Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Kreuzblumenkraut

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Kubeben

auch  arabisches  Gummi  zu.  Das  getrocknete
Saftgrün,  eine  schwarzgrüne,  im  Bruche  glänzende ­
  und  an  den  Kanten  grün  durchscheinende
Masse,  darf 1  weder  feucht  noch  sandig  sein  und
muß  sich  in  Wasser  fast  vollständig  auf  lösen.
—  Die  getrockneten  unreifen  Beeren  können  .zu
den  Gelbbeeren  gezählt  werden,  haben  aber
wenig  Farbstoff  und  werden  meist  durch  die
Früchte  fremder  Rhamnusarten  ersetzt  (s.  Gelbbeeren), ­

Kreuzblumenkraut  (lat.  Herba  polygalae  ama
rae,  frz.  Herbe  de  Polygala  amöre,  engl.  Milkwort)
  besteht  aus  den  getrockneten  Zweigen,
Blättern  und  Wurzeln  einer  kleinen,  fingerhohen,
im  mittleren  und  nördlichen  Europa  wild  wachsenden ­
  ausdauernden  Pflanze  (Polygala  amara),
die  wegen  ihres  Bitterstoffs  medizinische  Anwendung ­
  findet.  Aus  einer  Rosette  von  verkehrt
eiförmigen,  Jederartigen  Wurzelblättern  erheben
sich  mehrere  mit  kleineren  Blättchen  besetzte
Stengel,  die  in  Trauben  die  lippenförmigen,
kornblumen-  oder  hellblauen,  auch  purpurroten,
seltener  weißen  Blütchen  tragen.  In  der  Blütezeit, ­
  Mai  und  Juni,  wird  die  ganze  Pflanze  samt
der  fadendünnen  Wurzel  gesammelt  und  getrocknet. ­
  Sie  wächst  sowohl  auf  Bergen  in
trockenen  Laubwäldern,  als  auf  nassen  Wiesen,
aber  nur  das  Gewächs  von  ersterer  Herkunft
besitzt  den  stark  bitteren  wirksamen  Stoff  und  ist
allein  brauchbar,  weshalb  die  Ware  beim  Einkauf ­
  stets  zu  kosten  ist.  An  dem  Mangel  des
bitteren  Geschmacks  ist  auch  die  beim  Sammeln ­
  wohl  mit  unterlaufende  gemeine  K.  zu
erkennen.  Verwendet  wird  das  Kraut  als  magenstärkendes ­
  Mittel  und  bei  Katarrhen.
Kristallponceau,  ein  in  der  Färberei  benutzter
Teerfarbstoff,  erscheint  in  schönen  braunroten
goldglänzenden  Kristallen,  die  in  Wasser  mit
roter  Farbe  löslich  sind,  und  besteht  aus  dem
Natronsalze  der  Alphanaphtylaminazobetanaphtoldisulfosäure.

Kristallviolett  (Violett  6B,),  ein  in  Wasser
mit  violetter  Farbe  löslicher  Teerfarbstoff,  besteht ­
  aus  der  Chlorwasserstoffverbindung  des
Hexamethylpararosanilins.  Das  metallisch  grünglänzende,
  Kristalle  bildende  K.  dient  zum  Färben ­
  von  Seide,  Wolle  und  Baumwolle.
Krokydoüth  (Tigeraugenstein),  ein  in  plattenförmigen ­
  Stücken  vorkommendes  Mineral  von
graublauer  bis  schwärzlichblauer  Farbe,  ist  ein
Natronelsenoxydulsilikat  und  wird  seit  1882  in
den  Achatschleifereien  zu  Idar  und  Oberstem  als
Schmuckstein  verarbeitet.  Man  findet  ihn  bei
Golling  im  Salzkammergut,  bei  Stavärn  in  Norwegen, ­
  in  Grönland  und  im  Kaplande.
Krotonöl  (Crotonöl,  lat.  Oleum  crotonis,  frz.
Huile  de  croton  Tiglium,  engl.  Croton  oil),  das
fette  Öl  der  bohnengroßen  Samen  mehrerer  ostmdischer,
  baumförmiger  Wolfsmilcharten,  be
1  sonders  Croton  Tiglium  und  Eluteria  (Gra-Oatill-
  oder  Purgierkörner),  kommt  entweder
direkt  von  Zeylon,  Madras,.  Bombay  und  Java,
oder  auf  dem  Umwege  über  England  in  den
Handel.  Das  direkt  eingeführte  Öl  besitzt,  weil
jus  gerösteten  Körnern  heiß  gepreßt,  eine  dunkle
Bernsteinfarbe,  während  in  Deutschland  und
England  durch  kalte  Pressung  ein  helleres  Er-2
 eugnis  erhalten  wird.  K.,  ein  fettes,  dem  Ri-■nnusöl
  an  Konsistenz  ähnliches,  aber  bald  dicker

