Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Kaliumrhodanid

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Kalk

tasse,  engl.  Potassium  phosphate).  Von  den  drei,
denKalziumphosphaten(s.d.)  entsprechenden  Phosphaten ­
  des  Kaliums  entsteht  das  Trikaliumphosphat,
  K 3 P0 4 ,  durch  Erhitzen  von  Phosphorsäure ­
  mit  überschüssigem  Kaliumkarbonat
bis  zum  Glühen  in  Form  wasserlöslicher  Kristalle, ­
  das  Dikaliumphosphat,  K 3 HP0 4 ,  durch
Sättigung  von  Phosphorsäure  mit  Kaliumkarbonat
und  das  Monokaliumphosphat,  KH 3 P0 4 ,durch
genaue  Neutralisation  von  Kaliumkarbonat  mit
Phosphorsäure  bis  zur  schwach  sauren  Reaktion.
Nur  das  letztere  Salz,  ein  weißes  Kristallpulver,
hat  eine  gewisse  technische  Bedeutung.  Es  wird
medizinisch  und  als  Blumendünger  verwandt.
Kaliumrhodanid  (Rhodankalium,  Kaliumsulfozyanid.
  lat.  Kalium  rhodanatum,  frz.  Rho
danate  de  potasse,  engl.Potassium  sulphocyanide),
KSCN,  entsteht  beim  Schmelzen  von  gelben!
Blutlaugensalz  mit  Pottasche  und  Schwefel  und
dient  in  der  Analyse  als  wichtiges  Reagens  auf
Eisenoxydsalze,  mit  denen  es  eine  blutrote  Färbung ­
  liefert  sowie  als  Zusatz  zu  photographischen ­
  Bädern.
Kaliumsulfat  (schwefelsaures  Kalium,  lat.
Kalium  sulfuncum,  Arcanum  duplicatum,  Tartarus ­
  vitriolatus,  frz.  Sulfate  de  potasse,  engl.  Sulphate
  of  potash),  K 2 S0 4 ,  erhält  man  zuweilen  als
Nebenprodukt  aus  den  Mutterlaugen  der  Pottaschefabrikation, ­
  sowie  bei  der  Verarbeitung  von
Kelp  und  Varek  auf  Jod.  Die'  größten  Mengen
wurden  jedoch  aus  dem  Kainit  und  Polyhalit
der  Staßfurter  Abraumsalze  gewonnen,  indem
man  zunächst  das  Magnesiumchlorid  durch  Lösen
in  Wasser  entfernte  und  das  hinterbleibende
Kaliummagnesiumsulfat  mit  Chlorkalium  behandelte. ­
  Neuerdings  ist  diese  Herstellungsart  in
Staßfurt  aufgegeben  worden,  während  sie  in
Kalusz  weiter  betrieben  wird.  In  Deutschland
bedient  man  sich  jetzt  mehr  des  Schoenits,  den
man  mit  Kaliumchlorid  und  Eisenoxyd  schmilzt
und  aus  der  Schmelze  das  K.  mit  Wasser  aus
laugt.  K.  erscheint  im  reinen  Zustande  in  farblosen, ­
  harten  Kristallen  von  bitterlich  salzigem
Geschmack,  die  sich  in  io  Teilen  kaltem  und
4  Teilen  heißem  Wasser  lösen,  in  Alkohol  aber
■unlöslich  sind.  Es  findet  in  der  Medizin  bisweilen ­
  Anwendung  als  Abführmittel,  Die  Technik ­
  verwendet  das  Salz  in  großen  Mengen  zur
Fabrikation  von  Alaun,  Glas  und  Pottasche,  die
Landwirtschaft  als  Düngemittel.
Kaliumzyanid  (Zyankalium,  Zyankali,
Blausaures  Kali,  lat.  Kalium  cyanatum,  frz.
Cyamire  de  potasse,  engl.  Cyanide  of  potassium),
das  Kaliumsalz  der  Zyanwasserstoffsäure,  KCN,
(s.  Blausäure),  wird  in  großem  Maßstabe  durch
Schmelzen  von  gelbem  Blutlaugensalz  (s.  d.)  mit
Pottasche  dargestellt.  Nach  neuerem  Verfahren
erhält  man  es  auch  durch  Überleiten  von  Ammoniak ­
  über  ein  glühendes  Gemisch  von  Pottasche
und  Kohle.  Das  K.  wird  in  Platten  gegossen  und
erscheint  dann  als  eine  harte,  weiße,  porzellan
artige  Masse,  die  bereits  durch  die  Kohlensäure
und  Feuchtigkeit  der  Luft  unter  Auftreten  von
Blausäuregeruch  zerlegt  wird  und  daher  unter
gutem  Verschluß  aufbewahrt  werden  muß.  Trotz
seiner  außerordentlichen  Giftigkeit  findet  das
K.  ausgedehnte  Anwendung,  weil  es  das  unentbehrliche ­
  Lösungsmittel  für  alle  metallverarbeitenden ­
  Industrien  darstellt.  Es  dient  zur  Herstellung ­

  der  Bäder  für  galvanische  Vergoldung.
Versilberung,  Verkupferung  usw.,  wird  ferner  zum
Löten,  zum  Härten  von  Stahl,  in  der  Phologra
phie,  zur  Entfernung  von  Silberflecken  und  vor
allem  in  Südafrika  in  ungeheuren  Mengen  zur
Extraktion  des  Goldes  aus  den  Mineralien  verbraucht. ­

