Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Schlehenblüten

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Schminken

lieh  ist,  während  die  ebenfalls  ähnlichen  Wurzeln ­
  von  Asarum  virginianum  (L.)  sichdurch
ihre  Gliederung  und  schwärzliche  Farbe  unterscheiden. ­

Schlehenblüten  (Schlehdornblüten,
Schwarzdornblüten,  lat.  Flores  acaciae,  frz.
Fleurs  de  prunelle,  engl.  Black  thorn  ilowers),
die  getrockneten  weißen  Blüten  des  in  ganz
Europa  an  sonnigen  Orten  wachsenden  Schlehenstrauches, ­
  Prunus  spinosa,  schmecken
bitterlich  zusammenziehend,  besitzen  frisch
einen  schwachen  Bittermandelölgeruch  und  werden ­
  als  Hausmittel  in  Form  von  Tee  verwendet.
—  Die  Schlehenfrüchte  werden  teils  frisch,
teils  getrocknet  als  Obst  genossen  oder  auch
zur  Herstellung  von  Likör  benutzt.
Schleif-  und  Wetzsteine  unterscheiden  sich
der  Form  nach  dadurch,  daß  die  ersteren  als
Scheiben  auf  Achsen  gesteckt  sind  und  beim
Gebrauch  in  Umlauf  gesetzt,  die  länglich  geformten ­
  Wetzsteine  hingegen  meist  mit  der
Hand  geführt  werden.  Die  Umlauf  steine  werden
sowohl  aus  weißem  als  aus  grauem  Sandstein
gehauen,  doch  kommt  es  bei  ihnen  nicht,  wie
bei  Mühlsteinen,  auf  große  Härte  an.  Sie  dürfen
vielmehr  nur  mäßige  Härte  besitzen,  müssen
aber  in  ihrer  Masse  sehr  gleichartig,  feinkörnig
und  frei  von  härteren  Einschlüssen  sein.  Gute
Rohstoffe  für  Schleifsteine  finden  sich  in  Böhmen, ­
  Thüringen,  Bayern  und  Württemberg.  —
Wetzsteine  im  engeren  Sinne  zum  trockenen
Schärfen  von  Sensen,  Sicheln  und  Strohmessern
erhalten  eine  nach  beiden  Enden  verjüngt  zulaufende ­
  Form  und  werden  meist  aus  blauem
oder  grauem  Tonschiefer,  zum  Teil  auch  Kieselschiefer, ­
  hergestellt.  —  Andere  Sorten  zum  nassen
Abziehen  feinerer  Schneidwerkzeuge  (mit  Wasser
oder  Öl),  sog.  Wetzschalen  oder  Streichschalen, ­
  besitzen  eine  länglichgerade  Form
und  bestehen  aus  Wetzschiefer,  einer  von
Kieselsäure  durchdrungenen,  daher  harten,  helloder ­
  grünlichgrauen  Tonmasse,  die  im  gemeinen ­
  Tonschiefer  schmale  Zonen  bildet.
Steine  dieser  Art  finden  sich  bei  Sonneberg  und
Saalfeld  in  Thüringen,  Lerbach  und  anderen
Orten  am  Harz,  in  Sachsen  (grüner  Ölstein)  und
den  Ardennen.  Die  früher  sehr  gesuchten  levantischen
  Ölsteine,  eine  .  graubraune,  von
Kieselsäure  durchdrungene  Abart  des  Dolomits,
kommen  in  Blöcken  nach  Marseille,  wo  sie  erst
gespalten  und  bearbeitet  werden.  Die  Arkansasschalen ­
  aus  Nordamerika,  ebenfalls
sehr  gute  Ülsteine,  die  zum  Schleifen  der
feinsten  Messerwaren  geeignet  sind,  bilden  eine
weißliche,  unglasiertem  Porzellan  ähnliche  Masse
und  bestehen  aus  einer  Art  Chalzedon.  —-  Für
die  eigentlichen  Schleif-  oder  Drehsteine  werden ­
  oft  künstliche  Ersatzmittel  in  verschiedener ­
  Art  hergestellt,  z^  B.  an  der  Weise,  daß
man  gemahlenen  feinkörnigen  Sandstein  mit
Ton  mengt  und  die  Masse  formt  und  brennt,
oder  daß  man  scharfe  Pulver  wie  Sand,  Bimsstein, ­
  Schmirgel,  gestoßenes  Glas  mit  einem
Bindemittel  wie  Wasserglas,  Kautschukmasse,
Schellack  oder  Magnesiazement  vereinigt.  Am
meisten  bedient  man  sich  hierzu  des  Schmirgels
in  Verbindung  mit  Schellack,  die  hieraus  gefertigten ­
  Schleifscheiben  greifen  selbst  Stahl
und  Glas  sehr  gut  an.

