Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Serpentin

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Sheabutter

aus  Brasilien  und  anderen  südamerikanischen
Ländern  kommende  trockene  Waren  eingeschlagen ­
  sind.  Sie  werden  in  Europa  teils  gegerbt,
teils  in  den  Leimsiedereien  mitverarbeitet.  Der
Name  hat  sich  später  auf  anderes  Packmaterial
ausgedehnt  und  bezeichnet  auch  solche  Umhüllungen, ­
  die  aus  einer  doppelten  Lage  von
Bast-  oder  Schilfmatten,  oder  aus  einer  einfachen ­
  derartigen  Lage  mit  einer  Umhüllung
von  Packleinen  bestehen.
Serpentin  (Schlangenstein),  ein  der  Hauptsache ­
  nach  aus  wasserhaltiger  kieselsaurer
Magnesia  mit  40—43  °/o  Kieselsäure,  38  bis
4o°/o  Magnesia  und  12—i3°/o  Wasser  bestehendes ­
  und  durch  Eisen  und  etwas  Chromoxyd  gefärbtes ­
  Mineral,  besitzt  gewöhnlich  schwarzgrüne
oder  schwärzliche,  bisweilen  auch  rotbraune  Färbung ­
  mit  mannigfach  wechselnden  Flammen,  geschlängelten ­
  Adern  und  Flecken,  die  an  die
Tigerung  mancher  Schlangenhäute  erinnern.  Die
Zeichnungen  beruhen  meist  auf  den  zahlreichen
Einschlüssen  fremder  Mineralien,  besonders  von
Asbest.  S.  findet  sich  ziemlich  häufig  in  Schichten ­
  zwischen  anderem  Gestein  oder  bildet  für
sich  Hügel  und  kleine  Berge,  ist  aber  in  vielen
Fällen  sehr  zerklüftet  oder  in  einzelne  Blöcke
zerfallen.  Das  Mineral  wurde  schon  im  Altertum
zu  Säulen  und  anderen  architektonischen  Werken
benutzt  und  dient  noch  jetzt  in  England  zur
Herstellung  von  Bauverzierungen,  Taufsteinen,
großen  Vasen,  Obelisken  und  anderen  Kunstgegenständen, ­
  in  Italien,  besonders  zu  Pisa,  namentlich ­
  auch  zur  Nachbildung  antiker  Vasen.
Der  wichtigste  Fundort  in  Deutschland  ist  Zöblitz
bei  Marienberg  in  Sachsen.  Hier  fertigte  man
früher  nur  Reibschalen  und  Mörser,  Leuchter,
Urnen,  Vasen,  Becher,  Teller,  Dosen,  Schreibzeuge. ­
  Briefbeschwerer  und  Wärmsteine,  neuerdings ­
  aber  auch  Grabplatten  und  Kreuze,  Säulen,
große  Würfel  zu  Denkmälern  u.  dgl.  Erst  an
fein  geschliffenen  und  polierten  Stücken  tritt
die  Schönheit  des  Materials  recht  deutlich  hervor, ­
  die  durch  die  überall  eingesprengten  Granaten ­
  noch  gehoben  wird.  Der  S.  hat  die  Eigenschaft, ­
  frisch  aus  der  Erde  genommen,  sehr
Weich  und  mit  scharfen  Instrumenten  leicht  bearbeitbar ­
  zu  sein,  während  er  an  der  Luft  mit
der.  Zeit  sehr  hart  wird.
Serradella  (Vogelfuß,  Krallenklee,  Sandvogelfuß,
  Klauenschote,  frz.  Ornithope,  engl.
Birds  foot),  eine  für  Sandboden  und  anderen
Boden,  welcher  die  Kleearten  nicht  sicher  trägt,
vortrefflich  geeignete  einjährige  Futter-  und
Weidepflanze,  Ornithopus  sativus,  aus  der
Familie  der  Schmetterlingsblütler,  mit  großen, ­
  rosafarbigen  Blüten,  wird  30—60  cm  hoch,
ist  in  Spanien,  Portugal  und  Nordafrika  heimisch ­
  und  wird  in  der  nördlichen,  gemäßigten
Hälfte  Europas  vielfach  angebaut.  Der  Saatbedarf ­
  stellt  sich  je  nach  der  Art  auf  15—40  kg.
der  Ertrag  auf  12—14  dz  Heu  oder  auf  500  bis
800  kg  Samen  neben  10—12  dz  Stroh.  1  hl  Samen
Wiegt  4S  kg.  Während  des  Krieges  sind  die
Samen,  oder  richtiger  die  tönnchenförmigen  Teilstücke ­
  der  Gliederhülse  vielfach  zu  Kaffee-Ersatz
verarbeitet  worden,  ln  ungerüstetem  Zustande
e mhalten  sie:  7,6  0/0  Wasser,  24  °/o  Stickstoffsubstanz,
  6,6  %  Fett,  20,7  %  stickstofffreie  Exhaktstoffe,
  36,8  °/o  Rohfaser  und  4,3  °/o  Asche.

