Full text: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Nieder selters 
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Nigeröl 
Wasser schwer, dagegen leicht in heißem Wasser 
löslich und dient, wie das Nickelsulfat, zu gal 
vanischen Vernickelungen. 2. Nickelazetat 
Ni(CH 3 .COO) 2 (essigsaures Nickel, lat.Nic- 
colum aceticum, frz. Acötate de nickel, engl. 
Acetate of nickel) wird durch Auflösen von 
Nickeloxydul in Essigsäure hergestellt und bil 
det apfelgrüne, an der Luft verwitternde Kri 
stalle, die in kaltem Wasser löslich, in Alkohol 
unlöslich sind. 3. Nickelbromür, NiBr 2 (lat. 
Niöcolum bromatum, frz. Bromure de nickel, 
engl. Bromure of nickel), wird durch Auflösen 
anderer Nickelsalze in verdünnter Bromwasser 
stoffsäure gewonnen und bildet grüne hygro 
skopische Kristalle, die bei Zutritt von warmer 
Luft , in ein gelbes Salzpulver übergehen. Nickel 
bromür wird medizinisch gegen Epilepsie und 
als Beruhigungsinittel angewandt. 4. Nickel- 
chlorür,NiCl 2 (Chlornickpl.Nickelchlorid, 
lat.Niccolum chloratum, frz. Chlorure de nickel, 
engl. Chloride of nickel), wird durch Auflösen 
von Nickel in Königswasser dargestellt. Das 
in gelbgrünlichen Kristallschuppen bzw. in sechs 
seitigen Säulen sublimierende Salz ist leicht lös 
lich in Wasser und Weingeist und wird als che 
misches Reagens benutzt. 5. Nickelkarbonat 
(kohlensaures Nickeloxydul, lat. Niccolum 
carbonicum, frz, Carbonate de nickel, engl. Car- 
bonate of nickel), NiC0 3 . Zur Darstellung löst 
man reines Nickelmetall in reiner Salpetersäure, 
dampft die Lösung bis zur Trockne ein, löst 
den Rückstand nach vorheriger Erhitzung in 
destilliertem Wasser auf und fällt mit reiner 
Natriumkarbonatlösung. Das Salz bildet ein 
apfelgrünes Pulver, das in verdünnten Säuren 
unter Aufbrausen löslich ist und zur Darstellung 
anderer Nickelverbindungen dient. 6. Nickel 
oxydul, NiO (lat. Niccolum oxydulatum, frz. 
Oxyde de nickel, engl. Oxide of nickel), findet 
sich in der Natur als Bunsenit in grünen, 
durchsichtigen Oktaedern und wird auch künst 
lich durch starkes Glühen des .kohlensauren oder 
salpetersauren Nickels als ein apfelgrünes, in 
Wasser unlösliches, in Säuren leicht löslich es’Pul 
ver dargestellt. Es dient zur Darstellung anderer 
Nickelsalze sowie als analytisches Reagens. 
7- Nickelsulfat (schwefelsaures Nickel, 
Nickelvitriol, lat. Niccolum sulfuricum, frz. Sul 
fate de nickel, engl. Sulfate of nickel) wird dar 
gestellt durch Auflösen von Nickel in Schwefel 
säure unter Zusatz von etwas Salpetersäure, 
•Heist aber durch Auflösen von Nickeloxydul 
oder -karbonat in verdünnter Schwefelsäure. Es 
kristallisiert in harten smaragdgrünen Kristallen 
v on der Formel NiS0 4 -j~7H 2 O, die leicht ver 
bittern, bei Erwärmung eine blaugrüne Färbung 
a nnehmen und leicht löslich in Wasser, dagegen 
unlöslich in Alkohol sind. N. ist das wichtigste 
Nickelsalz, das hauptsächlich zur galvanischen 
' ernickelung Verwandt wird. 
