Full text: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Kopal 
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Korallen 
melt wird, zum andern aber fossil vorkommt, 
also gegraben, gelegentlich auch fortgeschwemmt 
im Sande von Flüssen gefunden wird. Bei sei 
nem Aufenthalt in der Erde hat das Harz Ver 
änderungen, ähnlich dem Bernstein, erlitten, 
namentlich ist es härter, schwerer löslich und 
schwerer schmelzbar geworden. Die fossilen 
Stücke bilden die sog. harten Sorten, die allein 
in der Firnisbereitung einen Vorzugswert haben, 
während die leicht löslichen und weichen in eine 
Gruppe mit anderen wohlfeileren Harzen fallen. 
Das Ursprungsland der besten Ware ist Afrika, 
besonders dessen östliche Küste und das nahe 
liegende Zanzibar, das sowohl selbst K. erzeugt, 
als der hauptsächliche Verschiffungsplatz für jene 
Gegenden ist. Aber auch an der ganzen west- 
afrikanischen Küste vom 8.° n. Br. bis 14. 0 s. Br. 
werden in etwa 3 m Tiefe Kopalsorten (Sierra 
Leone, Akra, Benin, Kakun, Loango, Kongo, 
Angola, Benguela und Kamerun) gefunden, die 
zwar im allgemeinen weicher als die aus dem 
Osten stammenden sind, ihnen aber in einzel 
nen Fällen an Güte ziemlich nahe kommen. Die 
Kopale zeigen alle möglichen Farben, von fast 
weiß bis gelblich, von rötlich bis ziemlich dunkel 
braun, meist sind sie mehr oder weniger durch 
sichtig, oft mit Rindenresten bedeckt, die besten 
Sorten geschält und gesäubert. — Von Handels 
sorten sind zu erwähnen: Echte Kopale: 1. Ost 
afrikanische Kopale: Zanzibar - Kopal, 
fälschlicherweise auch Bombay- oder ostindischer 
K. genannt, bildet meist flache, gelbliche bis 
gelbbraune Stücke, deren Oberfläche der Gänse 
haut ähnelt, daher auch der Name Gänsekopal. 
Reinigt man die Stücke nach dem Ausgraben 
äußerlich und behandelt sie dann mit Ätzlauge, 
so kommt die mit Pusteln versehene Fläche, 
Gänsehaut, zum Vorschein, die als ein Zeichen 
der Güte angesehen wird. Mozambique- und 
Madagaska r-K. ähneln dem Zanzibar-K., sind 
aber oft von Fremdkörpern durchsetzt. 2. West- 
afrikanische Kopale: Sierra-Leone -K. 
kommt in kleinen, dunklen, unreinen Stücken 
in den Handel, die an Güte dem Zanzibar-K. fast 
gleich sind, Kiesel-K. in runden, walnußgroßen 
Stücken. Kongo-, Angola-, Benguela-K. bil 
den unregelmäßige, flache und runde Stücke, 
die außen meist mit dunkler Kruste ver 
sehen, innen aber glashell und rein sind. Un 
echte oder weiche K., also nichtfossile Harze: 
1. Kauri-K., ein halbfossiles Harz, von der 
Kaurifichte, Dammara australis, wird auf Neu 
seeland und Neukaledonien an Stellen gegraben, 
wo früher Dammarwälder gestanden haben. Es 
bildet verschieden große, glashelle bis gelb 
braune Stücke. 2. Manila-K., fälschlich auch 
westindischer K. genannt, kommt aus Ostindien 
in den Handel und bildet sehr verschieden große, 
weißlichgelbe bis braune Stücke, die beim Zer 
reiben einen dillähnlichen Geruch zeigen. —• Die 
echten K. lösen sich in den gewöhnlichen Lö 
sungsmitteln nicht unmittelbar, sondern erst, nach 
dem sie bei 300—350° geschmolzen oder in 
Pulverform monatelang der Luft und dem Tages 
licht ausgesetzt worden sind. Manila-K. löst 
sich in Alkohol bis zu go°/o, unter Hinterlassung 
eines zähen, schmierigen Rückstandes. Zur Her 
stellung von Schleif-, Wagen- oder Fußboden-, 
überhaupt feinen Lacken sind nur die echten K. 
zu verwenden, während Kauri- und Manila-K. 
u. a. zu Möbellacken gebraucht werden. 
