Kockeiskörner
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Kognak
Eisenvitriol. Die Vergällung kann jedoch unterbleiben,
wenn das Salz unter steueramtlicher
Aufsicht verwandt wird. Zum Bezug von vergälltem
Salz ist die Beschaffung eines Berechtigungsscheins
durch die Steuerbehörde erforderlich.
Dieser wird aber für Betriebe, die
menschliche Nahrungs- und Genußmittel herstellen,
wie Tabak- und Mineralwasserfabriken,
nicht erteilt. Der Verbrauch an K. betrug 1910
auf den Kopf der Bevölkerung im Deutschen
Reiche 24,8 kg, entsprechend einer Gesamtmenge
von 1600000 t. Davon wurden mehr als
Vs, nämlich 1100000 t = 16 kg auf den Kopf,
steuerfrei gelassen und nur 500000 t = 8 kg auf
den Kopf versteuert. Diese Menge hat in den
letzten 10 Jahren nur sehr wenig, um 61000 t,
d. h. im Verhältnisse der Volksvermehrung zugenommen.
Hingegen ist der Verbrauch an steuerfreiem
Salz für Soda, Glaubersalz, Chlorkalium,
chemische und Farbenfabriken, zur Viehfütterung,
Düngung, Lederindustrie fast auf das
Doppelte gestiegen. Der Ertrag der Salzsteuer
betrug 57,3 Milk M. = 93 Pf. auf den Kopf. Die
inländische Erzeugung ist so groß, daß dadurch
der gesamte Bedarf gedeckt wird und außerdem
noch 4000001 für die Ausfuhr übrig bleiben.
Kockeiskörner (Fisch kör ne r, Läuse kör ner,
Tollkörner, lat. Fructus cocculi, frz. Coque
de Levant, engl. Cockles) nennt man die Früchte
eines in Ostindien, besonders auf Malabar und
den Inseln Java, Sumatra, Zeylon, als Kletterpflanze
wachsenden Strauches Menispermum
cocculus oder Anamirta coccculus (Wight
et Arm), an dem sie zu mehreren Hunderten in
eine Traube vereint wachsen. Die etwa erbsengroßen,
schwach nierenförmigen Früchte sind
frisch purpurrot und fleischig, getrocknet schwärzlichbraun,
runzelig, und enthalten in der unter
der Oberhaut liegenden hellbräunlichen, holzigen,
zerbrechlichen Schale einen einzelnen halbrunden,
auf dem Querschnitt halbmondförmigen
Samen, der den Hohlraum nur teilweise ausfüllt.
Neben 50% fettem Öl findet sich in den
Kernen das stark giftige Pikrotoxin, während
das nicht giftige Fruchtgehäuse lediglich Menispermin
und Paramenispermin enthält.
Die Samen und noch mehr das isolierte Gift
bewirken, innerlich genommen, Ohnmacht, Zittern,
Schwindel und Konvulsionen. Die Körner
werden zur Vertilgung von Ungeziefer, namentlich
in Form von Läusepulver und Salben, angewandt
und haben daher den Namen Läusekörner
erhalten. Außerdem werden sie gegen
Krätze verordnet, doch ist hierbei Vorsicht zu
beobachten, da bei offenen Wunden leicht Vergiftung
eintreten kann. Die Verwendung zur Betäubung
von Fischen ist strafbar.
Kodein ist einer der wirksamen Bestandteile
des Opiums (s. d.), der jedoch medizinisch nur
höchst selten verwandt wird. Etwas häufiger
benutzt man jetzt das salzsaure K. (lat. Codeinum
hydrochloricum, Codeinum muriaticum, frz.
Hydrochlorate de codeine, engl. Hydrochlorate
of codein), das wie die freie Base farblose Kristalle
bildet.
Königsblau nennt man sowohl die beste Kobaltfarbe,
das Eschel, wie auch eine Sorte
Berlinerblau und verschiedene mit Orseille
und Karmin auf Geweben erzeugte und hierauf
mit Indigoblau geküpte Farben.
