Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Apfelwein

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Aprikosenkerne

men.  Die  kugelrunden,  oft  etwas  abgeplatteten
Früchte  sind  von  einer  hellgelben  bis  dunkelrotorangen ­
  Schale  umgeben,  welche  ein  wohlriechendes ­
  ätherisches  Öl,  das  Apfelsinenöl,
enthält.  Darunter  folgt  eine  weiße,  schwammige
Schicht,  die  Pulpa,  aus  welcher  ein  weißer,  kristallisierbarer ­
  Bitterstoff,  das  Hesperidin,  abgeschieden ­
  worden  ist,  und,  schließlich  das  saftige ­
  Fruchtfleisch,  welches  seinen  säuerlichsüßen
Geschmack  einem  Gehalte  an  rund  i  o/ 0  Zitronensäure ­
  und  5—6  o/o  Zucker  verdankt.  Mit  zunehmender ­
  Reife  wächst  der  Zuckergehalt  und
der  süße  Geschmack.  Als  Zeichen  der  Güte  gilt
dünne  Schale  und  hohes  Gewicht,  doch  gibt  es
auch  eine  sehr  geschätzte  kleine  Sorte  mit  gelbroter
  Schale  und  rotem  Fleisch,  die  erst  im
vorigen  Jahrhundert  bei  uns  bekannt  gewordene
Mandarinenorange  oder  Blutapfelsine.
Die  A.  werden  in  Kisten  versandt  und  zur  Herstellung ­
  von  Marmelade  benutzt,  meist  aber  roh
verzehrt.  Als  beste  Sorten  gelten  die  von  Malta,
Genua  und  dem  Gardasee.
Apfelwein  (Apfelwein,  Cider,  frz.  Cidre,
engl.  Cyder),  die  wichtigste  Sorte  Obstwein,
wird  aus  dem  ausgepreßten  Safte  der  Äpfel
durch  Gärung  gewonnen.  Während  aber  bei
der  Traubenweinbereitung  mit  wen : g  Ausnahmen ­
  der  edelste  Wein  da  erzielt  wird,  wo  jede
Sorte  für  sich  gesondert  gekeltert  wird,  ist
bei  der  Bereitung  des  A.  die  Benutzung  verschiedener ­
  Sorten  geradezu  Erfordernis  für  die
Erzielung  eines  guten  Produkts.  Das  Obst  wird
zerrieben  und  der  Troß  genannte  Brei  nach
12—48  Stunden  langem  Stehen  in  bedeckten
Kufen  ausgepreßt,  worauf  die  Gärung  von  selbst
eintritt.  100  kg  Äpfel  geben  70  bis  120  1  Most.
Zur  Ausgleichung  des  Geschmacks  ist  der  Zusatz ­
  geringer  Mengen  Wasser  und  Zucker  zulässig, ­
  hingegen  ist  die  Verwendung  der  in  den
Ausführungsbestimmungen  zu  §  10  des  Weingesetzes ­
  vom  7.  April  1909  aufgeführten  Stoffe,
insbesondere  von  löslichen  Aluminiumsalzen,
Bariumverbindungen,  Borsäure,  Glyzerin,  Salizylsäure, ­
  unrejnem  Stärkezucker,  Teerfarben  usw.
verboten  (s.Wein).  Der  A.  ist  selten  länger  als
sieben  Jahre  haltbar,  wird  aber  gewöhnlich
schon  binnen  Jahresfrist  genossen  und  in  Fässern
versandt.  Einen  besonderen  Ruf  genießt  der
Frankfurtcr  A.  Die  hauptsächlichsten  Erntegebiete ­
  sind  Hessen,  Württemberg,  Baden  und
neuerdings  auch  Sachsen,  im  Auslande  die
Schweiz,  England,  Normandie  und  Pikardie.
Apiol,  der  kristallinische,  kampferartige  Bestandteil ­
  aus  dem  ätherischen  Öl  der  Petersilienfrüchte, ­
  welcher  bei  30 0  schmilzt  und  bei  294 0
unzersetzt  siedet,  ist  in  Wasser  unlöslich,  leicht
löslich  in  Alkohol,  Äther  und  fetten  Ölen,  besitzt
schwachen  Petersiliengeruch  und  findet  therapeutische ­
  Anwendung  gegen  Wechselfieber  als
Ersatz  des  Chinins  und  gegen  Menstruationsbeschwerden. ­

