Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Rattengift

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Rauchwaren

als  die  echte  und  ist  also  eigentlich  der  echten
vorzuziehen.  Die  Texas-  oder  mexikanische
R.  aus  Mexiko,  Texas  und  benachbarten  Gegenden ­
  Nordamerikas  ist  ebenfalls  in  der  Rinde  viel
stärker  als  im  Holz.  Die  neuerdings  in  größeren
Mengen  eingeführte  brasilianische  oder  Ceara-Ratanhia
  (Pararatanhia)  von  Krameria
argentea  entspricht  den  Anforderungen  des  D.
A.  B.  Die  drei  im  Handel  hauptsächlich  vorkommenden ­
  Sorten  lassen  sich  leicht  durch  die
Färbung  der  daraus  bereiteten  weingeistigen
Tinkturen  unterscheiden,  indem  die  Tinktur  aus
echter  Payta-Ratanhia  rot,  die  aus  Savanilla-Ratanhia
  gelblich,  mit  einem  Stich  ins  grüne,  und
die  aus  Para-  oder  Ceara-Ratanhia  rein  gelb  aussieht. ­
  In  sehr  verdünnter  Tinktur  der  echten  R.
erzeugt  Bleizuckerlösung  einen  roten,  in  derjenigen-der ­
  beiden  anderen  Sorten  einen  hellvioletten ­
  Niederschlag.
Rattengift.  Zum  Vertilgen  von  Ratten  und
Mäusen  benutzt  man  hauptsächlich  Arsenik,
Phosphor.  Meerzwiebel  und  Bariumkarbonat
(s.d.),  neuerdings  aber  auch  gewisse  Bakterien^
Präparate  (Ratin,  Rattapan,  Rattenpest),
die  für  kleine  Nager  tödlich  sind,  anderen  Tieren
und  auch  Menschen  aber  nicht  schaden  sollen.
—  Als  Vertreibungsmittel  wird  auch  Saprol
empfohlen.
Rauchwaren,  Pelz  werk  (frz.  Pelleterie,  engl.
Peltry)  ist  die  Handelsbezeichnung  für  die
größtenteils  zur  menschlichen  Bekleidung  bestimmten ­
  Pelzfelle  wilder  und  zahmer  Tiere,  die
zur  völligen  Erhaltung  des  ungelockerten  Haarstandes ­
  nur  auf  der  durch  Schaben  gereinigten
Fleischseite  einer  konservierenden  Behandlung
(Gerbung)  mit  Alaun,  Salz.  Fett,  Butter  oder  Öl
unterworfen  worden  sind.  Da  die  Behaarung
von  der  warmen  Jahreszeit  ungünstig  beeinflußt
wird,  gelangen  fast  nur  im  Winter  gewonnene
Pelzfelle  zur  Verarbeitung  und  aus  dem  gleichen
Grunde  werden  die  wertvollsten  Pelzfelle  von
den  kalten  nördlichen  Gebieten  Rußlands  (Sibiriens), ­
  Alaskas  und  Kanadas  geliefert.  In  Kanada
Wurde  der  Pelzhandel  von  der  Hudsonsbai-Gesellschaft ­
  früher  als  Monopol  betrieben,  an  dessen
Stelle  jetzt  der  freie  Wettbewerb  getreten  ist.
Die  Verkaufskontore  der  Gesellschaft  befinden
sich  in  Montreal  für  Büffelhäute  und  in  London
für  das  eigentliche  Pelzwerk,  das  oft  erst  nach
'Vz  Jahren  seinen  Bestimmungsort  erreicht.  Die
großen  Londoner  Pelzauktipnen  finden  im  Januar, ­
  und  März  statt.  Seitdem  der  gegen  bares
Geld  erfolgende  Handel  wie  in  den  Vereinigten
Staaten  auch  in  Kanada  frei  ist,  werden  auch
von  anderen  Pelzkompagnien  sowie  großen  Handelshäusern ­
  und  kleineren  Kaufleuten  Pelzfelle
auf  den  Markt  gebracht,  die  entweder  direkt
°der  auf  dem  Umwege  über  Neuyork  nach
London  oder  Leipzig  gehen.  Die  Amerikaner  bevorzugen ­
  neuerdings  wegen  des  bequemeren  Absatzes ­
  Leipzig,  von  wo  sie  gleichzeitig  erhebliche
Mengen  russischen  und  deutschen  Pelzwerks,  wie
sibirisches  Feh,  Hermelin,  gute  russische  Zobel,
'n  Deutschland  zugerichtete  polnische  und  fränkische ­
  Kaninchenfelle  entnehmen.  —  Dänemark ­
  führt  aus  Grönland,  weniger  von  Island
geringe  Mengen  Fuchs-,  Robben-  und  einige  Eisuärfelle
  ein.  —  Südamerika  beteiligt  sich  nur
durch  seine  Chinchilla-,  Viscacbe-  und  Koipufelle

