Seifenpulver
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Selen
flüssigen Masse zugesetzt. Zur Herstellung der
besseren Toiletteseifen bedient man sich hin-
gegen des Pilierens, d. h. man zerteilt gute
Kernseife in feine Späne, welche dann mit den
ätherischen Ölen sorgfältig verknetet werden.
Die transparenten S. entstehen, wenn man S.
bei gelinder Wärme in Alkohol löst und die
weiche Masse nach dem Abdestillieren des über
schüssigen Alkohols erstarren läßt. Medizini
sche S. enthalten meist Marseiller S- oder selbst
gefertigte Oliyennatronseife als Grundmasse. —•
Der Wert einer Seife ist im allgemeinen von
ihrem Gehalte an Fettsäuren abhängig, der daher
für behördliche Ausschreibungen meist festgelegt
wird. Weiter wird besonderes Gewicht auf Ab
wesenheit von freiem Ätzkali, welches die Ge
webe angreift, und von Füllmitteln gelegt. Die
Anwesenheit der letzteren erkennt man durch
Behandlung mit Alkohol, wobei die Seife in
Lösung geht, Füllmittel aber Zurückbleiben. Über
die schmutzlösende Wirkung der S. feind zahl
reiche Theorien aufgestellt. Nach einigen soll
die Seife beim Auflösen in Fettsäure und freies
Alkali zerfallen, nach der wahrscheinlich rich
tigsten Ansicht Knapps hingegen lediglich die
Benetzbarkeit der Gewebe erhöhen. Aber völlig
geklärt ist diese Frage noch nicht, und es er
scheint daher wissenschaftlich unbegründet, wenn
einigen Sorten ganz besonders hervorragende
Eigenschaften gegenüber den normalen Talg-
kernseifen zugeschrieben werden. Den zahl
reichen Verfälschungen der S. suchen die Ver
treter der Industrie selbst, und wie es scheint
mit Erfolg, entgegenzutreten. Die während des
Krieges nach Vorschrift des Kriegsausschusses
für Fette und Öle allein hergestellte K.-A.-
Seife bestand aus einem Gemisch von Ton
mit etwa 200/0 Fettseife.
Seifenpulver. Neben reiner pulver- oder spän-
chenförmiger Kernseife finden sich im Handel
zahlreiche sog. Wasch- oder S., die neben Seife
mehr oder weniger erhebliche Mengen von Soda,
Wasserglas und allen möglichen anderen Zu
sätzen enthalten. Von den bekannteren Fabrik
marken besteht: Lessive Phenix aus 34%
Wasser, 6 °/o Seife, 5 °/o Wasserglas, 55 °/o Soda;
Wöllners Waschpulver aus 30% Wasser,
l 3 °/o Seife, 21% Wasserglas, 36% Soda; Min-
los Waschpulver aus 38% Wasser, 3% Seife,
5% Wasserglas, S4°/o Soda; Luhns Wasch
extrakt aus 3S % Wasser, 390/0 Seife, 26°/o
Soda; Waschpulver Reform aus 32 °/o Wasser,
4°/o Seife, 9% Wasserglas, ^5% Soda. Die
meisten derartigen Waschpulver sind unverhält
nismäßig teurer als ein entsprechendes Gemisch
v on Seife und Soda.
Seifenwurzel (lat. Radix saponariae, frz. Ra
cine de saponaire, engl. Soap root), ein viel
gebrauchter Gegenstand des Drogenhandels, wird
y on zwei Pflanzengattungen gewonnen. Die rote
Seifenwurzel (Radix saponariae rubra) stammt
v pm gemeinen Seifenkraut, Saponaria of-
ficinalis, einer ausdauernden, durch das ganze
mittlere und südliche Europa auf Wiesen, in
Gebüsch und besonders gern auf Sandboden in
der Nähe von Wasser wachsenden Karyophyl-
' e e. Die im Herbst oder Frühjahr von nicht zu
Jungen Pflanzen gesammelten Wurzeln oder Aus
läufer bilden Strohhalm- bis federkieldicke Stücke
von braunrofer Oberfläche, gelblichweißem Bruch
und süßlich schleimigem, hinterher kratzendem
Geschmack. Der wäßrige Auszug ist dickflüssig
Und schäumt beim Schütteln wie eine Seifen
lösung. Wegen ihres Gehaltes an Saponin be
nutzt man die wäßrige Abkochung wie eine milde
Seifenlösung in Fällen, in denen wirkliche Seife
den Farben schaden würde, also für Seiden
waren, Spitzen, Schals und andere zarte Gewebe.
