Löffelkraut
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Lorbeeren
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Alkaloid Lobelin, ein narkotisch wirkendes
Gift, ferner Inflatin und Lobelakrin. Das
Pulver oder die Tinktur daraus wirkt in kleinen
Gaben fördernd auf die Sekretionswege, in
größeren Erbrechen erregend. Man benutzt sie
als Brech- und schweißtreibendes Mittel sowie
gegen Asthma.
Löffelkraut (Skorbutkraut, lat. Herba
cochleariae officinalis, frz. Herbe de cochldarie,
engl. Scurvy grass). Diese als Wunderheilmittel
für skorbutkranke Schiffer altberühmte Pflanze
wächst von den Küsten der Nord- und Ostsee
an nordwärts bis zu den Grenzen des' Pflanzenwachstums
und findet sich unter anderen noch
auf der ganzen Westküste von Grönland, besonders
üppig auf Plätzen, die durch Seevögel
gedüngt wurden. Daneben kommt sie aber
auch bei uns im Binnenlande, namentlich an
salzigen Seen und Salinen, vor und läßt sich in
feuchtem Boden auch aus Samen ziehen. Die
zu den Kruziferen gehörende und dem Meerrettich
nahe verwandte Pflanze ist zweijährig
und bringt erst im zweiten Jahre ihre weißen
Blütendolden und kleinen Samenschötchen hervor.
Die Wurzelblätter sind rundlich und langstielig,
von der Form eines Löffels, während
die höher stehenden Blätter dem Stengel ansitzen
und sehr kurze Stiele haben. Gerieben
hat das frische Kraut einen beißend scharfen
Geruch und einen salzig bitteren, kressenartigen
Geschmack, welcher auf seinem Gehalte an
ätherischem Öl beruht. — Zur Destillation
des Löffelkrautspiritus (lat. Spiritus cochleariae,
frz. Esprit de cochlearie, engl. Sprit of
Scurvy grass) darf nur trockenes Kraut unter
Zusatz von weißem Senfpulver verwandt werden.
Das Destillat enthält den wirksamen Bestandteil
in Form eines flüchtigen schwefelhaltigen
Öls, das im Safte der Pflanze noch
nicht fertig gebildet ist. Der Spiritus dient wie
das frische Kraut gegen skorbutartige Leiden
sowie äußerlich zu reizenden Einreibungen.
Löffelkrautöl (lat. Oleum cochleariae, frz.
Essence de cochlearia, engl. Oil of spoonwort),
das durch Destillation von Löffelkraut
und weißem Senf mit Wasserdampf gewonnene
ätherische Öl des Löffelkrautes, ist farblos
bis gelblich und zeigt den stechend scharfen Geruch
und Geschmack des frischen Krautes. Es
hat ein spez. Gew. von 0,933—0,950, siedet bei
156—t6o° und ist seiner chemischen Natur nach
als das Isosulfozyanat des sekundären Butylalkohols
anzusprechen. Das auf künstlichem
Wege bereitete und zur Herstellung von Löffelkrautspiritus
in den Handel gebrachte L. besteht
aus Isobutylsenföl.
Löwenzahnwurzel (lat. Radix taraxaci, frz.
Racine de pissenlit, Racine de dent de Lion, engl.
Taraxacum root, Dandelion), die spindelförmige
Wurzel der bekannten, fast überall wild wachsenden
Komposite Leontodon taraxacum,
zeigt unter einer schwärzlichen Oberhaut einen
weißlichen Holzkörper und schmeckt schwach
salzig und süß bitterlich. Von wichtigen Inhaltsstoffen
wurden durch Power und Browning
neben geringen Mengen eines Enzyms und
eines ätherischen Öls im Wasser löslichen Extrakte,
Lävulose, Cholin, Parahydroxyphenylessigsäure
und 3:4 Dihydroxyzimtsäure, aus
dem unlöslichen Teile zwei neue Alkohole: Taraxasterol
und Homotaraxasterol isoliert. L.
wird, ebenso wie das daraus gewonnene Extrakt
(lat. Extraktum taraxaci, frz. Extrait de
pissenlit, engl. Extract of Taraxacum), medizinisch
zu Kräutersäften und Frühlingskuren
verwandt, dient aber hauptsächlich zur Herstellung
von Kaffee-Ersatzmitteln.
Lohe (Gerberrinde) nennt man im allgemeinen
alle zu einem groben Pulver gemahlenen
Baumrinden, welche wegen eines hohen
Gerbstoffgehaltes zum Gerben benutzt werden.
Im besonderen versteht man darunter aber die
früher fast allein in Betracht kommende
Eichenrinde, die in besonderen Schäl Waldungen
gewonnen wird. Das Holz wird hier
alle 12—15 Jahre von den Stöcken geschlagen
und liefert die sog. Spiegel- oder Glanzrinde
mit 160/0 Gerbstoff, während die Rinde
alter Bäume nur 4—6 0/0 Gerbstoff enthält. Als
ein wichtiger Fortschritt dieser guten Nutzen
abwerfenden Anlagen ist es zu bezeichnen, daß
die Buscheichen jetzt bereits im Winter geschlagen
werden, da die Rinden dann reicher an
Gerbstoff sind und eine Störung des Wachstums
vermieden wird. Das Schälen bietet nach
der Behandlung in einem Dampfapparat keine
Schwierigkeit mehr. Von anderen Rinden kommen
hauptsächlich die Fichtenrinde, die
Tannenrinde sowie in Nordamerika die Rinde
der Hemlocktanne in Betracht. Weidenrinde
dient zum Gerben des weichen (dänischen)
Handschuhleders, ein Gemisch von Birkenund
Erlenrinde zur Darstellung des Juchtens.
Die Rinden anderer Bäume: Lärche, Pappel,
Buche, Nußbaum, Ulme und Kastanie haben
wegen ihres geringen Gerbstoffgehaltes weniger
Bedeutung, um so größere Wichtigkeit
kommt verschiedenen ausländischen Gerbmaterialien
(s. d.) zu, welche in von Jahr zu Jahr
steigenden Mengen eingeführt werden.
Lorbeerblätter (lat. Folia lauri, frz. Feuilles
de laurier, engl. Laurel leaves), die Blätter des
edlen Lorbeerbaumes (Laurus nobilis),
der im Orient heimisch ist, sich aber in Südeuropa
häufig angepflanzt und verwildert vorfindet
und männliche und weibliche Blüten auf
verschiedenen Stämmen trägt. Die dunkelgrünen
ganzrandigen und lederartigen Blätter
von glänzender Oberfläche und matter Unterseite
besitzen einen aromatischen Geruch und
gewürzhaft bitteren Geschmack und bilden
eines der bekanntesten Gewürze zum Küchengebrauch,
zum Marinieren von Fischen, wie
zum Aromatisieren von Essigen und Likören
und werden in Italien auch zum Einpacken von
Südfrüchten und Lakritzen benutzt.
Lorbeerblätteröl (lat. Oleum foliorum lauri
aethereum, frz. Essence de feuilles de laurier,
engl. Oil of Laurel leaves), das kajeputölartig
riechende Öl der Lorbeerblätter, hat ein spez.
Gew. von 0,915—0,932, eine Drehung von
— 15 bis — 19° und fängt bei 158° an zu sieden.
Hauptbestandteile des Öls sind Pinen, Zineol
(etwa 500/0), Linalool, Geraniol, Eugenol und
Methyleugenol; die höchstsiedenden Anteile
sind noch nicht festgestellt.
Lorbeeren (lat. Baccae seu Fructus lauri, frz.
Fruits de laurier, engl. Laurel berries), die ge