Minargent
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Mineralwässer
-j- 52,53°, doch zeigt der M. in hohem Grade
die Eigenschaft der Birotation, indem die Drehung
gleich nach der Lösung 'wesentlich größer ist und
erst nach 24 Stunden oder nach dem Aufkochen
die normale Höhe erreicht. In chemischer Hinsicht
ist der M. als eine Biose, nämlich als eine
Verbindung von Galaktose und Dextrose anzusprechen.
Beim Erhitzen mit verdünnten Säuren
zerfällt er in seine Einzelbestandteile, reduziert
aber Fehlingsche Lösung auch für sich
allein. Mit Hefe vergärt M. nicht, geht aber mit
dem Bacillus acidi lactici leicht in Milchsäuregärung
und mit den Kumys- und Kefirfermenten
in alkoholische Gärung über. Zur Quantitativen
Bestimmung bedient man sich der Reduktion
Fehlingscher Lösung und der Polarisation.
Der M. findet in der Pharmazie vielfache
Anwendung zur Herstellung von Medikamenten,
seine Hauptbedeutung liegt aber in
dem Verbrauche zur Versüßung der Säuglingsmilch.
Zu letzterem Zwecke muß er natürlich
möglichst rein und frei von Milchbestandteilen,
Dextrin oder Rohrzucker sein. Zur Prüfung auf
Reinheit behandelt man 15 g M. eine halbe
Stunde lang mit 50 ccm verdünntem Weingeist,
in welchem er unlöslich ist, und versetzt das
Filtrat mit absolutem Alkohol. Eine hierbei
auftretende Trübung deutet auf Rohrzucker oder
Dextrin hin. Zur schnellen Vorprüfung .auf
Rohrzucker, das Hauptverfälschungsmittel, verstäubt
man die feingepulverte Masse auf konz.
Schwefelsäure, wobei M. fünf Minuten lang unverändert
bleibt, Rohrzucker aber schwarz gefärbt
wird. Weiteren Aufschluß gewährt das.
Erhitzen mit wasserfreier Oxalsäure im Wasserbade,
wobei schon 5 % Rohrzucker enthaltende
Mischungen nach fünf Minuten völlig schwarz
werden, ferner das Verhalten gegen Resorzin,
Sesamöl und Ammoniummolybdat.
Minargent (Halbsilber), eine in Frankreich
aufgekommene Art Neusilber, die dem Silber
in Hämmerbarkeit, Farbe und Glanz sehr nahe
kommt, aber länger glänzend bleibt, enthält auf
looTeile Kupfer 70 Teile Nickel, 5 Teile Wolfram
oder Antimon und 1 Teil Aluminium,
Mindjak Tangkawang, ein Pflanzenfett, das
durch Auskochen der Samen eines auf Borneo
wachsenden Baumes, Diploknema sebifera,
gewonnen und von Bandjermassing aus in den
Handel gebracht wird, ist zur Seifenfabrikation
geeignet.
Mineralgrün nennt man verschiedene kupferoder
kupfer- und arsenikhaltige Grünfarben (s.
Berggrün, Kupferfarben, Schweinfurtergrün).
Als giftfreie Mineralgrüne werden
die Kobalt-Zinkgrüne bezeichnet, obgleich sie
Wegen ihres Zinkgehaltes auch nicht ganz unschädlich
sind. Grüner Ultramarin ist dagegen
ein unschädliches M.
Mineralöle. Unter diesem Namen versteht
nran sowohl die in der Erde natürlich vorkommenden
Flüssigkeiten, Erd- oder Steinöl, Petroleum,
Naphtha, als im weiteren Sinne
auch die durch Destillation von Stein- und
Braunkohlen, Bergteer und bitum. Schiefer gewonnenen
öligen und flüchtigen Gemenge von
Kohlenwasserstoffen (künstliche M.). In der
Industrie werden jetzt hauptsächlich die als
Schmiermittel benutzten höher siedenden Rückstände
der Petroleumdestillation als M. bezeichnet.
