Lachs
236
Lacke
aber meist ganz flach oder wenig gewölbt ge
schliffen, da fassettierter Schliff das schöne
Farbenspiel aufhebt.
Lachs (Salm, frz. Saumon, engl. Salmon),
ein zu der Ordnung der Knochenfische, Fa
milie der Salmoniden, gehörender Raubfisch
(Salmo salar), findet sich in allen nördlichen
Meeren, auch in der Nord- und Ostsee, fehlt
aber bereits im Mittelrneer. Der schlank ge
baute, mit kleinen Schuppen bedeckte Leib
zeigt je nach Alter und Geschlecht stark wech
selnde Färbung. Das große Maul des verhält
nismäßig kleinen Kopfes ist im Unterkiefer mit
einer Reihe, im Oberkiefer mit zwei Reihen
starker Zähne besetzt. Die Rückenflosse zeigt
3—4 Stachel- und 9—11 weiche Strahlen, die
Brustflosse 14 Strahlen (davon nur die erste
hart), die Bauchflosse 8 weiche und 1 harte,
die Afterflosse 3 harte und 7—8 weiche, die
Schwanzflosse 19 weiche Strahlen. Der L. ist
ein Meeresbewohner, geht aber, wenn er etwa
1 m lang geworden ist, zum Laichen die Flüsse,
in Deutschland besonders Rhein, Elbe und
Weser hinauf, überspringt Stromschnellen und
kleinere Wasserfälle und wird während dieser
Aufwärtswanderung mit Angel und Netz ge
fangen. Der ins Meer zurückkehrende Fisch ist,
da er in den Flüssen keine Nahrung zu sich
nimmt, abgemagert und wenig wertvoll, Als
Mindestgröße fangbarer Lachse ist in Deutsch
land J / 2 m vorgeschrieben, während Fische von
1V2 m und 12—15 kg Gewicht die beste Han
delsware bilden, doch kommen auch 20 kg
schwere, vereinzelt noch schwerere Exemplare
vor. Seitdem der Ertrag der deutschen Fischerei
stark zurückgegangen ist, werden die L. haupt
sächlich von Schottland, Norwegen und Nord
amerika (Alaska) in den Handel gebracht. —
Der L. ist einer der wohlschmeckendsten und
nährstoff-, besonders fettreichsten Fische mit
640/0 Wasser, 21—220/0 Eiweiß, 13—140/0 Fett
und 1 0/0 Mineralstoffen und wird sowohl frisch
wie eingesalzen, geräuchert und mariniert ge
nossen. Gesalzen und geräucherter L. ent
hält 51 0/0 Wasser, 240/0 Eiweiß, 13% Fett und
120/0 Mineralstoffe (10 0/0 Salz). Zum Marinie
ren werden die ausgeweideten, in Stücke zer
schnittenen Tiere gekocht, darauf mit Gewürzen
in Fässer gepackt und diese mit Essig-Salz-
Lake aufgefüllt und zugeschlagen. Besonders
geschätzt ist die marinierte Ware von Elbing.
Außerdem bringen Danzig, Thora, Bremen,
Frankfurt a. O. Lachs in den Handel. Wich
tige Ausfuhrorte sind Berwick und Perth in
Schottland, Bergen in Norwegen und Neufund
land. — Von den hauptsächlichsten Verwandten
des L. kommt der Huchen (Salmo hucho),
der bis 2 m lang und 50 kg schwer wird, im
Schwarzen Meere vor. Er steigt in die Donau
mit ihren Nebenflüssen und wird daher Donau
lachs genannt. — Die Seeforelle, Grund
oder Lachsforelle, Rheinanke, Illanke
(Salmo lacustris) bevölkert hauptsächlich die
Landseen, besonders der Schweiz und wird bis
zu 20 kg schwer. Eine Abart, die Meerforelle
(Salmo trutta) verbringt einen Teil ihres Le
bens im Meere. — Die eigentliche Forelle ist
in einem besonderen Aufsatze besprochen
worden.
