Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Käse

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Kaffee

halten  sollen:  Emmentaler  oder  Schweizerkäse
(s.  d.),  Holländer  (Gouda-,  Edamer-K.,  s.  d.),  Tilsiter-, ­
  Wilstermarsch-,  Chester-  (s.  d.),  Liptauer-(s.d.),
  Steppen-,  Münster-,  Schachtel-,  Weißlacker-,
Bier-,  Brioler-,  Woriener-,  Romadour-(s.d.),  Roquefort-(s.d.), ­
  Gorgonzola-(s.d.),  Brie-(s.d.),  Camembert-, ­
  Neufchäteller-,  Elbinger-  oder  Werder-Niederungskäse.
  Den  an  Fettkäse  zu  stellenden
Anforderungen  müssen  auch  alle  Käse  mit  Phan
tasienamen  (wie  z.  B.  Dessert-,  Delikateß-,  Appetit-, ­
  Frühstücks-,  Tafel-,  Portions-,  Kronen-,  Schloß-,
Kloster-,  Alpen-,  Gebirgs-,  Kaiser-,  Bismarck-,
Zeppelin-  usw.  Käse)  entsprechen.  3.  Halbfette
Käse,  aus  teilweise  entrahmter  Milch,  mit  wenigstens ­
  20  °/o  Fett  in  der  Trockenmasse:  Limburger- ­
  (s.  d.),  Parmesan-  (s.  d.)  und  Joghurtkäse.
4.  Magerkäse,  aus  abgerahmter  Milch,  zu
denen  von  Sauermilchkäsen:  Mainzer  ,  Harzer-,
Thüringer-,  Hand-,  Faust-,  Stangen-,  Spitz-,
Korb-,  Goldleisten-,  Quargel  ,  Klatsch-,  Schicht-,
Haus-,  Land-,  Kuh  ,  Topf-,  Koch-,  Quarg  ,  Hopfen:, ­
  Ziegen-,  Kräuter-  s.d,',  Nieheimer-,  Kümmelkäse, ­
  von  Weichkäsen;  Backstein  und  Quadratkäse, ­
  von  Hartkäsen:  Holsteiner-,  Leder-  und
Graukäse  gehören.  Außer  den  unter  I  und  2
angeführten  Feilstufen  untersch  iJet  man  wohl
auch  dreivicrtelfetten  K.  mit  mindestens  30%
und  viertelfettea  K.  mit  mindestens  10»/o
Fett  in  der  I  ecke  uu.a-ise.  Als  Ziegen  oder
Schaf  K.  bezeichnen.'.  K.  rnn-sen  aus  der  Mi.eh
der  betreffenden  Tiere  hergestellt  sein.  AlleT
Käse,  zu.  dessen  Herstellung  fremdes,  d.  h.  nicht
der  Milch  entstammendes  Fett  benutzt  worden
ist,  muß  als  Margar  1  ae-K.  bezeichnet  werden
und  einen  Zusatz  von  Sesamöl  (s.  Margarine)  erhalten. ­
  Er  scheint  übrigens  wenig  Anklang  gefunden ­
  zu  haben  und  wird  im  Handel  kaum  noch
angetroffen.  —  Im  Hinblick  auf  seine  leichte
Verdaulichkeit  und  seinen  hohen  Nährstoffgehalt
gehört  der  Käse  zu  den  wertvollsten  Nahrungs-,
mittein,  und  die  Magerkäse  vor  allem  sind  als  die.
preiswürdigste  Stickstoffnahrung  zu  bezeichnen.
In  ihnen  erhält  man  für  dasselbe  Geld  dreimal
soviel  Nährstoffe  wie  im  Fleische,  ein  Beweis,
daß  sie  vor  allem  geeignet  sind,  den  offenkundigen ­
  Stickstoffmangel  in  der  Nahrung  der  unbemittelten ­
  Kreise  auszugleichen.  Eigentliche
Verfälschungen  des  K.  durch  Margarine,  Mehl,
Gips  und  Kreide,  von  denen  die  Lehrbücher  berichten, ­
  gehören  zu  den  größten  Seltenheiten,
und  auch  die  früher  beobachtete  ekelhafte  Behandlung ­
  mit  Urin  dürfte  zurzeit  kaum  noch  Vorkommen. ­
  Um  so  häufiger  sind  dafür  gewisse  sog.
Käsefehler,  welche  auf  unrichtiger  Flerstellung
beruhen  und  sich  in  dem  Auftreten  bitteren  Geschmacks, ­
  blauer,  grüner,  roter  und  schwarzer
Verfärbungen  äußern.  Sie  sind  meist  auf  die
Tätigkeit  unerwünschter  Bakterien  zurückzufüh
ren  und  Grund  zur  Entfernung  solcher,  zum  mindesten ­
  unappetitlicher  Erzeugnisse  aus  dem  Handel. ­
  In  neuerer  Zeit  ist  auch  mit  Erfolg  gegen
die  Unterschiebung  von  Magerkäse  an  Stelle  der
fetten  Schweizer  und  Holländer  Käse  eingeschritten ­
  worden.  Bei  der  Beurteilung  der  K.  auf
Verdorbenheit  ist  wegen  der  Vorliebe  mancher ­
  Leute  für  überreife,  zerfließende  und  stark
riechende  Erzeugnisse  eine  gewisse  Zurückhaltung ­
  geboten.  Immerhin  sollten  aus  Rücksicht
auf  das  Vorkommen  von  Käsegift  allzu  stark  zersetzte ­