werdendes  Öl  von  unangenehmem  Geruch  und
anfangs  mildem,  später  brennend  scharfem  Geschmack, ­
  ist  in  dem  doppelten  Volum  absoluten
Alkohols  völlig,  in  90  °/o  igem  Alkohol  nur  teilweise ­
  löslich  und  durch  sein  hohes  spez.  Gew.
0,940—0,960  von  den  übrigen  Fetten  unterschieden. ­
  In  chemischer  Hinsicht  enthält  es
neben  bekannten  Fettsäuren  auch  Tiglinsäure
und  als  wirksame  Bestandteile  Krotonol  und
Harz.  Es  wirkt  auf  Schleim-  und  Oberhaut
ätzend  und  Geschwüre  erregend,  innerlich  als
heftiges  Abführmittel,  in  größeren  Dosen  aber
Erbrechen  erregend  und  giftig.  Zur  mt  dizm  sehen
Verwendung  gelangt  daher  fast  nur  eine  Verdünnung ­
  mit  anderen  Ölen.  K.  wie  auch  die
Samen  und  alle  Abfälle  sind  mit  äußerster
Vorsicht  zu  handhaben,  unter  den  stark  wirkenden
Mitteln  aufzubewahren  und  nur  auf  ärztliche
Verordnung  abzugeben.
Krozein  B  und  3B,  rote  Azofarbstoffe,  die
zum  Färben  von  Wolle  dienen.  Der  erstere
ist  das  Natriumsalz  der  Amidoazobenzolazonaphtoldisulfosäure,
  der  letztere  das  gleiche  Salz
der  entsprechenden  Toluol  Verbindung.
KrozeTnorange  (Brillantorange,  Ponceau
4  GB),  ein  Azofarbstoff  aus  Diazobenzolchlorid
und  ß-Nap'hitol-s  sulfosäure,  der  Wolle  in  saurem
Bade  lichtecht  orange  färbt.
Krozeinscharlach  3B  und  7B,  verschiedene
rote  Teerfarbstoffe,  die  in  der  Weise  hergestellt
werden,  daß  man  Amidoazobenzolmonosulfosäure
oder  die  entsprechenden  Toluidinverbindungen  diazotiert
  und  die  Diazoverbindung  mit  einer  Lösung ­
  von  Naphtolsulfosäure  in  Ammoniak  behandelt. ­
  Krozeinscharlach  3  B  ist  mit  Ponceau
4  Rß  identisch.  Sie  dienen  zum  Färben  vonWolle
im  sauren  Bade  und  von  mit  Anilin  gebeizter
Baumwolle.
Kryolith  (Eisstein,  frz.  Kryolithe,  engl.  Kryolite),
  ein  technisch  außerordentlich  wertvolles  Mineral ­
  von  Arksudfjord  an  der  Südküste  Grönlands,
besteht  aus  eis-  oder  porzellanähnlichen  weißen
Massen  von  blättrig-kristallinischem  Gefüge  und
ist  in  chemischer  Hinsicht  als  eine  Doppelverbindung ­
  von  Fluornatrium-Fluoraluminium,
aNaF.AlFj,  anzusprechen.  Beim  Glühen  oder
Kochen  mit  Kalk  entsteht  neben  unlöslichem
Fluorkalzium  Natriumaluminat,  welches  das  Ausgangsmaterial ­
  zur  Herstellung  von  Tonerde  und
Natriumverbindungen  liefert.  Kocht  man  nämlich ­
  die  Lösung  des  Natriumaluminates  mit  neuen
Kryolithmengen,  so  fällt  reine  Tonerde  aus,  und
Fluornatrium  geht  in  Lösung,  um  dann  durch
Kochen  mit  Kalk  neben  dem  wertlosen  Fluorkalzium ­
  Ätznatron  zu  geben.  Leitet  man  andererseits ­
  in  die  Natriumaluminatlösung  Kohlensäure  ein,
so  erhält  man  in  Lösung  direkt  Soda,  neben  ungelöster ­
  reiner  Tonerde.  Die  letztere  dient  zur
Darstellung/von  Alaun  und  met.  Aluminium.
Ohne  weitere  Vorbereitung  findet  der  K.  in  der
Seifenfabrikation  Anwendung,  die  eine  aus
heißer  Kryolithlösung  und  Kalk  hergestellte
Lauge  direkt  mit  Fetten  versiedet  sowie  auch
zur  Herstellung  von  Milchglas  'und  Email.
Kubeben  (Kubebenpf  eff  er,  Schwanzpf  effer,
  Schwindelkörner,  lat.  Cubebae,  Fructus
cubebae  seu  Piper  caudatum,  frz.  Cubdbes,  engl.
Cubebs)  .  sind  die  nicht  völlig  reifen  Früchte
einer  besonderen  Pfefferart,  Piper  Cubeba,  die.
            
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