Niederseifers. Dieser muriatische Säuerling, 
das gewöhnliche Selterswasser des Handels, 
besitzt nach R. Fresenius (1863) folgende Zu 
sammensetzung: jooo Gewichtsteile enthalten: 
■Bikarbonate des Natriums 1,2366g, Lithiums 
0,0050 g, Ammoniums 0,0068 g, Kalziums 0,4438 g, 
Bariums 0,0002 g, Strontiums 0,0028 g, Magne- 
Sl urns 0,3081 g, Eisenoxyduls 0,0042 g, Mangan- 
°xy duls 0,0007 g; C h 1 o r i d e des Kaliums 0,0176 g, 
Natriums 2,3346 g, Bromnatrium 0,0009 g> Jod 
natrium Spur, schwefelsaures Kalium 0,0463 g, 
Aluminiumphosphat 0,0004 g, Natriumphosphat 
0,0002 g, Natriumborat Spur, Natriumnitrat 
0,0061 g, Kieselsäure 0,0212 g und 2,2354 g freie 
Kohlensäure. 
Nieswurz. Diesen Namen führen im Drogen 
handel verschiedene Wurzeln, die man als 
schwarze, weiße und grüne Nieswurz zu 
unterscheiden pflegt. Von diesen ist in das 
Deutsche Arzneibuch nur noch die weiße auf 
genommen, während die früher offizinell ge 
wesene schwarze und grüne gestrichen sind. 
Die schwarzeN. (lat. Rhizoma hellebori nigri, 
frz. Ellöbore noir, engl. Christmas root) stammt 
von einer zu den Ranunkulazeen gehörigen 
krautartigen Pflanze, Helleborus niger, die 
auf den Apenninen, Pyrenäen und einem Teil 
der Alpen \yächst< Die außen schwarzbraune, 
innen weiße Wurzel ist rundum mit strohhalm 
dicken, helleren Wurzelästen besetzt. Ihr Pulver 
erregt heftiges Niesen und wirkt giftig. — Die 
grüne Nieswurz (lat. Rhizoma hellebori viri 
dis, frz.Ellöbore vert, engl. Green hellebore root) 
von Helleborus viridis, mit grünlichen 
Blüten, ist der schwarzen ähnlich, aber noch 
dunkler gefärbt und schärfer. Sie ist geringelt, 
bis 2,5 cm dick und mehrere Zentimeter lang 
und zeigt auf dem Querschnitte einen kreuz 
förmigen Holzkörper. Man sammelt beide Wur 
zeln zur Verhütung von Verwechslungen mit 
den grundständigen Blättern. — Die weiße 
N. (lat. Rhizoma veratri s. hellebori albi, frz. 
Racine d’ellöbore blanc, engl. White hellebore 
root) ist der Wurzelstock von Veratrum al- 
bum, einer zu den Kolchizeen gehören 
den 9—12 dm hohen Pflanze mit grünlich 
weißen oder grünen Blüten, welche im Volks 
munde weißer Germer genannt wird und auf 
hohen Gebirgen (Riesengebirge, 1 Karpathen, 
Alpen) wächst. Der Wurzelstock ist konisch ge 
formt, 7—10 cm lang, oben bis 3!^ cm im 
Durchmesser, öfter mehrköpfig, außen asch 
grau, im Durchschnitt weißlich und zeigt eine 
braune geschlängelte Linie zwischen Kern und 
Rinde. Er treibt eine Menge dünner Fasern aus, 
die man vor dem Trocknen al^schneidet, und 
zeigt daher helle Schnittnarben. Der Geschmack 
der Wurzel ist brennend scharf und bitter, ihr 
Staub erregt heftiges, anhaltendes Niesen, und 
das Pulvern muß unter besonderen Vorsichts 
maßregeln geschehen. Innerlich wirkt N. Er 
brechen erregend und stark giftig. Das Pulver 
wird besonders in der Tierheilkunde äußerlich 
gegen Räude und andere Hautübel verwendet 
und bildet einen Bestandteil des Schneeberger 
Schnupftabaks und ähnlicher Niespulver. Als 
wirksame Bestandteile enthält die weiße N. 
zwei Alkaloide, das Veratrin (s. d.) und das 
Jervin, von denen das erstere auch medizi 
nische Verwendung findet, die schwarze N. ein 
scharfes Glykosid, das Helleborein, und die 
grüne außer diesem auch noch ein anderes Gly 
kosid, das Helleborin. 
Nigeröl (frz. Huile de Niger, engl. Niger- 
seed oil), das in Menge von etwa 360/0 aus den 
Samen der in Ostindien und Abessinien ange 
bauten Komposite Ginzatia oleifera ge 
wonnene fette öl, hat eine gelbe Farbe und
	        
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