Korkersatz
225
Krähenaugen
von Korkkohle (Spanisch Schwarz) für
Druckerschwärze benutzt. Einen großen Aufschwung
hat neuerdings die Erzeugung von
Linoleum (s. d.), von Korkstein und anderen
Fußbodenbelägen genommen. Sie bestehen in
der Regel aus Mischungen von geröstetem Korkmehl
mit Kalk, Ton, Gips oder Zement, bisweilen
auch unter Zusatz organischer Bindemittel
wie Pech, Teer, Asphalt u. dgl. Kamptulikon
(Kdrtizin) ist ein zu Platten gewalztes
Gemisch von Korkmehl mit Kautschuk, Guttapercha
oder eingedicktem Leinöl. —• Die Gesamteinfuhr
an Korkholz nach Deutschland betrug
1912 mehr als 206 000 dz im Werte von über
10 Millionen M., die Einfuhr an Korkstopfen
und -waren 18 000 dz (5 Mill. M.), die Ausfuhr
60 000 dz (4,8 Mill. M.).
Kerkersatz oder Kunstkork wird aus Korkmehl
unter Zusatz von Bindemitteln wie Nitrozellulose,
Kasein, _ Eiweiß, Kollodium, Viskose,
Glyzerin, Mineralöl, Kalk und Borsäure hergestellt;
doch scheint nur der Suberit, ein Erzeugnis
aus Korkmehl, Nitroglyzerin und Rizinusöl,
praktische Bedeutung erlangt zu haben.
Als ziemlich brauchbar soll sich auch das durch
Einwirkung von Azetylen auf Kupfer- oder Nickeloxyd
hergestellte Kupren erwiesen haben, das
wahrscheinlich aus kupferhaltigeji Kohlenwasserstoffen
besteht. Für gewisse Zwecke, z. B. die
Herstellung von Linoleum, hat man auch die
Verwendung von Holz- oder Rindenmehl, Holunder-
oder Sonnenblumenmark und pulverisierten
Baumschwämmen empfohlen. Als Ersatz für Korkstopfen
können sie nicht in Betracht kommen.
Kornit ist ein aus gepulverten Hornabfällen
durch Pressen hergestelltes Ersatzmittel für Horn.
Kornutin, das rein dargestellte Alkaloid des
Mutterkorns (s. d.), ein braungelbes, in Wasser
schwer lösliches Pulver, wird an Stelle des
Mutterkorns verordnet.
Koromandelholz (Calamanderholz), ein dem
Ebenholz ähnliches Nutzholz von der Insel Zeylon,
stammt von Diospyros hirsuta.
Kcrund, ein aus reiner Tonerde bestehendes
Mineral, bildet in durchsichtigen und gut kristallisierbaren
Stücken schöne Schmucksteine, die an
Wert dem Diamant nahekommen. (S. Rubin
und Saphir.) Die unrein gefärbten, undurchsichtigen
oder derben Arten., besonders der
gemeine Korund, der Diamantspat und der
Schmirgel (s. d.), finden wegen ihrer hohen
Härte als Schleifpulver Verwendung.
Koschenille (Cochenille, lat. Coccionella,
frz. Cochenille, engl. Cochineal) besteht aus
den getrockneten Weibchen der Nopalschildlaus
(Coccus cacti), die ihre Nahrung von
verschiedenen Kakteen bezieht und in Mexiko,
Mittelamerika u. a. O. in besonderen Anpflanzungen
gezüchtet wird. Sobald die Weibchen befruchtet
und dadurch bis zu Erbsengroße angeschwollen
sind, werden sie auf untergelegte
Tücher oder Schüsseln abgestrichen, durch
feuchte oder trockene Hitze getötet und getrocknet.
Der purpurrote Saft der lebenden Tiere
besteht aus ^iner farblosen Flüssigkeit, in welcher
der Farbstoff in Gestalt winziger Körnchen
schwimmt. Da die Generationszeit nur sechs
Wochen dauert, kann man bis zu fünf Ernten
Aachen, beschränkt sich aber meist auf drei, in
Merck* Warenlexikon.