Apollinaris,  das  bekannte  kohlensaure  Mineralwasser ­
  der  Apollinarisquelle  bei  Remagen,  welche
nach  Mitteilungen  des  „Mineralwasserfabrikant''
1901,  Nr.  38  einer  rein  englischen  A.-G.  oder
ihrer  Tochtergesellschaft  gehört.  Das  Wasser,
welches  in  ungeheuren  Mengen,  besonders  nach
England,  versandt  wird,  in  Deutschland  aber,
weil  es  enteisent  und  mit  Kohlensäure  gesättigt

wird,  nicht  als  natürliches  Mineralwasser  bezeichnet ­
  werden  darf,  enthält  in  i  kg  2,676  g
gelöste  Stoffe,  nämlich  1,3521  g  Natriumbikarbonat, ­
  0,3755  g  Kalziumbikajrbonat,  0,5756  g  Magnesiumbikarbonat, ­
  0,0167  ff  Ferrobikarbonat,
0,3765  g  Natriumchlorid,  0,2126  g  Natriumsulfat
und  0,0137  g  Kieselsäure.
Apomorphin  (lat.  Apomorphinum,  frz.  Apomorphine,
  engl.  Apomorphin),  ein  Zersetzungsprodukt ­
  des  Morphins,  entsteht  aus  diesem  durch
Einwirkung  heißer  überschüssiger  Salzsäure
unter  Druck  als  weiße  kristallinische  Masse,
welche  an  der  Luft  bald  grün  wird  und  sich  in
Äther  und  Benzol  mit  roter,  in  Chloroform  mit
violetter  Farbe  löst.  Das  A.  ist  eines  der  heftigsten ­
  Brechmittel  und  äußert  diese  Wirkung
schon  beim  Einspritzen  unter  die  Haut.  Zu
medizinischen  Zwecken  verwendet  man  gewöhnlich ­
  das  Chlorwasserstoffapomorphin
(salzsaures  A.,  lat.  Apomorphinum  muriaticum
  s.  hydrochloricum).
Aprikosen  (Marillen,  Maletten,  frz.  Abricots,
  engl.  Apricots),  die  Steinfrüchte  des  Aprikosenbaums, ­
  Prunus  armcniaca  oder  Armeniaca
  vulgaris,  eines  in,  Armenien,  China  und
Japan  einheimischen  Baumes,  der  -in  Italien,  .
Deutschland,  Österreich,  Frankreich  angebaut
wird,  besitzen  eine  sammetartig  behaarte  Schale
und  eine  meist  kugelförmige  Gestalt  (Muskateller- ­
  und  Mandel-A.),  doch  gibt  es  auch  plattgedrückte ­
  und  eiförmige  Sorten  (Pfirsich-A.).
Von  der  großfrüchtigen,  spätreifenden  echten  A.
unterscheidet  man  die  einseitig  gefurchten,  auf
der  Sonnenseite  geröteten  Früchte  von  gelber
Grundfarbe;  sie  haben  ein  charakteristisches
Aroma  und  enthalten  an  Geschmackstoffen  neben
6—7  0/0  Zucker  etwa  1  0/0  freier  Säure,  welche
sich  in  wechselnder  Menge  aus  Zitronensäure
und  Äpfelsäure  zusammensetzt.  Sie  müssen  zur
Vermeidung  von  Verletzungen  einzeln  gepflückt
(nicht  geschüttelt)  werden  und  dienen,  abgesehen
von  den  frisch  in  den  Handel  kommenden,  zur
Herstellung  von  Marmelade,  Dörrobst  (s.  d.)
und,  besonders  in  England,  auch  von  Aprikosenwein. ­

Aprikosenäther,  ein  in  der  Konfektfabrikation
benutzter  künstlicher  Fruchtäther,  der  aus  einer
alkoholischen  Lösung  von  Chloroform,  Buttersäureäthyl- ­
  und  -amylester  und  einigen  anderen
Riechstoffen  besteht.-Aprikosenkerne
  oder  -steine,  die  Steinkorne
der  A.,  welche  einen  nicht  unwichtigen  Handelsartikel ­
  von  zunehmender  Bedeutung  bilden,  besitzen ­
  eine  eirunde,  seitlich  zusammengedrückte
Gestalt  und  sind  an  einer  Seite  mit  Kante  versehen. ­
  Sie  umschließen  innerhalb  ihrer  harten
Schale  einen  süßen  oder  bitteren  Samenkern,
der  den  Mandeln  ähnlich,  aber  zum  Unterschiede ­
  von  diesen  wesentlich  kleiner,  ungefähr
so  lang  wie  breit  und  flach  herzförmig  ist  und,
nicht  eine  rauhe  (schilferige),  sondern  glatte
Oberfläche  besitzt.  Die  A.  enthalten  etwa  40  bis
50  0/0  eines  fetten  Öls,  die  bitteren  können  auch
zur  Herstellung  eines  dem  Bittermandelöl  ähnlichen ­
  ätherischen  Öles  (durch  Destillation)  benutzt ­
  werden.  In  der  Hauptsache  finden  sie  als
sog.  „Mandelersatz“  in  der  Konditorei  sowie  zur
Verfälschung  von  Marzipan  Verwendung.  Der
Nachweis  gelingt  mit  Hilfe  der  mikroskopischen
            
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