Schlichte  nennt  man  in  der  Weberei  benutzte
Lösungen  von  Leim  oder  Stärke,  mit  denen  die
Stoffe  zur  Erhöhung  der  Haltbarkeit  getränkt
werden.
Schmelzbutter  (Butterschmalz,  Flößbutter) ­
  nennt  man  geschmolzene  Butter,
die  durch  Auslassen,  Erwärmen  über  mäßigem
Feuer  bis  zum  Kochen,  unter  stetem  Umrühren
und  Abnehmen  des  Schaums  von  allen  Beimengungen; ­
  Wasser,  Käsestoff,  Milchzucker
und  Salzen  befreit  worden  ist.  Sie  wird  in  irdene
oder  Steintöpfe  oder  auch  Holzbutten  gegossen
und  zum  Erkalten  kühl  gestellt.  Die  S.  hat  vor
der  Butter  den  Vorzug  größerer  Haltbarkeit
und  wird  besonders  in  Süddeutschland  benutzt.
Schmelztiegel  (frz.  Creuset,  engl.  Crucible
oder  Melting-pot)  nennt  man  Gefäße,  welche
dazu  bestimmt  sind,  starre  Körper  zu  schmelzen
oder  doch  einer  hohen  Temperatur  auszusetzen.
Das  Material,  aus  dem  sie  hergestellt  werden,
richtet  sich  teils  nach  der  Höhe  der  Temperatur, ­
  die  sie  auszuhalten  haben,  teils  nach  der
Natur  der  Stoffe,  die  man  darin  erhitzt.  Der
Form  nach  sind  sie  meist  konisch  mit  kreisrundem ­
  Querschnitt,  bis  auf  die  sog.  hessischen ­
  S.  mit  abgerundet  dreieckigem  Querschnitt, ­
  die  besonders  in  Großalmerode  und
Ebterode  in  der  Provinz  Plessen  aus  feuerfestem ­
  Ton  und  Quarzsand  hergestellt  und  gewöhnlich ­
  in  Sätzen  von  sechs  Stück,  die  genau
ineinanderpassen,  versandt  werden.  Schamottetiegel ­
  dienen  zum  Schmelzen  von  Gußstahl ­
  und  Glas,  Graphittiegel  aus  Graphit  und
feuerfestem  Ton  zum  Schmelzen  von  Gold,
Silber,  Messing,  Neusilber  und  Gußstahl.  Gußeiserne ­
  Tiegel  eignen  sich  nur  für  ganz  bestimmte ­
  Zwecke,  und  Porzellantiegel,  Platintiegel ­
  und  Silbertiegel  hauptsächlich  für
Arbeiten  in  chemischen  Laboratorien.  Zum
Schmelzen  von  Platin  verwendet  man  Kalktiegel. ­

Schmiermittel,  Schmieröle.  Zum  Schmieren
von  Maschinen  kommen  hauptsächlich  die
Rückstände  von  der  Petroleumdestillation ­
  in  Frage  (s.  Mineralöle),  doch  werden
auch  die  verschiedensten  fetten  Öle  und  festen
Fette  als  S.  verwendet.  Wagenschmiere  wird
aus  Harzöl  und  Vaselin  hergestellt  und  oft  roh
Graphit,  Seife  oder  Harz  versetzt.  Der  fein
gemahlene  Graphit  (s.  d.)  dient  als  S.  namentlich ­
  für  Maschinenwellen,  um  das  Heißlaufen  zu
verhindern.
Schminken  sind  kosmetische  Mittel,  welche
dazu  dienen,  der  Haut  einen  zarten  Ton  zu
geben,  oder,  wie  z.  B.  die  Theaterschminken,
die  Haut,  Augenbrauen  usw.  der  Rolle  entsprechend ­
  zu  färben.  Sie  werden  sowohl  parfümiert ­
  als  auch  unparfümiert  in  den  Handel  ge'
bracht.  —  Trockene  Schminken  in  Pulverform ­
  (lat.  Pulvis  cosmeticus,  frz.  Poudre  epsmütique,
  engl.  Cosmetic  powder)  bestehen  aus
feinstem  Reispuder,  dem  Magnesiumkarbonat,
Talkum,  Veilchenwurzel  usw.  zugesetzt  werden-Als
  Parfüm  verwendet  man  hauptsächlich  M°'
schus,  Patschuli,  Heliotrop,  Rose  usw.  Die  einzelnen ­
  Bestandteile  müssen  aufs  feinste  ge-'
pulvert  und  dann  innig  verrieben  werden.  Als
Farbstoffe  sind  nur  giftfreie  Farben,  z.  B.  Karmin, ­
  Karthamin,  Zinkweiß  usw.  zu  ver ­
            
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