Lacke (lat. Lacca, frz. Laques oder Vernis,
engl. Lac oder Varnish). Mit diesem Namen be
legt man, abgesehen von einigen natürlichen
Harzen wie Stocklack oder Schellack (s, d.),
dem Japanlack (s. d.) und einigen Lackfarben
(s. d.), sowohl Auflösungen von Harzen in
leicht flüchtigen Flüssigkeiten, die sog. flüch
tigen oder mageren Lacke, als auch
Mischungen der letzteren mit fetten Ölen, Harz
ölen oder Firnis, die sog. Lackfirnisse,
fetten oder Öllacke. Im gewöhnlichen Leben
werden die Begriffe Lack und Firnis häufig
verwechselt oder als völlig gleichbedeutend ge
braucht, so daß vielfach nur mit Firnis oder
Ölfarbe gestrichene Gegenstände als lackierte in
den Handel kommen. Charakteristisch für einen
wahren Lack ist aber immer sein Gehalt an
Harz. Als Harze kommen besonders Bernstein,
Dammar, Kopal, Kolophonium sowie neuer
dings Kunstharze (s. Harz), als Lösungsmittel
Äther, Alkohol, Amylalkohol, Amylazetat, Aze
ton, Benzin, Benzol, Kampferöl, Rosmarinöl,
Terpentinöl in Betracht. Beim Überstreichen
def Gegenstände verflüchtigt sich das Lösungs
mittel und das Harz bleibt als dünner durch
sichtiger oder bei Zusatz von Körperfarben
undurchsichtiger Überzug zurück. Die fetten
Lackfirnisse bestehen' aus Firnis (Leinöl-,
Holzöl- oder anderem Firnis) und Harzen in
Terpentinöl. Zu ihrer Herstellung wird der
entsprechend in etwa nußgroße Stücke zer
brochene Kopal (oder auch Bernstein) in Kesseln
mit Kondensationsvorrichtung vorsichtig bei
etwa 300—350° geschmolzen, wobei das Kopalöl
überdestilliert, und darauf das auf 200 0 er
wärmte Leinöl (Firnis) nach und nach hinzu
gegeben, bis bei andauerndem Erhitzen auf
320 0 eine völlig gleichmäßige Mischung ent
standen ist. Nach dem Abkühlen gibt man
Terpentinöl, unter Umständen auch Sikkative
(s. d.) hinzu und unterwirft das fertige Er
zeugnis in der Regel noch einer Filtration. Bei
Verwendung von Kolophonium statt der fossilen
Harze kann ein einfacheres Verfahren angewandt
werden. Die fetten Lackfirnisse liefern von allen
Lacken die haltbarsten Überzüge, brauchen aber
lange Zeit zum Trocknen (meist in geheizten
Räumen) und werden, oft in Verbindung mit
Farben, für Lederzeug, Blechwaren und andere
der Abnutzung ausgesetzte Gegenstände ange
wandt. Als Unterabteilung gehören zu ihnen
noch die sog. Kautschuklacke, die einen Zu
satz von Kautschuk oder Guttapercha in Benzin
gelöst erhalten und sich durch große Geschmei
digkeit, bei allerdings vermindertem Glanz, aus
zeichnen. Matt lacke erhalten außerdem einen
Zusatz von Wachs. — Spiritus- oder Wein
geistlacke werden in der Regel gebraucht,
wenn die gestrichenen Gegenstände ihre natür
liche Farbe behalten sollen, und daher für
diesen Fall aus besonders hellen Harzen be
reitet, während für andere Zwecke auch dunk
lere Harze, Bernstein, Schellack, Kolophonium,
benutzt werden können. Bisweilen erhalten sie
auch einen Zusatz alkohollöslicher Farben, wie
Teerfarben oder Drachenblut (Goldlack).
Kleinere Mengen der weicheren Harze kann
man durch Schütteln der pulverisierten Masse
mit starkem Weingeist schon in der Kälte,