Kalk  (lat.  Calcaria,  frz,  Chaux,  engl.  Lime)-Unter
  dem  Namen  Kalk  versteht  man  in  der
Chemie  die  Sauerstoffverbindung  des  Kalziunimetalls,
  das  Kalziumoxyd,  wie  es,  allerdings
gewöhnlich  in  unreiner  Form,  als  gebrannter
K.  in  den  Handel  gebracht  wird.  Im  gewöhn
liehen  Leben  bezeichnet  man  aber  als  K.  auch
den  ungebrannten  K.,  das  Kalziumkarbonat, ­
  welches  sich  in  der  Natur  in  reinster  Form
als  Kalkspat  und  weißer  Marmor,  mehr  oder
weniger  verunreinigt  als  Kreide,  Kalkstein,  Kalk
tuff  und  Kalksinter,  vorfindet.  —  Die  festeren
dieser  Gesteine  werden  als  Bausteine  benutzt,
während  der  aus  Mineralwässern  abgeschiedene
Kalktuff,  Tuff-  oder  Grotten  stein,  c ; ne
eigentümliche  poröse  Masse  von  röhrig  blasiger
Struktur  und  blumenkohiartiger  Oberfläche,  zur
Ausschmückung  von  Grotten,  Aquarien,  zu  Beeteinfassungen ­
  und  künstlichen  Felspartien  Anwendung ­
  findet  und  zu  diesem  Zwecke  meist
aus  Thüringen  (Gegend  von  Weimar)  bezogen
wird.  —  Der  gewöhnliche  Kalkstein  dient  in
seinen  verschiedenen  Vorkommnissen  (Urkalk
stein,  Muschel-,  Jura-,  Pläner-  und  Süßwasserkalk)
  zur  Herstellung  des  gebrannten  oder
Ätzkalks  (Kalziumoxyd,  Calcaria  usta),  CaO,  indem ­
  man  ihn  glüht  und  dadurch  die  Kohlensäure
austreibt.  Das  Brennen  der  Kalksteine  erfolgt
in  gemauerten  Öfen,  und  zwar  nach  alter  Art  mit
unterbrochenem  Betriebe  in  der  Weise,  daß  man
den  Ofen  mit  Steinen  und  Brennmaterial  vollschichtet, ­
  nach  dem  Abbrennen  und  Erkalten
leert  und  von  neuem  beschickt.  Neuere  vor
besserte  Öfen  mit  seitlicher  Feuerung  gestatten
einen  kontinuierlichen  Betrieb,  indem  man  uriten
den  gebrannten  K.  herauszieht  und  oben  beständig ­
  neue  Steine  nachstürzt.  Wichtig  ist  die
Innehaltung  der  richtigen  Temperatur.  Bei  zu
großer  Hitze  findet,  besonders  wenn  durch  Ton.
Kieselsäure  oder  Alkalien  verunreinigter  Kalkstein ­
  benutzt  wird,  eine  teilweise  Schmelzung  und
Verglasung  statt,  und  man  erhält  sog.  tot
gebrannten  K.,  der  heim  Löschen  unlösliche
Stücke  hinterläßt.  Bei  zu  niedrigen  Tempera
turen  entsteht  ungarer  K.,  der  noch  Kohlen
säure  enthält.  Der  gebrannte  Kalk  wird  für
weitere  Versendung  in  Fässer  geschlagen,  für
die  Bahnbeförderung  auch  vielfach  in  besondere,
mit  Deckel  verschlossene  Loris  (Kalktransportwagen) ­
  verpackt.  Er  hält  sich  an  der  Luft  nicht
lange  unverändert,  da  er  Wasser  und  Kohlen
säure  anzieht  und  dabei  allmählich  ohne  merk
liehe  Erwärmung  in  den  Zustand  eines  mürben,
trockenen  Pulvers  übergeht.  Dieser  mild  gewor
dene,  sog.  zerfallene  K.  ist  für  gewisse  Zwecke,
namentlich  als  Düngemittel,  sehr  gut  brauchbar,
eignet  sich  aber  nicht  zur  Herstellung  eines  g l,t
bindenden  Mörtels.  Der  gebrannte  Kalk  findet
vielfache  Verwendung  in  der  Soda-,  Glas-  und
Zementfabrikation,  als  Zuschlag  beim  Ausschmelzen ­
  der  Eisenerze,  als  Äustrocknungsmittel
und  zur  Herstellung  feuerfester  Tiegel.  —  E in
            
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