Sesam  (frz.  Sesame.  engl.  Sesame)  nennt  man
die  Samen  der  zu  den  Pedoliazeen  gehörenden
Sesampflanze,  von  der  namentlich  die  Arten
Sesamum  indicum  L.  und  S.  orientale  L.  in
den  Tropen  und  in  gemäßigt  warmen.  Gegenden
von  China  und  Indien  bis  Algier  und  von  BrasL
lien  bis  zu  den  Südstaaten  der  Vereinigten  Staaten ­
  Nordamerikas  als  Ölpflanze  angebaut  werden.
Die  Pflanzen  werden  1—2  m  hoch,  haben  ovale,
drüsig-klebrig  behaarte  Blätter,  meist  weiße  und
rötliche  Blüten  und  vierkantige,  abgerundete
Kapseln  mif  zahlreichen  Samen.  Die  letzteren
sind  eiförmig  und  stark  plattgedrückt  und  besitzen ­
  einen  angenehm  öligen  Geschmack.  Ihr
Gewicht  beträgt  etwa  4  mg.  Die  Farbe  ist  hellgelb ­
  bis  bräunlich  bei  S.  indicum,  braunviolett
bis  schwärzlich  bei  S.  orientale.  Die  Samen
enthalten  etwa  45—so  °/o  Öl,  zu  dessen  Herstellung ­
  sie  hauptsächlich  benutzt  werden.
Sesamöl  (lat.  Oleum  sesami,  frz.  Huile  de
sösame,  engl.  Sesame  oil)  wird  aus  den  ölreichen
Samen  von  Sesamum  indicum  u.  a.  durch  anfangs ­
  kalte,  dann  warme  Nachpresse  gewonnen.
Das  kalt  gepreßte  Öl  ist  schön  hell,  blaßgelblich,
während  die  warme  Nachpressung  noch  eine
geringere  dunkle  Sorte  ergibt.  Das  S.  hat  einen
angenehmen  Geschmack,  ein  spez.  Gew.  von
0,920—0,924  und  gehört  zu  den  nicht  trocknenden ­
  Ölen.  Es  besteht  aus  den  Glyzeriden  der
Stearinsäure,  Palmitinsäure,  Ölsäure  und
Linolsäure  und  hat  eine  Jodzahl  von  103  bis
112.  Wegen  seiner,  auffallenden  Reaktion,  der
mit  Furfurol  und  Salzsäure  sowie  mit  Zinnchlorür
eintretenden  Rotfärbung,  bildet  es  den  gesetzlich
vorgeschriebenen  Zusatz  zu  Margarine.  Außerdem ­
  wird  es  selbst  als  reines,  billiges  Speiseöl,
ferner  zur  Darstellung  von  Seifen,  zur  Enfleurage
von  Parfüms  und  zur  Verschneidung  des  Olivenöls ­
  benutzt.
Shampooing-Water  (Shampooing-Fluid)
gehört  nach  E.  Dieterich  zu  den  angenehmsten.
Kopfwaschwässern  und  besitzt  den  Vorzug,  die
Kopfhaut  zu  reinigen  und  geschmeidig  zu  erhalten, ­
  so  daß  jede  Schuppenbildung  verhindert
wird.  Zu  seiner  Herstellung  verquirlt  man  sorgfältig ­
  drei  frische  Hühnereier,  verdünnt  mit  800  g
Rosenwasser  und  setzt  dann  noch  eine  Mischung
folgender  Stoffe  hinzu:  50,0  Seifenspiritus,  10,0
Kaliumkarbonat,  10,0  Ammoniakflüssigkeit  (10-proz.),
  0,5  .Kumarinzucker,  je  zwei  Tropfen  Rosenund
  Bergamottöl  und  je  ein  Tropfen  französisches ­
  Geraniumöl  und  ätherisches  Bittermandelöl.
Die  ziemlich  geringe  Haltbarkeit  kann  durch
Ersatz  der  Pottasche  durch  20  g  Borax  erhöht
werden.  Nach  anderen  Vorschriften  wird  auch
wohl  Natriumbikarbonat  zugesetzt.
Sheabutter  (lat.  Oleum  galam  seu  Butyrum
shea,  frz.  Beurre  de  shde,  engl.  Shea  butter),
eine  der  verschiedenen  Arten  von  Bassiafett
(s.  d.),  wird  aus  den  nußartigen  Fruchtkernen
eines  im  Innern  Westafrikas  wachsenden  Baumes, ­
  Butyrospermum  oder  Bassia  Parkii,
gewonnen,  der  den  Eingeborenem  als  Fettspender
dasselbe  leistet,  wie  den  Küstenvölkern  die  Ölpalme. ­
  Der  strauchartig  wachsende  Baum  bedeckt ­
  ungeheure  Strecken  von  Hügel-  und  Flachland ­
  und  liefert  im  Mai  oder  Juni  reifende
Fruchtkerne  von  der  Gestalt  und  Farbe  der  Roßkastanie. ­
  deren  süßes  Fleisch  als  Nahrungsmittel
            
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