  K.  und  aus  Gründen  der  Appetitlichkeit
madenhaltige  Käse  vom  Verkehr  ausgeschlossen
werden.
Kaffee  (frz.  Cafe,  engl.  Coffee)  ist  der  von
Fruchtschale  vollständig  und  der  Samenschale
(Silberhaut)  größtenteils  befreite  Same  verschiedener ­
  Pflanzen  der  zu  den  Rubiazeen  gehörigen
Gattung  Coffea.  Von  den  50—60  Arten,  die
im  tropischen  Afrika  und  Asien  verkommen,
beansprucht  der  arabische  Kaffeebaum,  Coffea ­
  arabica,  die  höchste  Beachtung.  Der  etwa
6  m  hohe  Baum  mit  lederartigen  kurzgestielten
Blättern  und  weißen  jasrninartigen  Blüten  trägt
kirschenähnliche  Früchte,  die  anfangs  grün,  dann
rot  und  zuletzt  violett  erscheinen  und  in  einem
süßen  Fruchtfleisch  zwei  ovale  Samen  mit  an
beiden  Seiten  eingeschlagenen  Längsrin.nen  enthalten. ­
  Zuweilen  wird  nur  ein  Same  ausgebildet, ­
  der  dann  völlig  rund  ist  und  den  sog.  Perlkaffee ­
  bildet.  Die  Heimat  des  arabischen  K.  ist
Afrika,  von  wo  er  nach  Arabien  verpflanzt  wurde
und  sich  später  durch  Kultur  über  die  meisten
Tropenländer  verbreitete.  Coffea  lihcrica,
der  Liberiakaffeebaum  Westafrikas,  hat
größere  Blüten  und  kugelige,  viel  größere
Früchte  als  der  vorige.  Da  et  auch  außerhalb ­
  der  Tropen  gedeiht,  wurde  er  vielfach  zur
Kultur  empfohlen,  hat  sich  aber  infolge  des
hohen  Hüllengewichts  und  der  ein  volles  Jahr
dauernden  Reifezeit  nicht  bewährt.  Coffea
stcnophylla.  mit  eirunden  Früchten,  aus  Sierra
Leone,  ferner  C.  laurina.  C.  Za.ngueha.riae
und  C.  microcarpa  werden  m  Oslafrika  als
Genußmittel  verwandt,  kommen  aber  für  Europa
nicht  in  Betracht.  Der  K.  wird  hauptsä.  blich  in
Gebirgsgegenden  bis  950  111  Höhe  angebaut,  und
zwar  besonders  da,  wo  es  nicht  an  Feuchtigkeit
und  Schatten  fehlt.  Hauptanbauländer  sind  Brasilien, ­
  Westindien,  Mittelamerika,  Sumatra,  Java,
Zeylon,  Ostindien,  Arabien  und  einzelne  Teile
von  Afrika,  Auch  bringen  die  deutschen  Kolonien
brauchbaren  K.  (Usambara)  in  den  Handel.
Man  besetzt  die  Kaffeeplantagen  meist  mit  Pflänzlingen ­
  aus  Samenzucht,  mit  Überschutz  durch
Bäume  und  verpflanzt  die  Setzlinge  von  60—90cm
Höhe  auf  2—2,5  m  Abstand.  Die  Kronen  werden
gestutzt,  und  die  Bäumchen  bis  zu  2  m  hoch  gehalten. ­
  Sie  tragen  vom  3.—20.  Jahre  mit  zunehmender ­
  Verbesserung  der  Ernte.  Die  Gewinnung
der  Samen  (Bohnen)  erfolgt*  entweder  nach  dem
sog.  trockenen  Verfahren  durch  Austrocknen  der
Früchte,  Zerquetschen  und  Entfernung  der  Hülsen ­
  durch  Schwingen  oder  nach  dem  neuen,
sog.  nassen,  westindischen  oder  brasilianischen
Verfahren,  indem  man  die  in  Wasser  erweichten
Früchte  mittels  einer  Maschine,  des  Despolpador,
  derart  zerquetscht,  daß  die  Samen  von
dem  Fleische  getrennt  werden.  Nach  Waschen  in
Rührwerken  wird  die  Samenschale  durch  eine
Descador  genannte  Maschine  entfernt.  Man  erzielt ­
  je  nach  Boden,  Klima  und  Pflege  0,5  (Java)
bis  3  kg  (Arabien)  von  einem  Baume.  Der  rohe
Kaffee  ist  ungenießbar  und  dient  nur  zur  Darstellung ­
  des  Koffeins.  Zum  Genußmittel  wird  er  erst
durch  das  Rösten,  bei  welchem  das  Gewicht  der
Bohnen  unter  gleichzeitiger  Volumvergrößerung
um  etwa  20  °/o  abnimmt.  Um  zu  große  Verluste
an  flüchtigen  Stoffen  zu  vermeiden,  röstet  man  in
geschlossenen.  Zylindern,  und  zwar  beim  Groß ­
            
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