Photographische Papiere
337
Photographische Papiere
dem Entwicklungspapier mit Platin im Ent
wickler ist der Präparation nur ein Teil des not
wendigen Platins zugefügt, .während die Haupt
menge im Entwickler enthalten ist. In diesem
Falle wird das Papier nicht im Entwickler ge
badet, sondern dieser jmit der Platinlösung auf
das ankopierte Bild aufgestrichen. Das präpa
rierte Platinpapier muß unter Abschluß von Licht
und Luft, am besten in Chlorkalziumbüchsen,
aufbewahrt werden, um frühzeitiges Verderben
zu verhüten. — .Sepiaeisenpapier (Kallitypie)
ist mit Blaupapier nahe verwandt. Auch hier
bietet das Eisenoxyd die Grundlage, jedoch mit
dem Unterschied, daß ,es nach der Umwandlung
des Oxydes zu Oxydul nicht mit Blutlaugensalz
in Blau, sondern mit Silbernitrat in Braun über
geführt wird. Die käuflichen Papiere enthalten
beide Salze sowie auch weitere, den Prozeß gün
stig beeinflussende Substanzen, wie Säure, Gela
tine usw. Die Kopie ist lediglich in Wasser zu
entwickeln. Bei der Belichtung färbt sich die
blaßgelbe Schicht dunkel, bleicht aber bei ver
längerter Belichtung wieder aus. Die eigentliche
Kraft des Bildes resultiert erst im Wasserbade.
Durch Änderung der Bestandteile der Präpara
tionsmischung, besonders durch Zusatz von neu
tralem Kaliumoxalat, lassen sich verschiedene
Farbtöne erzielen, wobei man dem Wasser zum
Entwickeln Borax und Kaliumnatriumtartrat zu
setzt. Auf diese .Weise entstehen kältere, mehr
violette Töne. Zur Erzielung von größeren
Kontrasten findet Kaliumdichromat Anwendung.
Die entwickelten Produkte werden in t prozen-
tigem Ammoniak- oder Natriumthiosulfatbade
fixiert, hierauf gewässert und getrocknet. —
Sepiaplatinpapier bezeichnet eine Spezialprä-
Paration des Platinpapiers, bei dem Quecksilber
salze zur Anwendung kommen, um eine sepia-
farbene Reduktion des Platinbildes herbeizuführen.
Diese Modifikation wird .besonders bei Entwick
lungspapieren mit warmer ^Entwicklung ange
wandt. Die auf Sepiaplatinpapier erzeugten Ko
pien werden meist zur Erzielung einer höheren
Brillanz mit einem Lacküberzug versehen. —
3- Hochempfindliche Papiere. — Brom
silberpigmentpapier ist ein lichtempfindliches
Bromsilberpapier, das gleichzeitig .einen Erd
farbstoff in der Schicht enthält. Die Verarbeitung
erfolgt in der Weise, daß man zunächst eine Be
achtung unter dem Negativ oder durch den Ver-
Srößerungsapparat vornimmt und darauf den
Lichteindruck im Entwickler zur Reduktion des
Bromsilbers heranzieht. Durch weitere Behand
lung im Chromatbade gelingt es, die Pigment-
Selatineschicht an den im Entwickler geschwärz
ten Stellen unlöslich zu machen, so daß bei dar-
auffolgendem Einlegen des Bildes in heißes
Nasser die Farbgelatineschicht überall da ab-
schwimmt, wo nicht vorher reduzierte Silberpar
tikel vorhanden waren. Auf diese Weise ent
steht ein Farbenbild, das gleichzeitig ein schwar-
Silberbild einschließt. Das letztere kann in
5*er Schicht verbleiben und somit zur Bildwerbung
herangezogen werden, oder es kann durch Be
handlung des Bildes im Farmerschen Abschwä
cher entfernt werden, so daß nur noch das reine
harbenbiid, in Gelatine gebettet, übrig bleibt.
