaum ­
  ähnlicher  Blättchen,  Die  traubenartig  an ­
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.