Methylal
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Milch
diazobenzolsulfosäure auf Alphanaphtol, Meta
nilorange II auf Betanaphtol erhalten.
Methylal, der Methylendimethyläther, CH 2 .
(O.CH 3 ) 2 , eine hei 42 0 siedende Flüssigkeit,
findet als Schlafmittel und Anästhetikum me
dizinische Anwendung;
Methylblau, ein dem Anilinblau verwandter,
1862 entdeckter Teerfarbstoff, entsteht durch
Einwirkung von Anilin auf Pararosanilin, Sul-
furieren des gebildeten Triphenylrosanilins und
Sättigen mit Soda und ist daher das Natronsalz
der Triphenylpararosanilintrisulfosäure. Man er
hält es als dunkelblaues, in Wasser lösliches
Pulver, das gebeizte Baumwolle blau färbt.
Methylenblau, Äthylenblau, Phenylen-
blau (Bleu de Poteaux), ein seit 1876 be
kannter Thiazinfarbstoff, wird erhalten, wenn
man eine salzsaure Lösung von Nitrosodimethyl-
anilin mit Schwefelwasserstoff reduziert, die ent
stehende Verbindung mit Eisenchlorid behandelt
und schließlich durch Zusatz von Chlorzinklösung
und Kochsalz den Farbstoff als Chlorzinkverbin-
dung ausfällt. Zurzeit stellt man den Farbstoff
ausschließlich nach dem sog. Thiosulfatver-
fahren her, indem man Paraamidodimethylanilin
bei Gegenwart von unterschwefligsaurem Na
trium oxydiert, die entstandene Thiosulfonsäure
durch Behandlung mit Chromat und Dimethyl
anilin in das entsprechende Indamin überführt
und letzteres mit Chlorzinklösung kocht. Das
Endprodukt, das Leukomethylenblau, gibt dann
bei der Oxydation mit Eisenchlorid den Farb
stoff, ein vierfach alkyliertes Lauthsches Vio
lett (s. d.) von der Formel (CH 3 ) 2 . N . C 6 H 3 .
(NSC1)C 6 H 3 N . (CH 3 ) 2 . Man erhält das M. ent
weder als dunkelblaues Pulver oder in kupfer
artig glänzenden Nadeln, die in Wasser löslich
sind. Der Farbstoff eignet sich zum Blaufärben
von Seide und mit Tannin gebeizter Baumwolle
und findet auch beschränkte medizinische An
wendung. — Als Abkömmlinge des M. sind an
zuführen: Methylengrün, ein Nitroprodukt,
Thiokarmin, ein aus Methylbenzylanilinsulfo-
säure dargestellter, Neumethylenblau N, ein
vom Nitrosomethyltoluidin ausgehender Methy
lenblaufarbstoff.
Methylgrün (Lichtgrün, Parisergrün,
Grünpulver, Vert ötincelle, Vert lumifere),
ein seit 1871 bekannter Triphenylmethan-
farbstoff, besteht aus der Zinkchloridverbin
dung des Chlormethylhexamethylpararosanilin-
chlorwasserstoffs und wird durch Behandlung
von Methylviolett mit einer Lösung von Chlor
methyl in Amylalkohol und nachherigen Zusatz
von Chlorzink dargestellt. Man erhält das M. in
grünen Kristallen, die sich in Wasser leicht mit
blaugrüner Farbe lösen und zum Färben von
Seide und Baumwolle benutzt werden. Wendet
man bei der Darstellung anstatt Chlormethyl
Bromäthyl an, so erhält man eine andere Sorte
M., die in chemischer Hinsicht als Äthylgrün
anzusprechen ist.
Methylorange (Dimethylorange, Dime
thylanilinorange, Helianthin, Tropae-
olin D), ein Azofarbstoff (s. d.), der 1875 ent
deckt wurde und aus dem Natronsalze des Sulfanil-
säureazodimethylanilins, C U H U N S . SO a Na, be
steht, bildet ein ockergelbes, in Wasser lösliches
Pulver und wird gewöhnlich auch als Orangelll
bezeichnet. Vgl. Orange.
