Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Resiablätter

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Rettich

Mazeration  mit  fetten  Ölen  oder  festen  Fetten
gewonnen  werden  kann.  Das  käufliche  Resedaöl ­
  (lat.  Oleum  resedae  pingue,  frz.  Huile  parfumde
  de  rdsdda,  engl.  Oil  of  reseda)  besteht  aus
einem  solchen  mit  Resedablüten  aromatisierten
fetten  Öl  und  wird  als  Zusatz  zu  Haarölen  verwendet. ­
  Ein  mit  festem  Fett  hergestelltes  Produkt ­
  heißt  Pomade  de  Rdsöda,  während  Extrait
  de  Rdsdda  durch  Behandeln  der  Pomade
mit  feinstem  Sprit  erhalten  wird.  Ein  unter  dem
Namen  Reseda-Geraniol  im  Handel  befindliches ­
  Präparat  wird  gewonnen,  indem  man  Resedablüten ­
  mit  Geraniol  destilliert.
Resiablätter  sind  Plätzchen,  welche  abführende
Stoffe  (Rhabarber)  enthalten  und  als  Geheimmittel ­
  gegen  Fettleibigkeit  angepriesen  werden,
Resina  ist  die  lateinische  Bezeichnung  für
Harz:  R.  alba,  weißes  Fichtenharz;  R.  ammoniaci,
  Ammoniakharz  oder  Gummiharz;  R.  anime,
Animeharz;  R.  benzoe,  Benzoeharz;  R.  draconis,
Drachenblut;  R.  elastica,  Kautschuk;  R.  elemi,
Elemiharz;  R.  guajaci,  Guajakharz;  R.  jalapae,
Jalapenharz;  R.mastiche,  Mastix;  R.pini,  Fichtenharz; ­
  R.  sandaraca,  Sandarak;  R.  scammonii,
Skammoniumharz.  S.  d.  betreffenden  Aufsätze.
Resinit  ist  eine  aus  Formalin,  Phenol,  Salzen
und  Farbstoffen  hergestellte  Masse,  die  in  flüssiger ­
  Form  zum  Imprägnieren  von  Holz  und
Pappe,  als  Ersatz  für  Email  und  Emaillack
und  dg!.,  in  fester  Form  an  Stelle  von  Steinnuß,
Horn,  Zelluloid  zu  Schfnucksachen,  Knöpfen,
Griffen  und  Schildern  verarbeitet  wird.
Resol  ist  ein  zur  Desinfektion  von  Abortgruben ­
  empfohlenes  Gemisch  von  Holzteer,  Holzgeist ­
  und  Ätzkali.
Resonanzhölzer.  Diesen  Namen  führen  im
Holzhandel  aus  Tannen-  und  Fichtenstämmen
gefertigte  dünne  Holzplatten,  die  bei  der  Herstellung ­
  von  Musikinstrumenten  Verwendung  finden ­
  und  namentlich  im  Böhmerwald,  Oberbayem
und  dem  westlichen  Teile  des  sächsischen  Erzgebirges ­
  in  großer  Menge  gewonnen  werden.
Zu  ihrer  Herstellung  eignet  sich  nur  ganz  gesundes. ­
  astfreies  Plolz  mit  feinen  und  gleich
starken  Jahresringen,  aber  ohne  Harzgallen.
Früher  wurde  alles  Resonanzholz  gespalten,  während ­
  jetzt  auch  Sägen  hierzu  eingerichtet  sind.
Je  nach  der  Größe  und  Güte  unterscheidet  man
Resonanzbodenholz  für  Klaviere,  Geigendeckelholz, ­
  Gitarrenholz,  Baßdeckelholz  usw.
Resorbin,  eine  Salbenmasse,  wird  durch  Emulgieren ­
  von  Wachs  und  Mandelöl  mit  Gelatine  und
Seifenlauge  hergestellt.  Sie  bildet  unter  anderem
die  Grundlage  des  Resorbin-Quecksilbers
(Unguentum  Hydrargyri  cum  Resorbino  paratum)
  aus  t  Teil  Quecksilber  und  2  Teilen  Resorbin.
Resorzin  (Meta-Dioxybenzol,  lat.  Resorcinum,
frz.  Rdsorcine,  engl.  Resorcin),  C e H 4 (OH) 2 ,  wurde
zuerst  von  Hlasiwetz  und  Barth  bei  der  Einwirkung ­
  von  schmelzendem  Alkali  auf  einige
Gummiharze  (Galbanum,  Asa  foetida.  Akaroidharz)
  erhalten  und  entsteht  auch  bei  der  trockenen
Destillation  des  Brasilins.  Zur  fabrikmäßigen
Darstellung  vermischt  man  Benzol  vorsichtig
mit  der  vierfachen  Menge  rauchender  Schwefelsäure, ­
  führt  die  entstehende  Monosulfosäure
durch  Erhitzen  auf  275  0  in  die  Benzoldisulfosäure
über  und  neutralisiert  mit  Kalkmilch.  Die  von
dem  unlöslichen  Kalziumsulfat  abfiltrierte  Lösung