Kopalchirinde (lat. Cortex copalchi, frz. 
Ecorce de Copalchi, engl. Copalchi bark). ist 
die Rin'de eines im nördlichen Südamerika, West 
indien und Mexiko heimischen Strauches aus der 
Familie der Euphorbiazeen, Croton niveus,. 
(Jacquin), die zuweilen mit der Kaskarillrinde 
verwechselt wird, von der sie sich durch feineren, 
aber weniger kräftigen Geschmack und Geruch 
unterscheidet. Auch sind die Stücke der K. viel 
stärker, oft mehrere Zentimeter lang und mit 
fein rissigem Korke bedeckt. 
Koprolithen (Kotsteine) nennt man bräun 
liehe, zapfenartige Steine von etwa Pflaumen 
größe oder größere Klumpen, die als versteinerte 
Exkremente vorzeitlicher Tiere erkannt sind und 
wegen ihres Gehaltes an phosphorsaurem Kalk 
als Düngemittel verwandt werden. Sie finden 
sich besonders im Süden und Westen Englands, 
in den Grafschaften York, Suffolk und Cam 
bridge, an günstigen Stellen in etwa 20 cm dicken 
Schichten, wo sie nach Art der Bernsteingräberei 
abgebaut, darauf gewaschen, gemahlen, und auf 
Superphosphat (s. d.) verarbeitet werden. In 
Deutschland kennt man vereinzelte Lagerstätten, 
z. B. bei Degerloch in der Nähe von Stuttgart. 
Korallen (Corallen, frz. Coraux, engl. Co- 
rals). Unter den zahlreichen, kalkige Gehäuse 
bauenden Polypen hat die Edel- oder Blut 
koralle (I sis nobilis oder Corallium rubrum, 
frz. Corail) wegen ihrer zur Herstellung von 
Schmuckwaren geeigneten Beschaffenheit einen 
besonderen Wert. Die Heimat der K. ist das 
Mittelländische Meer, wo sie sich an den Fest 
lands- und Inselküsten auf Felsengrund und Vor 
sprüngen steiler felsiger Küsten meist in beträcht 
licher Tiefe des Meeres ansiedeln. Der Polypen 
stock, d. h. der mineralische Träger zahlreicher 
einzelner Schleimtierchen, wächst durch die nach 
innen gerichtete Ausscheidung von Kalkmasse zu 
einem gedrungenen Bäumchen mit Ästen aus, das 
nur 38—40 cm hoch und bis zu 2V2 cm stark wird. 
Die Masse der K. besteht aus kohlensaurem Kalk 
nebst etwas kohlensaurer Magnesia und Eisen 
oxyd., Der rote /Farbstoff ist hauptsächlich orga 
nischer Natur, Im lebenden Zustande ist dieses 
feste Gerüst mit einem roten, häutigen, aus Kalk 
und tierischer Masse bestehenden Überzug um 
geben, in welchen die Einzeltierchen eingebettet 
sind. Die aus den Tierleibern selbst 'aufgebaute 
Scheide, die ein weißer, milchiger Nahrungssaft 
durchzieht, bröckelt aber außerhalb des Wassers 
nach dem Abtrocknen leicht und wird meist 
sofort nach dem Einsammeln durch Abreiben 
und Waschen entfernt. Die meisten und besten 
K. finden sich an der afrikanischen Küste zwi 
schen Algier und Tunis, außerdem bei den Ba 
learen, an den Küsten von Spanien, (Frankreich, 
Korsika, Sardinien, Sizilien und Neapel. Die Ört 
lichkeiten des Vorkommens sind meist schon seit 
langen Zeiten bekannt und werden zur Sicherung 
eines regelmäßigen Ertrages immer erst nach 
zehn Jahren von neuem abgeerntet. Zum Her 
aufholen bediente man sich früher einfacher 
Schleppnetze, jetzt aber meist der Taucher. Die 
rohe Ware zerfällt in folgende Sorten: tote oder 
faule K., mit mineralischem und animalischem 
Niederschlag überzogen, im Werte von s—20 fr-
	        
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