D^s Papier muß vor der Chromatbehandlung
be i gelbem, rotem oder grünem Lichte verarbei-
Mercks Warenlexikon.
tet werden. Die darauffolgenden Arbeiten können
bei Tageslicht erfolgen. — Bromsilberpapier
ist ein mit lichtempfindlicher Bromsilbergelatine-
Emulsion überzogenes Papier, das sowohl zur
Herstellung von photographischen Kontaktko-
pien als auch zu Vergrößerungen benutzt wird.
Das Auskopieren des Bildes bis zur gewünschten
Kraft ist nicht möglich. Es wird nur kurz be
lichtet und das latente Bild durch Einwirkung
von reduzierenden Lösungen in der Dunkel
kammer entwickelt und.jm Natriumthiosulfatbade
fixiert. Zur Erzielung einer angenehmen Mat
tierung und dadurch ermöglichten leichten Be
malbarkeit setzt man der Emulsion auch Stärke
zu. Wird die Emulsion auf besonders vorberei
tetes Papier aufgetragen, so lassen sich auch
Bilder mit Glanz .erzielen, der bei geeigneter Be
handlung auf Hochglanz gesteigert werden kann.
Abziehbares Brorasilberpapier unterschei
det sich von dem gewöhnlichen Bromsilberpapier
dadurch, daß es zwischen Papier und Emulsions
schicht eine Isolierschicht trägt. Es findet An
wendung zur Herstellung von vergrößerten Nega
tiven, und zwar läßt sich hierbei entweder das
fertige Bild, sowie es trocken ist, als Folie vom
Papier trennen, oder man quetscht jenes im
nassen Zustande auf Glas, Porzellan u. dgl. und
zieht nach dem Trocknen das Papier ab, während
das Bild auf der übertragenen Fläche verbleibt.
— Chlorbromsilberpapier, auch Gaslicht
oder Tageslichtentwicklungspapier genannt, wird
in der Photographie angewandt wie Bromsilber
gelatinepapier, doch ist die Empfindlichkeit ge
ringer als bei diesem. ■ Während Bromsilber fast
ausschließlich in schwarzen Tönen entwickelt,
können Chlorbromsilberschichten durch geeignete
Behandlung auch in wärmeren Tönen hervor
gerufen werden. Die hier aufgetragene Gelatine
emulsion besteht aus einem Gemisch von Chlor-
und Bromsilber. Je mehr das letztere vorherrscht,
desto lichtempfindlicher ist das Papier und desto
mehr neigen die im Entwickler resultierenden
Töne zum Schwarz, während beim Gegenteil die
Lichtempfindlichkeit fällt und damit die Neigung
bzw. Fähigkeit für warme Töne wächst. Da sich
kein Silbernitrat inl Überschuß befindet, läßt
sich das Papier nicht auskopieren. Die Haltbar
keit des lichtempfindlichen Papieres ist nicht so
groß als die des Bromsilberpapieres. — Gra-
vürep apier-Höfinghoff ist ein Chlorbrom
silberpapier, das unter dem Negativ kurz belichtet
und bei gelbem Lichte im Entwickler hervor
gerufen wird. Im nassen Zustande ist die Schicht
äußerst Verletzlich, da sie nur lose auf der Papier
fläche sitzt. Si-e trocknet jedoch sehr wider
standsfähig auf und zeigt dann eine angenehm
stumpfe Fläche. — Jodsilberpapier ist ein
mit Jodsalzen unter Zusatz von Brom- und Chlor
salzen , vorpräpariertes Papier, das in der Photo
graphie zum Gebrauche mit Silberbad behandelt
wird und zur Herstellung von Vergrößerungen,
der sog. „Solarprints“, dient. Diese Prints be
dürfen einer ausgiebigen Überarbeitung,und wer
den meist als Unterlage zur Ausarbeitung von
Kreidezeichnungen benutzt. Dadurch, daß die
Schicht direkt auf dem Papier erzeugt wird,
ohne besonderes Bindemittel, eignet es sich für
die Zwecke umfangreicher Behandlung mit Pinsel
und Farbe. — Schwerter-Bromsilberpapier
22