Methylviolett (Methylanilinviolett, Pa
riser Violett, frz.Violet de Paris, Violet direct),
ein schon seit 1861 bekannter Teerfarbstoff
der Triphenylmethanreihe, besteht gewöhnlich
aus einem Gemenge von Salzen zweier Basen,
nämlich des Pentamethyl- und des Hexamethyl-
rosanilins. Man erhält den. Farbstoff durch Oxy
dation von Dimethylanilin mit Kupfernitrat und
Kochsalz und Entfernen des Kupfers durch
Schwefelleber. An Stelle des Kupfernitrats kann
auch Kupfersulfat und chlorsaures Kali an
gewandt werden. Um mehr rötliche Farbtöne
zu erzielen, nimmt man ein Gemenge von Di
methylanilin und Methylanilin. Durch Aus
kochen des Reaktionsproduktes mit Salzsäure
erhält man die Chlorwasserstoffverbindung der
Basen, welche mit Kochsalz ausgefällt wird. Das
M. kommt in metallisch grünglänzenden Stücken
oder auch als Pulver, selten kristallisiert, in den
Handel. Es gibt mit Wasser eine violette Lö
sung, welche durch Zusatz von Salzsäure grün
wird. Die verschiedenen Arten des M. werden
zum Färben von Wolle, Seide und Baumwolle
benutzt. Unter der Bezeichnung Methylvio
lett 5 B und 6B kommen andere Farbstoffe in
den Handel, welche durch Einwirkung von Ben
zylchlorid auf Rosanilin erhalten werden; siehe
Benzyl violett. Das reine Hexamethyl-p-Ros-
anilin wird als Kristallviolett bezeichnet.
Metol, das salz- oder schwefelsaure Salz des
Monomethylparamidometakresols, ist in verschie
denen Haarfärbemitteln, wie Aurin, aufgefun
den worden, soll aber unter Umständen Haut
entzündungen hervorrufen. Für photographische
Zwecke findet es, besonders in Verbindung mit
Hydrochinon, als Entwickler Anwendung.
Migränin ist der den Höchster Farbwerken
geschützte Name für ein Gemisch von ungefähr
91 Teilen Antipyrin, 8 Teilen Koffein und 0,5 0/0
Zitronensäure, das als Mittel gegen Kopfschmer
zen und Migräne vielfach Anwendung findet,
seit 1906 aber von den Apotheken nur auf ärzt
liche Verordnung abgegeben werden darf.
Mikrobin, ein neues Konservierungsmittel für
Obsterzeugnisse, besteht aus parachlorbenzoe
saurem Natrium, C 6 H 4 C1 . COONa.
Milch (lat. Lac, frz. Lait, engl. Milk) ist die
von den Milchdrüsen der Säugetiere abgeschie
dene und für die Ernährung der Nachkommen
im Jugendzustande bestimmte Flüssigkeit. Zum
Begriff der Handelsmilch, als welche in
erster Linie und nahezu ausschließlich die Kuh
milch in Frage kommt, gehört weiter, daß sie
durch vollständiges Ausmelken gewonnen wor
den ist und erst einige Zeit nach dem Abkalben
in den Verkehr gebracht wird. Die in den ersten
Tagen nach dem Kalben abgesonderte Flüs
sigkeit (Kolostrum, Kolostralmilch, Biest
milch) darf hingegen nicht verkauft werden.
Die Milch stellt eine undurchsichtige, weiße bis
gelbe Flüssigkeit dar, von amphoterer Reaktion
und angenehm süßlichem Geschmack und be
steht aus einer Emulsion von mikroskopisch
kleinen Fettkügelchen in - einer weißen, dünn-
schleimigen, wäßrigen Lösung, dem sog. Milch
plasma. Bei längerem Stehen steigen die sus
pendierten Fettröpfchen an die Oberfläche und