Speiseeis
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Spiritus
durch Schneiden Pfeifenköpfe, Spielwaren, Schreib
zeuge und andere Gebrauchsgegenstände her
gestellt. Künstler schneiden auch Bildsteine dar
aus, die dann gefärbt und gebrannt werden. Die
gepulverte Masse dient als Mittel gegen Reibung
(sog. Rutschpulver zur Erleichterung des
Stiefelanziehens), zum Putzen von Metall- und
Glas waren (Spiegelpolieren), zum Vorzeichnen
auf Tuch (Schneiderkreide), Seidenzeug und
Giastafeln, zum Entfernen von Fettflecken, zur
Verfälschung von Seifen, zu feuer- und säure
festen Stöpseln und anderen Zwecken. Große
Mengen werden auch zur Herstellung von Gas
brennern, sog. Lavabrennern, verbraucht. Die
bei der Bearbeitung entstehenden Abfälle wer
den wie Meerschaumabfall gepulvert und, mit
Ton und Wasser zu einem Teig angemacht, zu
kleinen Kunstwerken geformt, die gebrannt eine
große Härte und schönen Farbenton zeigen. Bei
Lowell in Massachussets finden sich so aus
gedehnte Lager von S., daß man Röhren zu
Wasserleitungen daraus herstellt (s. auch Talk).
Speiseeis (Eis, Gefrorenes) nennt man in
Konditoreien und von Straßenhändlern feil
gehaltene Genußmittel, die aus gefrorenen Mi
schungen von Zuckerlösungen, Milch oder Sahne,
Fruchtsäften, Eiern und anderen Geschmacks
und Riechstoffen bestehen. Cremeeise, deren
Hauptvertreter das Vanilleeis ist, werden durch
Erhitzen und nachfolgendes Gefrierenlassen von
mit Zucker schaumig gerührten Eiern, Milch
oder Sahne und Vanille hergestellt. Zu ihnen
gehört auch das unter Zusatz von Kakao be
reitete Schokoladeneis. Fruchteise, wie Ana
nas-, Himbeer-, Erdbeer- und Pfirsicheis, erhält
man durch Gefrierenlassen von Fruchtsaft oder
Fruchtmark mit Zuckerwasser und Zitronensäure,
bisweilen unter Zusatz von Milch oder Sahne.
Sahneeise werden aus mit Zucker geschlagener
Sahne und verschiedenen Zusätzen hergestellt.
Ihre bekannteste Sorte, Fürst Pückler, be
steht aus drei Schichten, einer braunen aus
Schlagsahne mit Schokolade und Vanille
geschmack, einer weißen aus Sahne mit Mara
schinogeschmack, einer rosaroten von Erdbeer
schlagsahne. Halbgefrorenes ist Creme- oder
Fruchteis, dem vor dem Gefrieren Schlagsahne
beigemischt wurde. — Zusätze von Mehl, Gelatine,
Agar. Teerfarben haben als Verfälschung zu
gelten.
Spergel (Spörgel, Spark, Sperk, Acker
spark, Knörrich, frz. Spargoute, engl. Piney),
eine zu den Alsineen gehörende Futterpflanze,
Spergula L„ wird in verschiedenen Arten an
gebaut. Die größte Bedeutung hat der einjährige
Ackerspergel (Spuvre, Spark), S. arven-
sis L. t S. geniculata, der 15—30 cm hoch
wird und quirlförmig gebüschelte Blätter, weiße
Blumenkrone und kugelige, linsenförmige, fein
punktierte Samen besitzt. Er wird als Grün
düngungspflanze für sandigen Boden angebaut
in den Abarten S. sativa mit samtschwarzen,
kahlen, fein punktierten Samen, S. vulgaris
mit weißlichen, zuletzt braunen Warzen auf dem
Samen und S. maxima, Riesenspörgel,
Flachsspergel, mit größeren Samen. Die Saat
erfolgt im Frühjahr und im Herbst mit 18—50 kg
Saatgut von 130 kg Gewicht für 1 hl und ergibt
einen Ertrag von 60—100 dz Grünfutter, das an
Güte dem besten Wiesengras gleichsteht. Von
Saatspergel erzielt man 5—8 dz Körner und
12—15 Zentner Stroh, das ebenfalls verfüttert
wird.