Königsgelb ist eine Handelsbezeichnung für
Chromgelb, Bleiglätte, Kasseler Gelb (s. Bleifarben)
und Auripigment.
Königskerzen (Wollblumen, lat Flores verbasci,
frz. Fleurs de molöne, engl. Mullein flowers).
Die vorsichtig getrockneten Blüten verschiedener
Verbascumarten (V.Thapsus und
V. phlomoides) werden teils von wild wachsenden,
teils von angebauten Pflanzen bei uns gesammelt,
kommen aber zum größten Teile, wohl
zu drei Viertel der gesamten Handelsware, aus
Ungarn. Man pflückt die Blüten bei gutem
Wetter ohne die Kelche, trocknet sie rasch an
der Sonne und verwahrt sie luftdicht, recht fest
verpackt, da sie sonst leicht wieder Feuchtigkeit
anziehen und mißfarbig werden. Sie sind
nur verkäuflich, wenn sie ihre gelbe Farbe gut
erhalten haben. Die frischen Blüten zeigen einen
fein aromatischen Geruch, der' beim Trocknen
verloren gebt. Sie enthalten hauptsächlich Schleim,
Gummi und Zucker, (die sich beim Kauen verraten,
und dienen als Zusatz zu Brusttee.
Königswasser (lat. Aqua regis, frz.Eau regale,
engl. Nitromuriatic acid) heißt die Mischung von
Salzsäure und Salpetersäure (Salpetersalzsäure),
die allein imstande ist, Gold und Platin zu lösen...
Koffein (Coffein, Tein, Guaranin, lat.
Coffeinum, frz. Ca£6ine, engl. Caffeine), die stickstoffhaltige
Base des Kaffees, C 8 H 10 N4O 2 -)-H 2 O,
findet sich nicht nur in den Samen (1—2 °/o) und
Blättern des Kaffeebaumes, sondern auch im Tee
(1—4 0/0), im Paraguaytee (0,50/0), den Kolanüssen
(2 °/o) und der Guarana (5—6%). Man stellt es
gewöhnlich aus dem abgesiebten Teestaub durch
Extraktion mit heißem Wasser, Behandlung des
Auszuges mit Bleiglätte zur Entfernung des Gerbstoffs
und Zusatz von Kaliumkarbonat und Alkohol
her. Neuerdings wird K, auch in großen
Mengen bei der Herstellung des Koffeinfreiein
(Hag-) Kaffee als Nebenprodukt erhalten.
Nachdem erkannt worden ist, daß K. als ein
Trimethylxanthin oder Methyltheobromin
anzusprechen ist, kann es auch auf künstlichem
Wege durch Methylieren von Theobromin oder
Xanthin, oder nach dem Verfahren von, Emil
Fischer durch völlige Synthese aus Malonsäure
und aus Barbitursäure erhalten werden. Das
durch Umkristallisieren gereinigte K. bildet blendend
weiße, seidenglänzende, leichte und sehr
lockere Kristallaggregate von bitterem Geschmack,
verliert bei ioo° Kristallwasser, sublimiert bei
180 0 und schmilzt bei 230,5 °. Es ist in siedendem
Wasser und Chloroform leicht, in Alkohol, Äther,
Schwefelkohlenstoff, Benzol und Petroläther schwer
löslich und gibt mit Gerbsäure einen Niederschlag,
der im Überschüsse des Fällungsmittels
löslich ist. Es findet in der Medizin als Erregungsmittel
vielfache Anwendung und wird
außerdem, besonders in Form seiner Salze, z. B.
des zitronensauren K. (Coffeinum citricum),
gegen Kopfschmerz und Migräne verordnet.
Kognak (Cognac) ist der durch Destillation
von Wein hergestellte Edelbranntwein, der, als
eine Unterabteilung des Franzbranntweins,
ursprünglich nach der gleichnamigen Stadt im
Departement Niedercharente benannt wurde und
I noch jetzt in ihrer Umgebung in besonderer