Schweinfurtergrün
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Seegras
da besonders amerikanische Schmalze häufig
ein abweichendes Verhalten zeigen und mit
glatter Oberfläche erstarren. Das S. unterliegt
den Bestimmungen des Fleischbeschaugesetzes
und darf daher insbesondere die in diesem verbotenen
Konservierungsmittel nicht enthalten.
Zur Durchführung der gesetzlichen Vorschriften
wird alles eingeführte S. einer amtlichen Untersuchung
unterzogen. — Das S. bildet in seinen
besseren Sorten eines der wertvollsten Speisefette
sowie einen wertvollen Rohstoff der Margarinefabriken.
Weiter dient es in besonders gereinigtem
Zustande als Grundlage von Salben
und Pomaden, während die minderwertigen Sorten
als Schmieröle und zur Herstellung von
Seifen benutzt werden.
Schweinfurtergrün, ein prächtig grüner Farbstoff,
wurde zu Schweinfurt in der Fabrik von
W. Sattler erfunden und dort zuerst bereitet,
wird aber jetzt auch in verschiedenen anderen
Orten hergestellt. Der Name S. kann als eine
Sammelbezeichnung für alle Grünfarben gebraucht
werden, die als wesentliche Bestandteile
Kupfer und Arsenik enthalten und demnach
giftig sind. Sie kommen unter den mannigfachsten
Benennungen, wie Kaisergrün, Pariser-,
Wiener-, Kasseler-, Neuwieder-,
Mitis-, Berggrün und Scheelesches Grün,
in den Handel und unterscheiden sich durch
ihre Tönungen sowie die lebhaftere oder mattere
Farbe. Auch ist ihre Bereitung nicht durchweg
dieselbe. Alle aber sind durch ihren Arsengehalt
gefährlich. Das Scheelesche oder Schwedischgrün
erhält man durch Fällen eines heißen
Gemisches von Kupfervitriollösung und arsenigsaurem
Kalium mit Ätzkalilauge als dunkelgrünen
Niederschlag von basisch arsenigsaurem Kupferoxyd.
Das eigentliche Schweinfurtergrün im
engeren Sinne ist ein Doppelsalz aus basisch
arsenigsaurem und essigsaurem Kupferoxyd und
wird in der Weise hergestellt, daß man siedende
Lösungen von kristallisiertem Grünspan (neutralem
essigsaurem Kupferoxyd) und arseniger
Säure (weißem Arsenik) zusammengießt. Hierbei
entsteht zunächst ein schmutzig grüner, flockiger
Niederschlag, der sich durch 2—3 tägiges Stehen
>n mikroskopisch kleine, glänzende, grüne Kristalle
verwandelt und in dieser Form ausgepreßt
Und getrocknet wird. Um ein besser deckendes
Erzeugnis zu erzielen, erhält man die gemischten
Flüssigkeiten kurze Zeit im Sieden, wobei sich
das Grün sogleich, aber feinpulverig, zwar ohne
das Feuer der ersten Sorte, aber für öl- und
Lackfarben besser geeignet, abscheidet. Die gewöhnlicheren
Sorten sind mit weißen Zusätzen,
Wie Schwerspat u. dgl., gemischt, während gelbgrüne
Sorten (Mitisgrün, Papageigrün) Zusätze
einer gelben. Farbe erhalten. Der Verbrauch
dieser äußerst giftigen Farbe hat bedeutend
nachgelassen und befindet sich erfreulicherweise
in einem weiteren Rückgänge. •— Zur
Erlangung eines schnellen Urteils darüber, ob
eine grüne Farbe S. ist, behandelt man sie mit
^mmoniak und überträgt die blaue Lösung auf
Lapier. Hinterbleibt nach dem Verdunsten des
Ammoniaks ein hellblauer Rückstand, so liegt
hur eine Kupferfarbe ohne Arsenik vor, während
■Ltsenik sich dadurch zu erkennen gibt, daß der
Rückstand eine schmutzig gelbgrüne Farbe annimmt.