Das weitere siehe bei Petroleum und
Photogen.
Mineralsäuren, im allgemeinen gleichbedeutend
mit anorganischen Säuren, d.h.solchen,
die nicht aus dem Pflanzen- oder Tierreiche,
sondern aus der unorganischen Natur stammen.
Im Eisenbahnverkehr und in der Industrie umfaßt
dieser Begriff nur die Schwefel-, Salz- und
Salpetersäure, für die als stark saure und zerstörende
Flüssigkeiten besondere Vorschriften
hinsichtlich der Verpackung bestehen (s. diese
Säuren).
Mineralwässer (lat.Aquae minerales, frz. Eaux
mipörales oder auch Eaux schlechthin, engl.
Mineral waters) nennt man solche zu Trink- oder
Badekuren benutzte heilkräftige Quellwässer, die
sich entweder durch einen hohen Gehalt an
gelösten festen oder gasförmigen Bestandteilen
auszeichnen oder gewisse seltener vorkommende
Stoffe enthalten, oder deren Temperatur höher
liegt als die mittlere Temperatur ihrer Umgebung.
Von den letzteren, den sog. Akrothermen,
abgesehen, unterscheidet man im allgemeinen
folgende Gruppen; r. Säuerlinge
enthalten als wesentlichen Bestandteil nur freie
Kohlensäure, welche ihnen den angenehm säuerlich
prickelnden Geruch verleiht, und bisweilen
geringe Mengen von Kalk und Magnesia in
Form der Bikarbonate. Von bekannteren M.
gehören hierhin: das Marienbader, Reinerzer
und Wildunger Wasser. 2. Eisen- oder Stahlwässer
sind meist reich an Kohlensäure, in
welcher etwas kohlensaures Eisenoxydul gelöst
ist, und werden daher auch als Eisensäuerlinge
bezeichnet, wie das Wasser einiger Quellen
in Liebenstein, Schwalbach, Pyrmont und Kudowa.
Oder sie enthalten das Eisen in Form
des Sulfates (Vitriolquellen). Eine besondere
Stellung nehmen die arsenhaltigen
Vitriolwässer von Leviko und Roncegno ein.
3. Sch wefel wässer zeigen einen deutlichen
Geruch nach Schwefelwasserstoff, obgleich dieses
Gas oft nur in geringer Menge vorhanden
ist. Daneben enthalten sie meist Kohlensäure
und Salze. Berühmte Schwefelquellen sind in
Nenndorf, Lenk. Teplitz. 4. Alkalische Wässer
schmecken infolge ihres Gehaltes au kohlensaurem
Natron meist schwach laugenhaft und
sind je nach ihrem Gehalte an anderen Salzen
in mannigfache Unterabteilungen getrennt. Vertreter
der alkalischen Wässer finden sich in
Fachingen, Passug bei Chur, Vichy, Bilin, Gießhübel,
Selters, Elster und Karlsbad. 5. Salzwässer
oder Solen enthalten vorwiegend Kochsalz
und 6. Bitterwässer schwefelsaure Magnesia.
Als Mindestgehalt an gelösten festen
Stoffen ist 1 g, an freier Kohlensäure 0,25 g in
1 kg zu fordern. Für die seltener vorkommenden
Stoffe hat Grünhut folgende Mindestwerte vorgeschlagen:
Lithium, Jod, metaarsenige Säure,
(HAsQ 2 ), Gesamtschwefel je 1 mg; Arsensäure
(HAsQ 4 ) 1,3 mg, Fluor 2 mg, Barium, Brom,
Metaborsäure (HBG 2 ) je 5 mg, Strontium, Eisen
je 10 mg, Radiumemanation 3,5 Macheeinheiten,
— Als „rein natürliches M.“ darf nur
solches bezeichnet werden, das keiner willkürlichen
Veränderung unterzogen wurde. Zusatz
von Kohlensäure und Enteisenung muß deutlich