  am  Handel,  während  seine  Jaguar-  und
Pumafelle  von  untergeordneter  Bedeutung  sind.
—  Von  Schweden  und  Norwegen  kommen
neben  allgemeiner  verbreiteten  Fellen,  wie  Füchse,
Marder,  Iltisse,  Dachse,  Ottern  und  Katzen,  besonders ­
  schöne  Felle  von  Luchsen,  Seehunden,
Silber-  und  Kreuzfüchsen  zur  Leipziger  Messe,
von  wo  die  besten  Stücke  nach  Rußland  gehen.
—  Rußland  ist  unstreitig  das  wichtigste  Gebiet
für  Erzeugung,  Verbrauch  und  Handel  in  R.  Der
besonders  wichtige  Verkehr  mit  China  geht  über
Kiachta,  ein  anderer  Teil  über  Astrachan  nach
Persien.  Als  weitere  Flauptmeßplätze  sind  Irbit
in  Sibirien  und  Nishnij  Nowgorod  zu  nennen,
letzteres  als  der  eigentliche  internationale  Tauschplatz, ­
  zu  dem  im  Juni  und  August  neben  russischen ­
  und  asiatischen  auch  armenische,  amerikanische, ­
  skandinavische  und  deutsche  Pelzwaren
zusammenströmen.  Daneben  kommen  noch  Petersburg, ­
  Moskau  und  Warschau  als  dauernde
Meßplätze  in  Betracht.  —-  Der  deutsche  Rauchwarenhandel ­
  befindet  sich  in  seinen  letzten  Verzweigungen ­
  in  sehr  vielen  Händen,  da  sich  zahlreiche ­
  kleine  Händler  und  alle  Kürschner  am
Einkauf  beteiligen.  Von  den  Landleuten  werden
Lamm-  und  Ziegenfelle,  in  den  Städten  Kaninchen- ­
  und  Katzenfelle,  von  den  Jägern  die  sog.
Wildwaren  (Füchse,  Marder,  Iltisse,  Dachse,
Ottern)  gekauft.  Auch  die  Menge  der  letzteren,
die  namentlich  aus  Württemberg  und  Bayern,  besonders ­
  den  Alpengegenden,  stammen,  ist  nicht
unbeträchtlich.  Die  von  größeren  Kaufleuten  gesammelten ­
  Waren  kommen  schließlich  in  den
Rauchwarenhandel,  der  in  mehreren  größeren
Städten  seinen  Sitz  hat  und  auch  den  Vertrieb
ausländischer  Pelze  umfaßt.  Hamburg,  Lübeck
und  Bremen  betreiben  ausgedehnte  Speditions-,
Aus-  und  Einfuhrgeschäfte  mit  amerikanischem,
russischem,skandinavischem,deutschem  und  französischem ­
  Pelzwerk  und  mit  grönländischen  Robbenfellen. ­
  Wien  versorgt  Österreich,  Ungarn  und
Italien  mit  amerikanischen  und  russischen  Rauchwaren ­
  und  ist  ein  ständiger  Markt  für  türkische,
ungarische  und  italienische  Lämmerfelle.  Berlin
und  Breslau  haben  neben  bedeutendem  Inlandshandel ­
  starken  Absatz  nach  Rußland  und  Polen.
Der  bedeutendste  Meßplatz,  an  dem  sämtliche ­
  R.  zu  kaufen  sind,  ein  eigentlicher  Weltmarkt, ­
  ist  Leipzig  geworden,  das  die  mehr  der
Durchfuhr  amerikanischer  Ware  dienende  englische ­
  Hauptstadt  fast  überholt  hat.  Auf  den
beiden  Leipziger  Messen  kommen  alle  gangbaren ­
  Pelzwaren  zusammen,  die  deutschen  Wildwaren ­
  allerdings  vorwiegend  auf  der  Ostermesse,
und  jeder  Verkäufer  tritt  in  der  Regel  auch  als
Käufer  auf.  Die  Amerikaner  kaufen  .von  den
Deutschen  zubereitete  Feh,  Marder,  Iltis  und
polnische  Kaninchen,  von  den  Franzosen  gefärbte
Kaninchen,  von  den  Russen  Hermelin,  Nerze
und  weiße  Hasen.  Die  Engländer  entnehmen
rohe  Feh,  Hermelin,  persisches  Lammfell,  Marder, ­
  polnische  Kaninchen  und  neuerdings  amerikanische ­
  Felle,  die  Franzosen  und  Italiener  zubereitete ­
  Feh,  Hermelin,  persische  und  Astrachaner
  Lammfelle,  polnische  Kaninchen,  Zobel
und  Chinchillas,  Russen  und  Polen  besonders
deutsche  und  nordische,  Füchse,  Marder,  Otter,
Waschbären,  Bären,  virginische  Iltisse,  Skunks,
Biber,  Seeotter,  Zobel,  Chinchilla,  Luchs,  Bisam,
            
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