Übergießt man etwas S. mit Salzsäure,
so löst es sich mit gelber Farbe, und ein zu der
in verschlossener Flasche befindlichen Lösung
gebrachtes blankes Kupferblech bedeckt sich
infolge der Gegenwart von Arsen nach einiger
Zeit mit einer schwarzen Kruste von Arsen und
Arsenkupfer.
Schweizerkäse nennt man im weiteren Sinne
des Wortes alle in der Schweiz hergestellten
Käsesorten, im engeren jedoch nur den sog.
Emmenthaler Käse, der aber nicht allein im
Emmenthale (Kanton Bern), sondern auch in anderen
Gegenden der Schweiz sowie im bayerischen
Allgäu, erzeugt wird. Zu seiner Herstellung
wurde ursprünglich die für einen ganzen
Käse erforderliche Milch in einem Kessel erwärmt
und der mit Lab abgeschiedene und
geformte Käse 4—S Monate im Käsekeller täglich
mit frischem Salz eingerieben. Er ist einer
der beliebtesten fetten Hartkäse und kommt
in großen mühlsteinförmigen Laiben von 20 bis
75 kg Gewicht und hellgelber Farbe in den Handel.
Besonders kennzeichnend erscheinen die
S—6 mm breiten Löcher oder Hohlräume im
Inneren, die feuchtglänzend sind und etwas Salzwasser
enthalten. Käse, der keine oder nur sehr
kleine Hohlräume hat, heißt Gläsler, solcher
mit zu vielen kleinen und fehlenden großen
Löchern Nißler. Die fetteste Sorte ist der
Käse von Greierz im Kanton Freiburg. Vgl.
ferner unter Käse.
Schwerspat (Bariumsulfat, lat. Baryrnn sulfuricum,
Spathum ponderosum, Baryta sulfurica
nativa, frz. Spath pesant, Sulfate de baryte, engl.
Pleavy-spar, Barium Sulfate), ein durch sein hohes
spez. Gew. (4,500) ausgezeichnetes Mineral, erscheint
in rhombischen, dicken, tafelförmigen
Kristallen, meist undurchsichtig und farblos, seltener
gefärbt und von schwachem Glas- oder
Fettglanz. Fundorte sind namentlich das Erzgebirge,
Thüringen, der Harz, Schwarzwald und
Siebenbürgen. Der S. besteht aus Bariumsulfat,
BaS0 4 , und wird im fein gemahlenen
Zustande als Anstrichfarbe unter dem Namen
Mineralweiß oder Neuweiß in den Handel
gebracht, aber auch zur Vermengung mit Bleiweiß
und als Zusatz zu Glasuren benutzt. Zur
Darstellung von Bariumsalzen ist hingegen der
Witherit geeigneter.
Seegras (Wasserriemen, lat. Zostera, frz.
Goemon, engl. Sea weed) nennt man die im
Handel vorkommenden getrockneten Blätter von
Zostera marina, einer zu den Najadeen gehörigen
Wasserpflanze, die an den Küsten der
Nord- und Ostsee und des Adriatischen Meeres
auf seichten sandigen Stellen unter Wasser in
großer Menge gesellig wächst und ganzeWiesen
bildet. Es hat am Boden kriechende Stengel
und zahlreiche, 14—18cm lange, grasartig schmale
Blätter, die im Leben glänzend grün, getrocknet
aber graubraun und durcheinander gewirrt erscheinen.
Im letzteren Zustande bildet S. ein
Polstermittel für Stühle, Sofas und Matratzen,
das mit Roßhaar zwar nicht zu vergleichen,
aber auch bedeutend billiger ist und zudem den
Vorteil hat, daß sein Seegeruch kein Ungeziefer
aufkommen läßt, Außerdem wird es häufig als
Verpackungsmittel gebraucht. Die Seegrasernten
bilden in mehreren Küstengegenden, namentlich