des  benzoldisulfosauren  Kalziums  wird  mit  Soda  j
behandelt,  die  vom  hierbei  ausfallenden  Kalzium-  I
karbonat  abfiltrierte  Lösung  des  Natriumsalzes  j
zur  Trockne  verdampft  und  beizyo 0  mit  Natrium-  1
hydroxyd  geschmolzen.  Aus  der  wäßrigen  Lösung
der  Schmelze  wird  nach  dem  Ansäuren  mit  I
Salzsäure  das  Resorzin  mit  Äther  ausgeschüttelt.  I
Die  nach  dem  Abdestillieren  des  Äthers  hinter-  |
bleibende  harte  und  brüchige,  ziemlich  weiße  I
Masse  ist  für  die  Farbenfabriken  genügend  rein,  1
wird  aber  für  medizinische  Zwecke  durch  Kristal-  1
lisation  und  Sublimation  noch  weiter  gereinigt.  I
Es  bildet  dann  farblose  rhombische  Tafeln,  die  |
in  Wasser,  Alkohol  und  Äther  leicht  löslich,  in  I
Schwefelkohlenstoff,  Benzin,  Benzol  und  Chloro-  j
form  aber  praktisch  unlöslich  sind.  Der  Schmelz-  I
punkt  liegt  bei  118 0 ,  der  Siedepunkt  bei  278°.  I
Das  chemisch  reine  R.  (Resorcinum  puriss.)  I
wird  medizinisch  als  Antiseptikum  und  innerlich  t
gegen  Erbrechen,  das  technische  R.  zur  Herstellung ­
  der  R.-Farben  (Eosin,  Kokzin,  Nopalin,  t
Phloxin,  Mandarine,  R.-blau,  Jaune  und  Ponceau  j
d’Orient,  Scharlach)  benutzt.
Resorzinblau  (fluoreszierendes  Blau,  frz.  j
Bleu  fluorescent),  ein  äus  Resorzin  hergestellter  I
Teerfarbstoff  der  Oxazinreihe,  das  Ammoniumsalz ­
  des  vierfach  bromierten  Resorufins,  I
OC 6 H 3 (NO)C 6 H 3 OH,  kommt  als  braunrote,  dicke,
mit  grünen  Kriställchen  erfüllte  Flüssigkeit  in
den  Handel.  Es  gibt  mit  heißem  Wasser  eine  1
rotviolette,  grün  fluoreszierende  Flüssigkeit,  die  I
Seide  und  Wolle  mit  bräunlicher  Fluoreszenz  t
blau  färbt.  Zuweilen  wird  auch  das  Lackmoid
(s.  d.)  als  R.  bezeichnet.
Resorzinbraun,  ein  seit  1881  bekannter  Azofarbstoff, ­
  bildet  ein  braunes  Pulver,  das  sich  in
Wasser  mit  braunerF  arbe  löst  und  Wolle  im  saueren  j
Bade  braun  färbt.  Das  R.  besteht  aus  dem  Natronsalze
  desXylidinazosulfanilsäureazoresorzins-Restitutionsfluid
  ist  eine  Mischung  von  Kapsikumtinktur,
  Kampferspiritus,  Ammoniak,  Äther,.  I
Alkohol,  Kochsalz  und  Wasser,  die  namentlich
als  Einreibungsmittel  für  Tiere  verwendet  wird.
Rettich  (frz.  Radis,  engl.  Radish).  Diesen
Namen  führen  verschiedene  0,4—0,7  m  hohe
Pflanzen  aus  der  Familie  der  Kreuzblütler,
und  zwar  hauptsächlich:  Ölrettich,  Rübenrettich ­
  und  Radieschen  oder  Monatsrettich.
Der  aus  China  stammende  Ölrettich  hat  sich  in
Deutschland  nicht  verbreitet,  weil  er  gleich  anspruchsvoll ­
  wie  Raps,  aber  nicht  so  einträglich
und  noch  empfindlicher  ist.  Die  Radieschen  und
der  gewöhnliche  R.  werden  ihrer  Wurzel  wegen  im
großen  von  Gärtnern  angebaut  und  bilden  einen
GegenstanddesörtlichenGemüsehandels.Die  besten
Rettich-Sorten  sind;  langer  schwarzer  Erfurter, ­
  runder  Erfurter,  weißer  Erfurter
sowie  runder  und  schwarzer  Wiener.  Der  Rsoll
  zart  sein  und  nicht  pelzig  und  hart,  fleckig  |
oder  faul  werden.  Man  überwintert  ihn  deshalb
mit  den  Köpfen,  am  besten  in  Gruben  oder
Mieten.  Von  den  Radieschen  sind  die  runden
und  länglich  runden  die  zarteren  und  besseren-Die
  vorzüglichsten  Sorten  bilden  die  rosenroten
runden  Monatsradieschen,  die,  scharlachroten
runden  Treibradieschen,  die  rosenroten  R.  mit
weißer  Spitze,  die  länglichweißen,  ovalen  und
rosenroten  Radieschen,  und  zwar  sind  die  m
Mistbeeten  gezogenen  am  besten.
            
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