Schlehenblüten
396
Schminken
lieh ist, während die ebenfalls ähnlichen Wurzeln
von Asarum virginianum (L.) sichdurch
ihre Gliederung und schwärzliche Farbe unterscheiden.
Schlehenblüten (Schlehdornblüten,
Schwarzdornblüten, lat. Flores acaciae, frz.
Fleurs de prunelle, engl. Black thorn ilowers),
die getrockneten weißen Blüten des in ganz
Europa an sonnigen Orten wachsenden Schlehenstrauches,
Prunus spinosa, schmecken
bitterlich zusammenziehend, besitzen frisch
einen schwachen Bittermandelölgeruch und werden
als Hausmittel in Form von Tee verwendet.
— Die Schlehenfrüchte werden teils frisch,
teils getrocknet als Obst genossen oder auch
zur Herstellung von Likör benutzt.
Schleif- und Wetzsteine unterscheiden sich
der Form nach dadurch, daß die ersteren als
Scheiben auf Achsen gesteckt sind und beim
Gebrauch in Umlauf gesetzt, die länglich geformten
Wetzsteine hingegen meist mit der
Hand geführt werden. Die Umlauf steine werden
sowohl aus weißem als aus grauem Sandstein
gehauen, doch kommt es bei ihnen nicht, wie
bei Mühlsteinen, auf große Härte an. Sie dürfen
vielmehr nur mäßige Härte besitzen, müssen
aber in ihrer Masse sehr gleichartig, feinkörnig
und frei von härteren Einschlüssen sein. Gute
Rohstoffe für Schleifsteine finden sich in Böhmen,
Thüringen, Bayern und Württemberg. —
Wetzsteine im engeren Sinne zum trockenen
Schärfen von Sensen, Sicheln und Strohmessern
erhalten eine nach beiden Enden verjüngt zulaufende
Form und werden meist aus blauem
oder grauem Tonschiefer, zum Teil auch Kieselschiefer,
hergestellt. — Andere Sorten zum nassen
Abziehen feinerer Schneidwerkzeuge (mit Wasser
oder Öl), sog. Wetzschalen oder Streichschalen,
besitzen eine länglichgerade Form
und bestehen aus Wetzschiefer, einer von
Kieselsäure durchdrungenen, daher harten, helloder
grünlichgrauen Tonmasse, die im gemeinen
Tonschiefer schmale Zonen bildet.
Steine dieser Art finden sich bei Sonneberg und
Saalfeld in Thüringen, Lerbach und anderen
Orten am Harz, in Sachsen (grüner Ölstein) und
den Ardennen. Die früher sehr gesuchten levantischen
Ölsteine, eine . graubraune, von
Kieselsäure durchdrungene Abart des Dolomits,
kommen in Blöcken nach Marseille, wo sie erst
gespalten und bearbeitet werden. Die Arkansasschalen
aus Nordamerika, ebenfalls
sehr gute Ülsteine, die zum Schleifen der
feinsten Messerwaren geeignet sind, bilden eine
weißliche, unglasiertem Porzellan ähnliche Masse
und bestehen aus einer Art Chalzedon. —- Für
die eigentlichen Schleif- oder Drehsteine werden
oft künstliche Ersatzmittel in verschiedener
Art hergestellt, z^ B. an der Weise, daß
man gemahlenen feinkörnigen Sandstein mit
Ton mengt und die Masse formt und brennt,
oder daß man scharfe Pulver wie Sand, Bimsstein,
Schmirgel, gestoßenes Glas mit einem
Bindemittel wie Wasserglas, Kautschukmasse,
Schellack oder Magnesiazement vereinigt. Am
meisten bedient man sich hierzu des Schmirgels
in Verbindung mit Schellack, die hieraus gefertigten
Schleifscheiben greifen selbst Stahl
und Glas sehr gut an.
Schlichte nennt man in der Weberei benutzte
Lösungen von Leim oder Stärke, mit denen die
Stoffe zur Erhöhung der Haltbarkeit getränkt
werden.
Schmelzbutter (Butterschmalz, Flößbutter)
nennt man geschmolzene Butter,
die durch Auslassen, Erwärmen über mäßigem
Feuer bis zum Kochen, unter stetem Umrühren
und Abnehmen des Schaums von allen Beimengungen;
Wasser, Käsestoff, Milchzucker
und Salzen befreit worden ist. Sie wird in irdene
oder Steintöpfe oder auch Holzbutten gegossen
und zum Erkalten kühl gestellt. Die S. hat vor
der Butter den Vorzug größerer Haltbarkeit
und wird besonders in Süddeutschland benutzt.
Schmelztiegel (frz. Creuset, engl. Crucible
oder Melting-pot) nennt man Gefäße, welche
dazu bestimmt sind, starre Körper zu schmelzen
oder doch einer hohen Temperatur auszusetzen.
Das Material, aus dem sie hergestellt werden,
richtet sich teils nach der Höhe der Temperatur,
die sie auszuhalten haben, teils nach der
Natur der Stoffe, die man darin erhitzt. Der
Form nach sind sie meist konisch mit kreisrundem
Querschnitt, bis auf die sog. hessischen
S. mit abgerundet dreieckigem Querschnitt,
die besonders in Großalmerode und
Ebterode in der Provinz Plessen aus feuerfestem
Ton und Quarzsand hergestellt und gewöhnlich
in Sätzen von sechs Stück, die genau
ineinanderpassen, versandt werden. Schamottetiegel
dienen zum Schmelzen von Gußstahl
und Glas, Graphittiegel aus Graphit und
feuerfestem Ton zum Schmelzen von Gold,
Silber, Messing, Neusilber und Gußstahl. Gußeiserne
Tiegel eignen sich nur für ganz bestimmte
Zwecke, und Porzellantiegel, Platintiegel
und Silbertiegel hauptsächlich für
Arbeiten in chemischen Laboratorien. Zum
Schmelzen von Platin verwendet man Kalktiegel.
Schmiermittel, Schmieröle. Zum Schmieren
von Maschinen kommen hauptsächlich die
Rückstände von der Petroleumdestillation
in Frage (s. Mineralöle), doch werden
auch die verschiedensten fetten Öle und festen
Fette als S. verwendet. Wagenschmiere wird
aus Harzöl und Vaselin hergestellt und oft roh
Graphit, Seife oder Harz versetzt. Der fein
gemahlene Graphit (s. d.) dient als S. namentlich
für Maschinenwellen, um das Heißlaufen zu
verhindern.
Schminken sind kosmetische Mittel, welche
dazu dienen, der Haut einen zarten Ton zu
geben, oder, wie z. B. die Theaterschminken,
die Haut, Augenbrauen usw. der Rolle entsprechend
zu färben. Sie werden sowohl parfümiert
als auch unparfümiert in den Handel ge'
bracht. — Trockene Schminken in Pulverform
(lat. Pulvis cosmeticus, frz. Poudre epsmütique,
engl. Cosmetic powder) bestehen aus
feinstem Reispuder, dem Magnesiumkarbonat,
Talkum, Veilchenwurzel usw. zugesetzt werden-Als
Parfüm verwendet man hauptsächlich M°'
schus, Patschuli, Heliotrop, Rose usw. Die einzelnen
Bestandteile müssen aufs feinste ge-'
pulvert und dann innig verrieben werden. Als
Farbstoffe sind nur giftfreie Farben, z. B. Karmin,
Karthamin, Zinkweiß usw. zu ver