Spanien, Algier und Teneriffa auf zwei Ernten,
Je nach der Art der. Gewinnung erhält man verschiedene
Sorten: eine silbergraue mit der natürlichen
Rückenbestäubung (Silberkoschenille),
wenn die Tiere durch Dämpfe getötet und an der
Sonne getrocknet wurden; eine dunkelbraunrote
bis schwarze, wenn man die Tiere in
heißes Wasser tauchte und bei künstlicherWärme
im Ofen trocknete. Eine geringwertigere Sorte
aus kleinen, wilden Schildläusen wird als Waldkoschenille
(Granilla) bezeichnet. Öie beste
Kultursorte, Zaccatilla, stammt aus Honduras
(schwarze Honduras), dann folgen die mexikanische
(Verakruz), die graue Honduras und
graue Mexiko. Zum Schluß folgt Teneriffa
mit guter grauer und schwarzer Ware sowie die
ähnliche spanische und geringe javanische Sorte.
Auch der beim Sieben abfallende Koschenillestaub
hat noch einen geringen Handelswert. Als
Verfälschung sind Zusätze mineralischer, mit Klebstoffen
an den Tieren befestigter Beschwerungsmittel
bis zu 50 % beobachtet worden. Der wertbestimmende
Farbstoff ist der Karmin (s. d.).
Kosmetische Mittel. Unter dieser Bezeichnung
versteht man die große Anzahl von Mitteln,
die zur Reinigung, Pflege oder Färbung der
Haut, des Haares oder der Mundhöhle benutzt
werden. Zu ihrer Herstellung ist die Verwendung
gesundheitsschädlicher Farben (s, d.) verboten.
Zugelassen sind: Schwefelsaures Barium
(Schwerspat, blanc fixe), Schwefelkadmium,
Chromoxyd, Zinnober, Zinkoxyd, Zinnoxyd, Schwe
fclzink, Kupfer, Zinn, Zink in Form von Puder.
Die Besprechung ist bei den einzelnen Gegenständen
erfolgt.
Kosmin, ein mit großer Reklame in den Verkehr
gebrachtes Mundwasser, besteht aus Spiritus,
Pfefferminzöl, Formalin und etwas roter
Farbe, ist aber frei von Salizylsäure und Mineralstoffen.
Kotorinde (lat. Cortex coto, frz. Ecorce de
coto, engl. Coto bark), eine seit 1873 im Drogenhandel
vorkommende Baumrinde der Laurazee
Drimys granatensis, kommt aus Bolivia und wird
als ausgezeichnetes Mittel gegen Diarrhöe angewandt.
Die 0,2—0,3 m langen, auch kürzeren,
flachen oder kaum gewölbten Stücke von verschiedener
Dicke besitzen eine rötlichzimtbraune
Farbe, sehr aromatischen, an Kardamomen
und Kajeput erinnernden Geruch und
aromatischen, zugleich beißenden und schwach
bitteren Geschmack. Als wirksame Bestandteile
sind neben ätherischem Öl die Alkaloide Kotoin,
Dikotoin und Phenylkumalin zugegen. Eine ganz
ähnlich wirkende Rinde von abweichendem Aussehen
aus Para in Brasilien (Cortex Paracoto) enthält
die Alkaloide Parakotoin, Leukotin, Oxyleukotin,
Hydrokotoin, Methylprotokotoin und Piperonylsäure.
Krähenaugen (Brechnüsse, lat. Nuces vomi
cae seu Semen strychni, frz. Noix vomique, engl.
Nux vomica, Seeds of strychnos), die Samen des
ostindischen Krähenaugenbaumes, Strychnos
nux vomica, bilden glatte, am Rande etwas
verdickte und abgerundete Scheiben von gelb
Hellgrauer Farbe, die auf der einen Seite mit
einer kleinen Erhabenheit, auf der anderen mit
einer kleinen Vertiefung versehen und mit außerordentlich
zarten, angedrückten Haaren besetzt
15