Die Handelsware kommt hauptsächlich aus Mittel
europa, wo sie verschiedentlich angebaut wird.
— Die sog. levantinische oder ägyptische
S. (Radix saponariae alba), weiße Seifen
wurzel im Handel genannt, stammt von Gyp-
sophila Struthium und anderen Gypsophila-
arten, die ebenfalls zu den Karyophylleen
gehören und in der Levante und in Ungarn
wachsen. Sie wird hauptsächlich in der Gegend
von Smyrna gesammelt und über Triest ein
geführt und bildet 3—4Vä dm lange, außen grau
gelbe oder bräunliche, stark längsrunzelige und
furchige, innen gelblichweiße Stücke. Die un
garische Wurzel kommt in Form leichter weißer
Scheiben in den Handel. Sie steht wie die
levantinischen Wurzeln der roten S. an Saponin-
gehalt und Wirksamkeit nach.
Seignettesalz, nach seinemErfinder inRochelle,
daher sonst auch Rocheller Salz genannt, ist
ein Doppelsalz aus Weinsäure und den beiden
Basen Kali und Natron, also weinsaures Na
tronkalium oder Natronweinstein (lat. Tar
tarus natronatus, Natrokali tartaricum, Kalium
tartaricum natronatum, frz. Tartrate de soude et
de potasse, Sei de seignette, engl. Tartarated.
soda, Salt of seignette) und wird aus Weinstein
und Soda in der Weise hergestellt, daß man
eine Lösung von reinem kohlensauren Natron
mit Weinstein versetzt, bis kein Entweichen von
Kohlensäure mehr stattfindet. Nach dem Ein
dampfen der filtrierten Lauge im Dampfbade
bilden sich schöne, große, wasserhelle, rhom
bische Säulen, die bei ganz gelinder Wärme ge
trocknet werden, da sie sonst ihre Durchsichtig
keit verlieren. Das Salz schmilzt beim Erwärmen
in seinem Kristallwasser, ist aber sonst ziemlich
luftbeständig. Es löst sich in sehr wenig Wasser,
besitzt einen milden salzigen Geschmack und
wird als ein kühlendes, gelinde abführendes
Mittel, z. B. als Seidlitzpulver, sowie in der
analytischen Chemie zur Bestimmung des Zuckers
(Fehlingsche Lösung) angewandt.
Sekt, abgeleitet von Vino secco, d. h. getrock
neter Wein, hieß ursprünglich nur der Wein aus
Trauben, die durch Umbrechen des Stieles und
Eintrocknen am Stock einen großen Teil ihres
Wassers verloren haben und deshalb besonders
süß und gehaltreich sind. Jetzt gebraucht man
die Bezeichnung fast ausschließlich für Schaum
wein oder Champagner, während sie für Er
zeugnisse aus Obstweinen nur unter deutlicher
Kennzeichnung, z. B. Apfelsekt, zulässig ist.
Selen (Selenium), ein dem Schwefel nahe
verwandtes Element, Se==79, findet sich in
einigen seltenen Mineralien: Sclenblei oder
Klausthalit, Selensilberblei oder Nau-
mannit, Selenkupferblei oder Zorgit, Se
lenkupferthallium oder Crookesit, Selen
kupfersilber oder Eukairit, Selenkupfer oder
Berzelit, Selenquecksilber oder Tieman-