Spermazetiöl (Spermöl), eine im Handel
häufig gebrauchte Benennung für das Walratöl,
vgl. unter Walrat.
Spezies (lat. Species) ist die pharmazeutische
Bezeichnung für Mischungen aus zerkleinerten
Pflanzenteilen, die entweder als Tee zu Ab
kochungen, oder in Substanz trocken oder naß
zu Umschlägen dienen. Bekanntere Sorten sind:
Sp. lignorum, Holztee, Sp. pectorales, Brusttee,
Sp. ad cataplasma, ad fomentum, Stoffe zu Um
schlägen, zu Bähungen, Sp. emollientes, erwei
chende, Sp. resolventes, zerteilende, Sp. aroma-
ticae, würzhafte Kräuter, Sp. laxantes, abführen
der Tee usw.
Spinat, die jungen Blätter von Spinacea
oleracea, bilden ein beliebtes Gemüse. Die von
Gärtnern angebaute Pflanze erfordert einen tief
gründigen. humosen und gut gedüngten Boden
sowie sorgfältige Pflege, da sie dem Insekten
fraß in hohem Grade ausgesetzt ist. Spinat ent
hält nach König: 89,240/0 Wasser, 3,71% Stick
stoffsubstanz, 0,50% Fett, 0,10% Zucker, 3,50 °/o
stickstofffreie Extraktstoffe, 0.94 0/0 Rohfaser und
2,00 0/0 Asche und ist sonach verhältnismäßig
reich an Stickstoff, der sich aber nur zum Teil
in Form von Eiweiß vorfindet. Die hohe Wert
schätzung des Spinats für die menschliche Er
nährung beruht auf seinem hohen Gehalt an Mi
neralstoffen und besonders an Eisen, der 3,35% (1)
der Asche ausmacht.
Spinell, ein in verschiedenen Farben vor
kommendes, tesseral kristallisierendes Mineral,
besteht in reinster Form nur aus Tonerde und
Magnesia und ist dann farblos und durch
sichtig, häufiger aber durch Eisen und Chrom
oxyd gefärbt. Die roten (karmin, ponceau, rosa),
besonders schön gefärbten und durchsichtigen S,
sind meist geschätzte Edelsteine, ähneln dem
Rubin und werden daher Rubinspinelle oder,
wenn sie blaß gefärbt sind, Balasrubine ge
nannt. Die letzteren, blaßrot bis gelblichrot ge
färbten Steine sind nicht so selten wie die
ersteren, werden aber immerhin gut bezahlt.
Unter Almadinspinellen versteht ipan ver
schiedene bläuliche, violette, rötlichbraune oder
sonst dunkelfarbige Sorten geringeren Wertes.
Die edlen Spinelle werden in Ost- und Hinter
indien, auf Zeylon und in der Tatarei einzeln
und selten im Schuttland und im Sande von
Flüssen und Bächen gefunden. Steine von drei
Karat und höher sind selten und teuer und er
langen in guten Stücken Diamantpreise. Ge
ringere Sorten sind häufiger und finden sich
in Böhmen, Siebenbürgen, Schweden (blaue),
Australien und Südamerika. Die dunkelgrünen
und schwärzlichblauen Arten führen den Namen
Pleonast. Eine grasgrüne Form heißt Chlor o-
spinell, eine schwarze aus den Pyrenäen Pi-
kotit.
Spiritus (Geist, Sprit, frz.Esprit, engl.Spirit)
ohne nähere Angabe bezeichnet den Weingeist,
der unter „Alkohol“ und „Branntwein“ abgehan-
delt ist, während Wortverbindungen mit Sp.
häufig für alkoholhaltige Flüssigkeiten angewandt
werden. Destillate vonWeingeist über Pflanzen-